Workshop

Im Industriemuseum wird Lichtkunst fotografiert

Nachts unterwegs im Industriemuseum in Solingen war für Erwachsene angesagt: Es gab einen Lightpainting-Workshop mit „Lightart im Pott“. Dr. Tobias René Tolksdorf zeigt ein selbstgebautes Lichtrad, welches als „Tool“ bei seinen Fotos genutzt wird. Foto: Christian Beier
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Nachts unterwegs im Industriemuseum in Solingen war für Erwachsene angesagt: Es gab einen Lightpainting-Workshop mit „Lightart im Pott“. Dr. Tobias René Tolksdorf zeigt ein selbstgebautes Lichtrad, welches als „Tool“ bei seinen Fotos genutzt wird.

Workshop führte Teilnehmer in die Kunst des „Lightpaintings“ ein.

Von Tanja Alandt

Solingen. Elf Teilnehmer nahmen am Freitagabend am Lightpainting-Workshop teil und ließen ihrer Kunst im LVR-Industriemuseum in der Gesenkschmiede Hendrichs freien Lauf. Mit Licht malten sie in die dunklen Räume des atmosphärischen Museums und fotografierten anschließend mit ihren Kameras auf dem Stativ, was gemalt wurde. Auf den anschließenden Fotos – mit oder ohne Model – waren die vorherigen Lichtbewegungen im Raum als ein magisches Kunstwerk zu sehen.

Bei dem theoretischen Teil vorab im Schlüsselraum informierten Lea Brit Anna Jansen, Julia Banken und Dr. Tobias René Tolksdorf von „Lightart im Pott“ zunächst, wie wichtig es sei, dass nicht nur das Model ruhig bleibt und am besten die Luft anhält, sondern die Kamera ebenfalls ruhig auf dem Stativ steht und die Bilder nicht verwackeln. Seit 2019 beschäftigen sie sich professionell zusammen mit dem am Freitag verhinderten Martin-Benedikt Kaufhold mit dem Lichtmalen und dem Fotografieren.

Für das Malen mit Licht braucht es die richtigen Werkzeuge

Anhand einer Powerpoint-Präsentation erläuterten sie im Museum den Teilnehmern mit fotografischen Vorkenntnissen die technischen Einstellungen, zeigten faszinierende Beispielbilder und stellten die sogenannten Lightpainting-Werkzeuge vor, mit denen man sogar leuchtende Schmetterlingsflügel in die Dunkelheit hineinmalen kann. Neben selbstleuchtenden Werkzeugen wie Taschenlampen, Lichterketten oder LED-Lichtern, gibt es Lichtformer wie Seifenblasenschwerter, Lametta oder Glasfaserbündel, berichteten sie und präsentierten das Dome-rad und verschiedene Lightpainting-Techniken.

Tubes oder Leuchtschwerter könne man leicht selbst aus Backpapier, buntem Bastelpapier sowie Panzertapes oder Tesa herstellen, riet Tolksdorf. Wichtig sei, auf den Durchmesser der Taschenlampe zu achten. Günstige bunte Röhren gebe es etwa in Baumärkten.

Dann ging es ans Ausprobieren. Nachdem Teilnehmerin Gerda Schmidt mit ihrer Kamera auf dem Stativ die von Lea Jansen ausgeleuchteten Waschbecken im anschließend ebenfalls ausgeleuchteten Waschraum fotografierte, testete sie in der Schneiderei weiter. Schnell favorisierte sie die sogenannten Tools, mit denen man „akkurat zeichnen kann und es keine verwaschenen Effekte“ gibt. „Es ist sehr interessant, aber man muss viel ausprobieren und braucht Erfahrung dafür“, erzählte sie.

Ihr Display der Fotokamera zeigte eine große gelbgoldene Lichtkugel, die Julia Banken zuvor gemalt hatte. Ihr Interesse war jedenfalls geweckt und sie plant bereits, nach dem Workshop weiter zu üben. Teilnehmer Mathias Will fotografierte die leeren Spinde im Umkleideraum, die von einer anderen Teilnehmerin mit einer Taschenlampe angestrahlt wurden. Da sie nach jedem Spind die Farbe des Lichts der Taschenlampe wechselte, bekam er bunte Spinde mit einem regenbogenähnlichen Farbverlauf heraus.

Der wissenschaftliche Referent des Museums, Niko Pancop, bekam Lust, ebenfalls mitzumachen. Mit dem Museums-Team hatte er bereits selbst mit Freude Tools aus Taschenlampen und einem Fahrradrücklicht gebastelt und herumexperimentiert. Während des kommenden gemeinsamen Festivals „Futur21“ der 16 Industriemuseen der Landschaftsverbände wird es in der Gesenkschmiede zwischen dem 12. und 19. März neben Poetry Slam, Tanztheater und Hörspielen zudem einen Workshop von „Lightart im Pott“ geben, berichtete Pancop. Weitere Infos unter:

www.futur21.de www.industriemuseum.lvr.de www.lightart-im-pott.de

Weitere Kurse

Nach den Taschenlampenführungen für Kinder im LVR-Industriemuseum gab es nun den ersten Workshop für Erwachsene: Lightpainting. Teilnehmer können mit Licht malen und die zauberhafte Kunst auf ihren Fotos festhalten. Da der Workshop innerhalb von zwei Tagen ausgebucht war und das Interesse groß ist, wird es im März sowie im November noch einmal einen Workshop von „Lightart im Pott“ in der Gesenkschmiede geben. „Es soll weiterhin etwas Besonderes bleiben“, so Niko Pancop vom LVR-Industriemuseum. Initiator von Lightart im Pott ist der promovierte Astrophysiker und Lightpainter Dr. Tobias René Tolksdorf. Seit drei Jahren „zeichnet“ er mit seinen drei Freunden nachts „Lichtspuren in die Luft“.

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