Ausbildung

IHK-Lehrwerkstatt ist für die Zukunft gerüstet

Begutachten die neue CNC-Drehmaschine (v. l.): Andreas Braun, Curt Mertens und Michael Wenge. Foto: Christian Beier
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Begutachten die neue CNC-Drehmaschine (v. l.): Andreas Braun, Curt Mertens und Michael Wenge.

Rund 365.000 Euro fließen in neue Technik

Von Manuel Böhnke

Solingen. Vor einiger Zeit hat es Überlegungen gegeben, die IHK-Lehrwerkstatt an der Schützenstraße durch einen Neubau zu ersetzen. Von diesen Plänen rückten die Verantwortlich jedoch ab. Stattdessen wird der 1957 errichtete Bau Stück für Stück an die Anforderungen moderner Ausbildung angepasst. Rund 365.000 Euro flossen in den vergangenen Wochen in neue Technik. „Diese Investition garantiert, dass in der IHK-Lehrwerkstatt auch weiterhin praxisnahe Ausbildung auf dem aktuellen Stand der Technik stattfindet“, betont Curt Mertens. Er ist der Aufsichtsratsvorsitzende der Einrichtung, deren alleinige Gesellschafterin die Bergische Industrie- und Handelskammer (IHK) ist.

Allein 320.000 Euro kostete eine neue CNC-Drehmaschine. Sie entspricht der Ausstattung in den Betrieben. Das sei ein wichtiges Argument für die Neuanschaffung gewesen, betont Curt Mertens: „Unsere Industriepartner fordern von uns, so auszubilden, wie es in der Praxis benötigt wird.“

Der Bund fördert die Investitionen zu 90 Prozent

Darüber hinaus flossen mehr als 40.000 Euro in 38 Laptops, eine Kombination aus 3-D-Drucker und -Scanner sowie weitere moderne Lehrmaterialien. Die Laptops können auch im digitalen Fernunterricht verwendet werden, betonen die Verantwortlichen. „Natürlich ist der Kern der Ausbildung in der Lehrwerkstatt die praktische Unterweisung hier vor Ort“, räumt IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge ein. Dennoch seien digitale Lernmedien eine „sehr sinnvolle Ergänzung“ – auch über die Corona-Krise hinaus.

Im Frühjahr 2020 musste die Lehrwerkstatt pandemiebedingt einige Wochen schließen. Von Mitte Dezember bis Mitte Januar fanden ebenfalls keine Präsenzveranstaltungen statt. Inzwischen läuft der Betrieb wieder, wenn auch eingeschränkt. Stattfinden dürfen ausschließlich Aus-, keine Weiterbildungskurse. Neben zwölf Teilnehmern von Umschulungsmaßnahmen lernen an der Schützenstraße zurzeit 48 Azubis im ersten Lehrjahr. Das Tragen einer Maske, Abstand zueinander, Desinfektion und tägliches Fiebermessen sind obligatorisch. „In normalen Jahren haben wir 20 Prozent mehr Teilnehmer“, erklärt Andreas Braun. Er ist der Geschäftsführer der Lehrwerkstatt. Nichtsdestotrotz sei man mit der Nachfrage zufrieden. Zu Beginn der Pandemie habe man größere Einschnitte befürchtet.

Die aktuelle Investition wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Ralph Oermann, Gesellschaftervertreter der Bergischen IHK, wertet dies als „positives Signal“. Schließlich haben Land und Bund erst im vergangenen Jahr den Neubau des Berufsbildungszentrums der Remscheider Metall- und Elektroindustrie mit einem zweistelligen Millionenbetrag unterstützt. „Das zeigt, dass die Lehrwerkstatt eine Einrichtung ist, die Zukunft hat.“

Im bergischen Städtedreieck gibt es laut der IHK fast 2000 freie Ausbildungsstellen.

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