Botanischer Garten

Imkertag: Warum es ohne Bienen nicht geht

Imkerin Doris Frommhold-Kempa (l.) erklärt Leonard Bode und seiner Oma Monika die Sache mit der Imkerei.
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Imkerin Doris Frommhold-Kempa (l.) erklärt Leonard Bode und seiner Oma Monika die Sache mit der Imkerei.

Imkerverein informierte bei einem Aktionstag Besucher im Botanischen Garten.

Von Moritz Berger

Solingen. Leonard Bode blickt gemeinsam mit seiner Oma in einen hohen, aber recht schmalen Holzkasten. Hinter einer Scheibe kann der Achtjährige ein Bienenvolk bestaunen und entdecken, was sonst verschlossen bleibt. So sieht Leonard einen Bienenstock von innen und wie die vielen Tiere dort herumwuseln.

An diesem sonnigen Sonntag hat sich Monika Bode mit ihrem Enkel auf den Weg in den Botanischen Garten zum 16. Imkertag gemacht. Sie wolle Leonard einfach mal zeigen, wie Bienen leben. „Mir ist es wichtig, keine Angst vor der Natur und anderen Lebewesen zu haben – und das möchte ich gerne weitergeben“, berichtet Monika Bode.

Neben den beiden steht Doris Frommhold-Kempa und unterstützt Leonard bei der Suche nach der Bienenkönigin. Die stellvertretende Vorsitzende des Imkervereins Solingen deutet auf eine große Biene mit einem gelben Punkt auf dem Rücken. Für Frommhold-Kempa ist ein solcher Tag eine tolle Gelegenheit, viele neugierige Menschen wie Leonard Bode und seine Oma zu treffen. Und gleichzeitig eine Chance, um Informationen über Bienen weiterzugeben und so „ein größeres Bewusstsein zu schaffen“.

Denn besonders die Wildbienen sind durch den Umgang des Menschen mit der Natur gefährdet. Von Pestiziden in der Landwirtschaft und im heimischen Garten bis hin zur Versiegelung von Flächen und dem damit einhergehenden Mangel an lockeren Böden – darunter leidet gerade die Wildbiene schwer.

„Besonders schlimm sind solche Stein- oder Schottergärten“, betont Doris Frommhold-Kempa. Mit Nachdruck verweist sie deshalb auf die Bedeutung der Bienen für die Natur. Beinahe jedes Obst und Gemüse brauche Bestäubung, um Früchte tragen zu können. Etwa 80 Prozent der Nutz- und Wildpflanzen werden durch diese Tiere bestäubt. „Wenn sie wegfallen – also sterben – haben wir ein großes Nahrungsmittelproblem.“

Dem kann der Mensch auf vielfältigem Wege entgegenwirken, indem er beispielsweise bienenfreundliche Stauden pflanze. „Dabei sollte man auf ungefüllte Blüten achten, damit die Bienen auch an den Nektar kommen“, erklärt Anja Berger von der Solinger Gartenschule. Sie berät an diesem Sonntag viele Besucher und betont, immer wieder für Blühendes im Garten zu sorgen. „Denn jeder Quadratmeter zählt, jedes Töpfchen und jeder Balkon“, so Berger.
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Darüber hinaus könne man den Garten auch mal unaufgeräumt lassen, ergänzt Frommhold-Kempa. Sie rät dazu, Totholz liegen oder Unkraut stehen zu lassen. „Im Winter vielleicht nicht alles abschneiden und Räume für Wildbienen lassen“, so die stellvertretende Vorsitzende des Imkervereins. Insofern weist das Bonmot „Wenn die Biene stirbt, stirbt auch der Mensch“ auf die Bedeutung der Biene für die Natur hin, wie an diesem Sonntag deutlich wurde.

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