Corona-Pandemie

Impfstation: Falsches Vakzin gespritzt

Wer will, kann am Montag geimpft werden. Archivfoto: Roland Keusch
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Obwohl der 30-Jährige das Vakzin von Johnson @ Johnson wollte, bekam er den Impfstoff von Biontech verabreicht.

Der Betroffene hat eine Anzeige erstattet. Die Stadt hat sich bereits entschuldigt und bessert nach.

Solingen. In der neuen Impfstation in den Clemens-Galerien ist es zu einer Impfung mit dem falschen Impfstoff gekommen. Ein 30-Jähriger, der sich für das Vakzin von Johnson & Johnson entschieden hatte, erhielt stattdessen Biontech. „Ich bin zum Glück jung und gesund und trage wohl keine Schäden davon. Aber aus meiner Sicht wurde hier fahrlässig gehandelt“, sagte der Betroffene dem ST. Er hat Anzeige erstattet.

Die Stadt bestätigte den Vorfall vom Dienstag. „Wir stehen seitens des Stadtdienstes Gesundheit mit dem Betroffenen in Kontakt und haben uns entschuldigt“, so Stadtsprecher Daniel Hadrys. Die Ärztin der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) sei um eine Stellungnahme gebeten worden – auch sie habe sich für die Verwechslung entschuldigt. „Derzeit klären wir mit den Beteiligten, wie es zu diesem Fehler kommen konnte“, so Hadrys.

Erst vorige Woche hatte die Stadt erklärt, weiterhin Johnson & Johnson zu verimpfen. Solange es keine gegenteiligen Vorgaben etwa von der Impfkommission gebe, sei die Wahl des Impfstoffs „die freie Entscheidung jedes Einzelnen“.

Betroffener kann sich bis zur vollständigen Immunisierung kostenlos testen lassen

Arzt oder Ärztin, betont Stadtsprecher Hadrys, hätten sich „davon zu überzeugen, dass der richtige Impfstoff verwendet wird“. Dennoch habe die Stadt für die Impfstation Maßnahmen festgelegt, um solche Fehler künftig weitestgehend ausschließen zu können. So würden künftig die Impfstoffe der beiden Hersteller in zwei separaten und entsprechend beschrifteten Impfkabinen verabreicht. Auch werde ein Sicherheitsdienst die Impflinge lenken.

Weil die vollständige Immunisierung nun länger dauere, könne sich der Betroffene bis dahin kostenlos testen lassen. Hadrys: „So bedauerlich die Verwechslung ist, aus medizinischer Sicht entsteht kein Nachteil.“ Ein ähnlicher Fall sei der Stadt – bei mehr als 220 000 verabreichten Impfungen – nicht bekannt.

Laut Polizei hat es im Juli einen ähnlichen Fall in Wuppertal-Vohwinkel gegeben, der inzwischen die Staatsanwaltschaft beschäftigt. Im Remscheider Impfzentrum hatten im August elf Menschen bei der Zweitimpfung Astrazeneca statt Moderna erhalten. Auch daraus resultierte eine Strafanzeige. bjb

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