Neustart im Ittertal

Im Märchenwald wartet noch viel Arbeit

Der vorgesehene Käufer Yevgen Besedin (l.) freut sich mit Michael Willemse (Mitte) und Heike Krommes (r.) vom Verein „Die Itterthaler“ auf einen Neustart im Freizeitpark Ittertal. Foto: Tim Oelbermann
+
Der vorgesehene Käufer Yevgen Besedin (l.) freut sich mit Michael Willemse (Mitte) und Heike Krommes (r.) vom Verein „Die Itterthaler“ auf einen Neustart im Freizeitpark Ittertal.

Verein hat bei der Erneuerung des Freizeitparks Ittertal schon einiges erreicht – es werden aber weiterhin helfende Hände gebraucht.

Von Kristin Dowe

Solingen. Als hätten die sieben Zwerge gerade nur zum Holzhacken das Haus verlassen, stehen ihre Bettchen in der alten, verwitterten Holzhütte in Reih’ und Glied. Das rot-weiß-karierte Bettzeug ist aufgeschlagen, auf dem Tisch daneben steht eine Vase und allerlei Schnickschnack. Ein paar Meter weiter plätschert idyllisch die Itter entlang. Wie leicht zu erraten ist, handelt es sich um die Hütte zum Thema „Schneewittchen“ im Märchenwald des Freizeitparks Ittertal. „Die Bettchen werden wir wohl behalten und etwas aufarbeiten“, sagt Michael Willemse, Vorsitzender des Vereins „Die Itterthaler“, der sich den Erhalt des historischen Freizeitparks zum Ziel gesetzt hat. Willemse gewährte dem Tageblatt gemeinsam mit dem Besitzer der Anlage, Yevgen Besedin, einen Rundgang durch den Park.

Letzterer wolle mit dem Verein zusammenarbeiten, um das Gelände wieder in einen einladenden Freizeitpark für Familien zu verwandeln. 2017 habe er den Park besucht und sich quasi auf Anhieb verliebt, erinnert sich Besedin. „Es hat mir hier einfach gefallen.“ Für ihn sei unstrittig gewesen, den Park wieder herzurichten und seinen besonderen Charme zu bewahren. Der Kauf werde in den kommenden Monaten vollständig abgewickelt.

Besedin, der mit seinem Unternehmen ältere Immobilien kauft und saniert, hat ein Team von zehn Mitarbeitern mit den umfangreichen Renovierungsarbeiten beauftragt. Ein Nebengebäude des Parks, in dem zu Lebzeiten des langjährigen Eigentümers Bruno Schmelter gelegentlich Arbeiter untergebracht waren, erstrahlt teilweise schon wieder in neuem Glanz. Auch die Bayernhalle wurde renoviert und mit neuen Toilettenanlagen ausgestattet. Später soll dort eine Hüpfburg Platz finden. „Und wenn man die Hüpfburg mal nicht braucht, kann man sie abbauen und das Gebäude als Veranstaltungsort mit Bühne nutzen“, schildert Michael Willemse.

Vor allem mit dem Märchenwald hatten die Itterthaler in den vergangenen Wochen und Monaten alle Hände voll zu tun. Sie befreiten die schmalen Waldwege von gewaltigen Laubmassen, jetzt sollen die Häuschen nach und nach saniert und neu ausgestattet werden. „Daran möchten wir auch Schulen beteiligen, die beispielsweise im Werkunterricht Möbelstücke für die Hütten anfertigen könnten“, so Willemse. Zurzeit finden sich dort nur noch vereinzelte Requisiten, viele Stücke wurden verkauft oder auch gestohlen. Für die Erneuerung der zehn Märchenwaldhütten – drei frühere Standorte von Hütten stehen inzwischen leer und sollen eventuell später wieder bebaut werden – sammelt der Verein weiter Spenden. Allein für die Arbeitsleitung seien circa 125 000 Euro veranschlagt.

Überhaupt gab es in der Vergangenheit immer wieder Probleme mit Vandalismus. Anfang des Jahres setzten Unbekannte eine der Hütten in Brand, die noch deutliche Spuren aufweist. „Zum Glück konnte das Feuer rechtzeitig gelöscht werden“, sagt der Itterthaler-Vorsitzende. Rund um den Teich, auf dem noch immer das voll funktionstüchtige und denkmalgeschützte Wasserkarussell thront, haben die Mitglieder Lampen angebracht. Außerdem sollen Grillplätze und ein Gastronomiebetrieb entstehen.

Yevgen Besedin hofft, dass die Corona-Pandemie das ehrgeizige Projekt nicht noch stärker ausbremsen wird als schon geschehen. „Im Moment ist es unmöglich, einen Gastronomen unter Vertrag zu nehmen. Wann, ob und zu welchen Konditionen hier jemand starten kann, steht noch in den Sternen.“ Doch geben der künftige Eigentümer und der Verein sich optimistisch, dass der Freizeitpark Ittertal irgendwann wieder seine Pforten für Besucher öffnen kann.

Die Serie

Stadtteile: In unserer Stadtteilserie behandeln wir acht Stadtteile für eine Woche als Schwerpunkt. In der Wald-Woche geht es unter anderem um den neuen Verein für die Walder Theatertage und die evangelische Gemeinde.

Lesertelefon: Anregungen für Walder Themen nimmt ST-Redakteurin Anja Kriskofski heute zwischen 15 und 16 Uhr entgegen: Tel. 299-130.

Hintergrund

Beim Wiederaufbau des Freizeitparks Ittertal muss der Verein zahlreiche Auflagen des Denkmal- und Naturschutzes berücksichtigen. Die Itterthaler versuchen außerdem in Kooperation mit der Stadt, Fördermittel beim NRW-Heimatministerium für das Projekt zu beantragen. Wer die Itterthaler unterstützen möchte, findet alle Neuigkeiten online.

freizeitpark-ittertal.de

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Verordnung: Es gilt für Solingen wieder die Inzidenzstufe 2
Verordnung: Es gilt für Solingen wieder die Inzidenzstufe 2
Verordnung: Es gilt für Solingen wieder die Inzidenzstufe 2
Stufe 2: Diese Corona-Regeln gelten in Solingen wieder
Stufe 2: Diese Corona-Regeln gelten in Solingen wieder
Stufe 2: Diese Corona-Regeln gelten in Solingen wieder
Frau fährt gegen geparktes Auto
Frau fährt gegen geparktes Auto
Frau fährt gegen geparktes Auto
Corona: KV korrigiert Zahl der Geimpften nach unten - Impfmobil unterwegs
Corona: KV korrigiert Zahl der Geimpften nach unten - Impfmobil unterwegs
Corona: KV korrigiert Zahl der Geimpften nach unten - Impfmobil unterwegs

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare