Fragen und Antworten

Impfung schützt auch vor Omikron

Auch bei der neuen Corona-Variante sehen Experten in der Impfung die wirksamste Schutzmaßnahme. Foto: Christian Beier
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Auch bei der neuen Corona-Variante sehen Experten in der Impfung die wirksamste Schutzmaßnahme.

Virologie Prof. Dr. Jörg Timm wagt eine optimistische Prognose in Bezug auf die neue Corona-Variante.

Von Kristin Dowe

Solingen. Die Corona-Variante Omikron sorgt auch in Solingen für Verunsicherung, seitdem das städtische Gesundheitsamt zuletzt mindestens drei der 14 in der Klingenstadt gemeldeten Verdachtsfälle nach PCR-Tests als positiv bestätigt hatte. Doch was bedeutet die neue Variante tatsächlich für das Infektionsgeschehen? Der Virologe Prof. Dr. Timm, dessen Institut für Virologie an der Uniklinik Düsseldorf mit dem Solinger Klinikum zusammenarbeitet, klärt im ST-Gespräch die wichtigsten Fragen.

In unserem Blog finden Sie die neuesten Informationen zu Entwicklungen rund um das Coronavirus in Solingen.

Wie gefährlich ist die Omikron-Variante im Vergleich zu ihren Vorläufern?

„Sorgen bereitet uns vor allem die Tatsache, dass Omikron offenbar eine sogenannte Immunflucht macht“, erläutert Timm. „Das bedeutet, dass die einmal gebildeten Antikörper nicht so gut vor einer Infektion schützen und selbst geimpfte Menschen, die eine gewisse Grundimmunität besitzen, sich anstecken können.“ Denn die bisherigen Vakzine seien auf die Erscheinungsform des Coronavirus vom Beginn der Pandemie ausgerichtet und der Impfstoff müsse noch entsprechend angepasst werden.

Die Ansteckungen bei Geimpften sind nicht unser Hauptproblem.

Prof. Dr. Jörg Timm, Institut für Virologie an der Uniklinik Düsseldorf

Bietet die Impfung bei Omikron dann überhaupt einen Schutz?

Auch wenn die Gefahr einer Ansteckung mit der Omikron-Variante auch mit einer Impfung immer noch sehr hoch ist, empfiehlt Timm weiterhin dringend, sich impfen zu lassen. „Die aktuelle Studienlage deutet darauf hin, dass Geimpfte auch bei Omikron deutlich besser vor schweren Verläufen geschützt sind.“ Das gelte auch für Kreuzimpfungen, also Impfungen mit Vakzinen von unterschiedlichen Herstellern. Zudem seien die Ansteckungen unter Geimpften keineswegs das Hauptproblem, sondern die Infektionen unter Ungeimpften, die noch immer einen zu großen Anteil in der Bevölkerung ausmachten und somit zu Multiplikatoren bei der Verbreitung des Virus würden.

Laut Schätzung des Robert-Koch-Instituts wird die Omikron-Variante zu deutlich mehr Fällen führen als ihre Vorgängerin Delta. Man geht weiterhin davon aus, dass die Übertragungswahrscheinlichkeit beim geboosterten Teil der Bevölkerung bei Omikron verringert wird. Allerdings lässt der Schutz schon nach kurzer Zeit nach. So wurden in Deutschland auch schon Omikron-Fälle bei dreifach Geimpften bekannt.

Müssen wir damit rechnen, dass es jetzt immer weitere Varianten des Virus geben wird?

Laut Timm sind weitere Mutationen zu erwarten, die aber nicht notwendigerweise zu schweren Erkrankungen führen müssen, sobald die Grundimmunität von 90 Prozent in der Bevölkerung im Zuge der Impfungen irgendwann erreicht ist. „Man kann sich dann immer noch anstecken, aber im besten Fall handelt es sich dann um eine Art leichten Schnupfen. Die langfristige Prognose ist optimistisch.“ Das Virus werde irgendwann endemisch, also „heimisch“.

Wie sieht die Zusammenarbeit des Instituts für Virologie an der Uniklinik Düsseldorf mit dem Städtischen Klinikum aus?

Beide Einrichtungen hatten einen Kooperationsvertrag miteinander geschlossen, der „die mikrobiologische und die virologische Versorgung umfasst“, berichtet Karin Morawietz, Sprecherin des Städtischen Klinikums. Dabei seien aus Solingen alle Proben an das Institut für Mikrobiologie und Krankenhaushygiene an der Uniklinik Düsseldorf weitergeleitet worden, die in einem weiteren Schritt am dortigen Institut für Virologie analysiert worden seien.

„Die Zusammenarbeit mit dem Uniklinikum Düsseldorf lief seit 2012 sehr vertrauensvoll und konstruktiv“, so Morawietz. Fortgesetzt werde die Kooperation aber nicht. „Im Rahmen der Ausschreibung unserer Laborleistungen und der Übernahme durch einen externen Anbieter wurden auch diese Leistungen mit ausgeschrieben. Das Uniklinikum Düsseldorf wurde darüber bereits Anfang 2021 informiert. Dieses konnte hier kein Komplettangebot abgeben, daher war eine weitere Zusammenarbeit nach der Vergabe nicht mehr möglich.“ Inzwischen übernehme der Laboranbieter Synlab die Untersuchungen für das Solinger Klinikum.

Omikron

Über die Corona-Variante Omikron wurde laut Robert-Koch-Institut erstmals am 24. November 2021 berichtet. Zwei Tage später wurde sie von der Weltgesundheitsorganisation WHO zur besorgniserregenden Variante („Variant of Concern“) erklärt. Untersuchungen haben belegt, dass sie sich unabhängig von der derzeit dominierenden Delta-Variante entwickelt hat.

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