Einschulung

In Offenen Ganztagsschulen fehlen viele Plätze

1767 Jungen und Mädchen machen sich im Sommer als i-Dötzchen auf den Weg in die Schule. Archivfoto: Christian Beier
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1767 Jungen und Mädchen werden im Sommer als i-Dötzchen eingeschult.

An vielen Grundschulen gibt es Wartelisten für die Grundschüler. Die Stadt will darum drei weitere OGS-Gruppen ab August schaffen.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Die Zahl der Erstklässler wird im kommenden Schuljahr so hoch wie lange nicht: 1767 Mädchen und Jungen werden im August eingeschult. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Klassengrößen. Auch in der Offenen Ganztagsbetreuung (OGS) wird es eng. Genaue Zahlen kann die Schulverwaltung noch nicht nennen, da „die Situation sehr dynamisch“ sei.

Bei den Solinger i-Dötzchen wird es im Sommer voll

Solingen: Einige Kinder stehen noch auf Wartelisten

Die Stadt rechne jedoch damit, dass die Gesamtzahl der Kinder auf der Warteliste steigen werde, teilt Pressesprecher Daniel Hadrys auf Anfrage mit. Träger des Offenen Ganztags berichten von bis zu 40 Kindern an einzelnen Grundschulen, für die es aktuell noch keinen Betreuungsplatz gebe.

So stünden etwa für die OGS in der Grundschule Kreuzweg 33 Kinder auf der Warteliste, berichtet Monika Janßen vom Diakonischen Werk. Der Wohlfahrtsverband betreibt die Ganztagsbetreuung an drei Schulen. Erst vor zwei Jahren sei in Kreuzweg eine weitere OGS-Gruppe geschaffen worden. „Jetzt könnten wir schon wieder eine einrichten, aber der Platz ist nicht da“, erklärt Janßen.

Es fehlen sowohl Räume als auch Personal.

Döndü Yagiz Internationaler Bund

Ähnlich ist es beim Internationalen Bund (IB), der die Ganztagsbetreuung an den Grundschulen Klauberg, Scheidter Straße und Meigen verantwortet. Aktuell stünden jeweils rund 30 Kinder pro Schule auf der Warteliste, sagt Betriebsstättenleiterin Döndü Yagiz. „An jeder Schule wäre mindestens eine weitere Gruppe möglich. Aber es fehlen sowohl Räume als auch Personal.“ Für Klauberg habe man jedoch zusätzlich eine halbe Gruppe beantragt.

„Der Fachkräftemangel ist ein echtes Problem“, bestätigt Tanja Isphording von der Fuhrgemeinschaft. Der Verein betreibt die OGS an der Walder Grundschule Gottlieb-Heinrich-Straße mit sechs Gruppen. Auch hier gebe es aktuell keine Räume und kein Personal, um weitere einzurichten – obwohl auch hier 40 Anmeldungen mehr für die OGS vorliegen, als Plätze vorhanden sind. Es sei schwer, Fachkräfte für den Ganztag zu finden. „Das sind ja keine Vollzeitstellen. Von einem Job mit 20 bis 28 Wochenstunden kann ich keine Familie ernähren.“

Durch eine „leichte Überbelegung“ versuchen Träger wie die Fuhrgemeinschaft, möglichst viele Kinder unterzubringen. „Wir bieten den Familien auch die Übermittagbetreuung an“, sagt Döndü Yagiz vom IB. „Aber die geht nur bis maximal 14 Uhr, bietet kein Mittagessen und keine Hausaufgabenbetreuung. Für viele kommt das nicht infrage.“ Und in Meigen sei auch für die „Ümi“ die Nachfrage so hoch, dass es auch hier eine Warteliste gebe. Auch der Caritasverband versuche, Familien die Übermittagbetreuung anzubieten, sagt Mitarbeiterin Angelika Posse. „Dann können die Kinder wechseln, wenn ein OGS-Platz frei wird. Aber das gelingt nicht immer.“

Drei neue OGS-Gruppen im neuen Schuljahr

Die Stadt werde zum neuen Schuljahr drei weitere OGS-Gruppen bilden, kündigt Sprecher Hadrys an: an den Grundschulen Klauberg und Bogenstraße jeweils eine halbe sowie je eine ganze an der Wiener Straße und in Bünkenberg-Widdert. „Trotz der jährlichen Schaffung weiterer Gruppen kann der Bedarf nicht voll gedeckt werden“, räumt er ein. Erfahrungsgemäß reduziere sich die Zahl der Kinder auf der Warteliste bis zum Beginn des neuen Schuljahres, da nicht alle verschickten Verträge unterschrieben eingereicht würden. „Ebenfalls finden Eltern alternative Betreuungsangebote.“

Langfristig muss die Stadt die Ganztagsbetreuung deutlich ausbauen – denn ab 2026 gibt es einen Rechtsanspruch auf Betreuung, zunächst für die Erstklässler dieses Jahrgangs, ab 2029/30 für alle Grundschüler. „An fast allen Solinger Grundschulen sind, nach individueller Betrachtung, umfangreiche Baumaßnahmen geplant.“ Die Stadt Solingen sei seit längerem in den Planungen, um bis zu diesem Zeitpunkt eine 100-prozentige OGS-Abdeckung zu ermöglichen.

Passend dazu: Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz: Ganztagsgrundschulen in Solingen gefordert

Hintergrund

Betreuung: Die Offene Ganztagsbetreuung dauert bis 16 Uhr. Neben Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung gibt es AG-Angebote.

Kriterien: Die Stadt hat einen Kriterienkatalog festgelegt, nach dem die Schulen die Plätze vergeben. Sind die Eltern berufstätig? Wer ist alleinerziehend? Hat das Kind Förderbedarf? Berufstätigkeit muss mit Bescheinigung nachgewiesen werden.

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