Streichquartett

Im Kunstmuseum erklingt ein musikalisches Universum

Die Zuhörer genossen das facettenreiche Kammerkonzert der Bergischen Symphoniker. Foto: Andreas Horn
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Die Zuhörer genossen das facettenreiche Kammerkonzert der Bergischen Symphoniker.

Das Kammerkonzert der Bergischen Symphoniker.

Von Sven Karasch

Solingen. Das Kammerkonzert der Bergischen Symphoniker im Kunstmuseum Solingen stand am Sonntag ganz im Zeichen des Streichquartetts. Dabei bot der große Meistermann-Saal unter den aktuellen Corona-Bedingungen ausreichend Platz für die rund 30 bereitgestellten Stühle, von denen fast alle besetzt waren. Die Besucherinnen und Besucher mussten darüber hinaus nach der aktuellen Verordnung geimpft oder genesen und zusätzlich getestet oder geboostert sein.

Im Mittelpunkt des Abends standen zwei sehr unterschiedliche Komponisten und ihre Streichquartette: Nikolai Mjaskowski mit dem Streichquartett in G-Dur, Opus 77, Nr. 12 aus dem Jahr 1947 und Ludwig van Beethoven mit dem Streichquartett in F-Dur, Opus 59, Nr. 1 aus dem Jahr 1806. Gespielt wurden die Stücke von einem Quartett der Bergischen Symphoniker: Martin Haunhorst und Shino Nakai an den Violinen, Johanna Steffen an der Viola und Thomas Grote am Violoncello.

Den Anfang machte das Streichquartett aus dem Spätwerk des russischen Komponisten Mjaskowski. Der interessante Beginn des ersten Satzes war geprägt von den tiefen Tönen des Violoncellos. Im Zusammenspiel mit den weiteren Streichern wurde so eine fast gespenstische Stimmung erzeugt, bevor sich der Satz zum klassischeren Stil des Streichquartetts öffnete. Darüber hinaus kamen auch Teile russischer Volkslieder in den folgenden Sätzen zur Geltung.

Diese russischen Folklore-Elemente waren die thematische Klammer, die Mjaskowskis Werk an diesem Abend mit dem Streichquartett Beethovens verband, das auch als eines von dreien sogenannten Rasumowski-Quartetten gilt. Benannt wurden diese Quartette nach dem russischen Diplomaten Andrei Rasumowski, der sie 1805 bei Beethoven in Auftrag gab.

Vielleicht hat man im Leben ein oder zweimal die Chance, einem echten Genie zu begegnen – und das ist bei Beethoven der Fall.

Martin Haunhorst in seiner Einleitung

In seiner Einleitung sagte Martin Haunhorst über Beethoven: „Vielleicht hat man im Leben ein oder zweimal die Chance, einem echten Genie zu begegnen – und das ist bei Beethoven der Fall.“ So wie das Universum aus einfachen kleinen Teilen aufgebaut sei, schaffe es Beethoven in seinem Streichquartett mit simplen musikalischen Mitteln, ebenfalls ein Universum erklingen zu lassen, führte Martin Haunhorst aus.

Und tatsächlich eröffnete sich bereits in der ersten Hälfte des ersten Satzes eine ganze Klangwelt, als alle vier Stimmen erstmals ganz kraftvoll zusammenkamen. Damit war es auch dieses Mal ein besonderes Erlebnis, ein Werk von Beethoven – von leidenschaftlichen Musikerinnen und Musikern live gespielt – erleben zu dürfen.

Nach dem Ende des 4. Satzes standen die Zuhörerinnen und Zuhörer von ihren Stühlen auf und applaudierten für diese musikalisch anspruchsvolle Leistung. Dafür bedankten sich die Künstlerinnen und Künstler mit einer besonderen Zugabe: dem ersten Satz aus Joseph Haydns Streichquartett Opus 76 Nr. 4 – auch bekannt unter dem Namen „Sonnenaufgangsquartett“.

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