Coronavirus

Impfen wird zum abendlichen Jugend-Event

Jugendliche sollen geimpft werden. Foto: Roland Keusch
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Jugendliche sollen geimpft werden.

Offenes Angebot für 16- bis 27-Jährige

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. „Es ist genug Impfstoff da“ – diese Aussage von Udo Stock, Leiter des Solinger Impfzentrums, läutet ein neues Kapitel in der Solinger Impfkampagne ein. Und es ermöglicht den Organisatoren der Stadt, jetzt alle Impfwilligen ab 16 Jahren zum Impfen einzuladen – unbürokratisch und ohne Termin. An zwei Wochenenden wird es jeweils Freitag- und Samstagabends Impf-Events im Impfzentrum geben.

Besonders hat man dabei junge Menschen im Blick. „Es ist wichtig, jetzt in den Ferien noch möglichst viele junge Leute zu erreichen, damit sie beim Schulstart geimpft sind“, ist Jürgen Bürger, Leiter der städtischen Jugendförderung, von der Idee begeistert.

Konkret geplant ist, am 16. und 17. sowie 23. und 24. Juli, jeweils abends von 20 bis 23 Uhr, das Impfzentrum für junge Menschen zwischen 16 und 27 Jahren ohne Termin zu öffnen und diese zu impfen. Auch der Termin für die Zweitimpfung – vier Wochen später – wird gleich vereinbart.

„Das ist wie ein Geschenk.“

Patricia Stute, Jugendförderung, zu den Impf-Aktionen

„Das ist wie ein Geschenk“, freut sich Patricia Stute von der Jugendförderung. „Das bedeutet für alle ein Stück Freiheit.“ Deshalb will die Stadt über Social Media, Verbände, Träger und Sportvereine jetzt Werbung für die Aktion machen, damit sich möglichst viele junge Menschen impfen lassen. Zu schätzen, wie viele kommen, sei schwierig, so Stock. „Aber 300 bis 400 Impfungen schaffen wir pro Abend in den drei Stunden“, ist er optimistisch. Zusätzliche Impfärzte stünden auf Abruf bereit.

Um auch Unentschlossene noch für die Aktion zu begeistern, haben Stadt und Jugendstadtrat geplant, aus den Abenden Events zu machen. „Wir überlegen, Musik, vielleicht sogar mit einem DJ, im Warteraum des Impfzentrums zu machen“, so Alexander Erkelenz, Vorsitzender des Jugendstadtrats. Auch ein Food Truck, an dem sich die jungen Leute mit ihrem Impf-Nachweis dann einen Snack auf die Hand abholen können, ist im Gespräch. „Da stecken wir jetzt mitten in den Überlegungen“, ergänzt Stadt-Sprecher Thomas Kraft. Wenn die Abend-Aktion gut nachgefragt wird, könne sie auch auf weitere Wochenenden ausgeweitet werden, so Stock. Beim Impfstoff könne ausgewählt werden. „Wir haben genug mRNA-Impfstoffe von Biontech oder Moderna vorrätig. Für Jugendliche unter 18 Jahren sind ohnehin nur diese zugelassen.“

Geimpft wird auch im Medimobil

Parallel dazu laufen auch weitere Sonderaktionen, um noch mehr Menschen zu impfen. Wie gestern berichtet, wird in der kommenden Woche vom 12. bis 18. Juli das Impfzentrum täglich von 8 bis 20 Uhr Impfungen ohne Termin anbieten. Jeder, der möchte, kann vorbeikommen. Mitzubringen ist – ebenso wie bei der Jugendlichen-Aktion – nur der Personalausweis. Die Impfunterlagen können vorab über die städtische Homepage runtergeladen und ausgedruckt werden, können ansonsten aber auch vor Ort zur Verfügung gestellt werden.

Mit einer weiteren Aktion möchte die Stadt den Impfstoff direkt zu den Menschen bringen. Ähnlich wie bei den Aktionen in der Fuhr, der Hasseldelle und an der Zietenstraße wird vor Ort in den Wohngebieten geimpft. In Kooperation mit den Stadtwerken wird ein Bus vor Ort sein – als wetterfester Wartebereich. Geimpft werde dann im Medimobil. An Markttagen in die Stadtteile zu gehen, ist ebenso in Planung wie Stationen des Impfbusses vor großen Supermärkten oder Baumärkten. „Ich hoffe, dass viele, vor allen Dingen junge Menschen, die Angebote annehmen. Ich kenne eigentlich niemanden, der nicht geimpft werden will“, ist Alexander Erkelenz optimistisch.

Impfkandidaten

Wie viele Solinger ungeimpft sind, kann die Stadt nicht genau sagen. Von 162 760 Einwohnern mit Hauptwohnsitz könne man zwar die Geimpften sowie rund 18 000 Kinder unter 12 Jahren abziehen, für die es keinen zugelassenen Impfstoff gibt. Allerdings gebe es Solinger, die etwa aus beruflichen Gründen andernorts geimpft wurden – und Menschen, die in Solingen geimpft wurden, aber nicht hier leben. Zu diesen Gruppen liegen keine Zahlen vor, wie die Statistikstelle der Stadt erklärt.

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