Jahresempfang der Solinger Wirtschaft

IHK fordert mehr Mut zur Veränderung

Moderator Thorsten Kabitz (Chefredakteur von Radio RSG, 3. v. l.) führte durch die Podiumsdiskussion mit (v. l.) IHK-Vizepräsident Jan Peter Coblenz (Brangs + Heinrich), Mirko Novakovic, OB Tim Kurzbach, Jörg Püttbach (BIA) und IHK-Präsident Henner Pasch (Fourtexx). Für Teilnehmer und Besucher galt wie für alle IHK-Veranstaltungen laut Präsidiumsbeschluss die 2G-Regel.
+
Moderator Thorsten Kabitz (Chefredakteur von Radio RSG, 3. v. l.) führte durch die Podiumsdiskussion mit (v. l.) IHK-Vizepräsident Jan Peter Coblenz (Brangs + Heinrich), Mirko Novakovic, OB Tim Kurzbach, Jörg Püttbach (BIA) und IHK-Präsident Henner Pasch (Fourtexx). Für Teilnehmer und Besucher galt wie für alle IHK-Veranstaltungen laut Präsidiumsbeschluss die 2G-Regel.

Städtische Investitionen, Engagement der Unternehmen und Wege zur Nachhaltigkeit: Darum ging es beim Jahresempfang der IHK.

Von Björn Boch (Text) und Christian Beier (Fotos)

Solingen. Wie sieht Solingen 2030 aus? Gibt es zukunftsfähige Pläne? Und wie kann sichergestellt werden, dass die Klingenstadt dann auch attraktiv ist – für die Menschen, die hier leben, und für Firmen, die für Arbeit sorgen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Jahresempfangs der Solinger Wirtschaft, zu dem die Bergische IHK eingeladen hatte. Und die Teilnehmer der Podiumsdiskussion waren sich einig: Sicher nicht, in dem alles so bleibt, wie es ist. „Wir brauchen Mut zur Veränderung. Aber davor sorgen sich die Menschen“, sagte IHK-Präsident Henner Pasch.

Teils, so der 41-Jährige, sei das unbegreiflich. Als eines von mehreren Beispielen dienten Anwohner und Naturschützer, die sich angesichts eines Skywalks in der Müngstener Brücke vor „Massen an Touristen“ sorgen. „Wir dürfen nicht akzeptieren, dass Menschen etwas schlechtreden, noch bevor es richtig losgegangen ist“, betonte Pasch.

Martin Klebe (Chef der Agentur für Arbeit, l.) mit IHK-Ehrenmitglied Curt Mertens. Im Hintergrund: Ex-OB Franz Haug und CDU-Chef Sebastian Haug im Gespräch mit Frank Kotthaus (Friedrich Engels & Cie).

OB Tim Kurzbach wünschte sich das Narrativ einer Unternehmerregion – „das ist mein Masterplan für Solingen“. Er appellierte an die Unternehmer, sich nicht zurückzulehnen und Dinge zu fordern, sondern in Netzwerken zu diskutieren und sich auszutauschen. Das motiviere und sorge für die besten Ideen. „Wir brauchen mutige und selbstbewusste Menschen, die auch mal etwas Verrücktes tun“, so Kurzbach.

IHK-Empfang im Alten Bahnhof

IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier
IHK-Empfang im Alten Bahnhof.
IHK-Empfang im Alten Bahnhof. © Christian Beier

So jemand stand passenderweise auch auf der Bühne: Mirko Novakovic, erfolgreich mit den Start-ups Codecentric und Instana, entwirft derzeit die Arbeitswelt von morgen an der Prinzenstraße – ehemals Flora Frey – inklusive Gastronomie und hat die Ohligser Festhalle erworben. Sie geht in eine Stiftung, um den Bürgern erhalten zu bleiben. „Es ist Geld vorhanden in der Stadt. Und das müssen wir auch in der Stadt und für die Stadt ans Arbeiten bringen“, so Novakovic.

IHK-Vizepräsident fordert Mut, Flexibilität und Veränderungsbereitschaft

Im Start-up-Bereich würden Hunderte Millionen Euro investiert, um etwas Neues zu schaffen – das könne die öffentliche Hand nur bedingt, und schon gar nicht mit ausgeglichenem Haushalt. Er forderte die anwesenden Unternehmer auf, Kapital zusammenzubringen und Projekte anzugehen. „Das kann ja auch hochrentabel sein. Ich rede nicht über Spendenquittungen.“

Das kann ja auch hochrentabel sein. Ich rede nicht über Spendenquittungen.

Mirko Novakovic

Mut, Flexibilität und Veränderungsbereitschaft forderte IHK-Vizepräsident Jan Peter Coblenz in Bezug auf die Firmen selbst. „Es gibt Unternehmer, die machen seit 100 Jahren Schrauben. Mit der Digitalisierung wollen sie warten, bis die nächste Generation übernimmt. Dann ist es zu spät“, erklärte er. Der Mittelstand müsse an die Hand genommen werden, etwa durch Patenschaftslösungen. „Wir müssen die Angst vor der Digitalisierung nehmen. Und den Mut haben, auch Dinge zu ändern, die 50 Jahre gut gegangen sind.“

Auf dem Speiseplan: eine Reise durch Frankreich, Italien, Spanien, Österreich und Deutschland.

Eine solche Veränderung hat die IHK angestoßen durch die Idee, die Viehbachtalstraße auf zwei Spuren zu reduzieren, Radverkehr zu ermöglichen und die Stadtautobahn, die dann keine mehr wäre, an viele Wohn- und Gewerbegebiete anzubinden. „Das Thema Nachhaltigkeit ist eine Lawine, die auf uns zurollt“, betonte BIA-Geschäftsführer Jörg Püttbach. „Hat jede Firma einen Fahrplan zur Klimaneutralität?“, fragte er in die Runde.

Stadt soll gute Bedingungen für gesunde Unternehmen schaffen

Es ging aber auch um die Gegenwart. Zu Beginn der Diskussion hatte Püttbach eine ganzheitliche Strategie angemahnt, um Firmen zu halten und weitere anzusiedeln. „Gesunde Unternehmen zahlen Gewerbesteuer, stellen Menschen ein, die Einkommensteuer zahlen und verkaufen steuerpflichtige Produkte. Viele wissen gar nicht, wie viel von gesunden Unternehmen abhängt.“ Für diese müsse die Stadt gute Bedingungen schaffen.

Diskutiert wurde am Dienstagabend in der ehemaligen Schalterhalle im Alten Bahnhof, danach ging es nach nebenan ins Restaurant Steinhaus, ins Foyer und auf die frühere Fahrgastbrücke – zum Essen und zum Netzwerken.

Lob gab es für Tim Kurzbachs Herzensprojekt einer Hochschule am Standort Solingen. Die EUFH – die neuerdings CBS heißt – sei ein wichtiger Schritt gegen den Fachkräftemangel. Henner Pasch berichtete von 30 bis 40 Prozent weniger Ingenieurs-Studenten an der Bergischen Uni. Chancen auf Fachkräfte hätten die Solinger Firmen daher nur, „wenn diese Menschen hier auch ein lebenswertes Umfeld und bezahlbaren Wohnraum finden“, betonte Jan Peter Coblenz.

OB Kurzbach nutzte sein Schlusswort für ein ganz anderes Thema: Ihn sorge der wachsende Antisemitismus, sagte er am Jahrestag der Novemberpogrome. „Wir haben hier heute wichtige Themen besprochen. Aber wir dürfen auch nie vergessen, was 1938 passiert ist. Und wir müssen handeln – und zwar bevor wir wieder eine Mahnwache brauchen.“

Meinung von Björn Boch

bjoern.boch@ solinger-tageblatt.de

Nicht wenige hatten sich von Henner Pasch als neuem IHK-Präsidenten Veränderung gewünscht. Und der liefert prompt, indem er, kein halbes Jahr im Amt, die Forderung nach einem A-3-Anschluss abräumt. Natürlich nicht im Alleingang – und symbolträchtig als Vorschlag während einer Gruppendiskussion. Klar, kaum jemand hat noch daran geglaubt, dass diese Maßnahme umgesetzt wird. Wäre das wie geplant vor Jahrzehnten geschehen, es hätte der Stadt und der Wirtschaft viel Ärger erspart. Heute wirken die Pläne aber anachronistisch.

Und auch wenn Paschs Idee nicht komplett neu ist – die Aussage „Radverkehr statt Autobahnanschluss“ ist ein so starkes wie deutliches Zeichen der Kammer. Henner Pasch, erst 41 Jahre alt, verkörpert die Zukunft der Solinger Unternehmerschaft und will mit seinem Netzwerk, gewachsen bei den Wirtschaftsjunioren, viel bewegen. Auffällig ist auch, wie häufig die IHK derzeit das Instrument der Blitzumfrage bei den Mitgliedern einsetzt. So hat sie erfahren, dass die Firmen im Bergischen keinen großen Wert auf einen Ausbau der A 3 legen – und war vielleicht selbst ein wenig überrascht.

Der Umbau der Gesellschaft, der notwendig ist für Klimaneutralität, geht nur mit, nicht gegen die Unternehmen. Wenn einer wie Henner Pasch dann noch vorangeht: Um so besser!

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Tötungsdelikt: Spur führt nach Solingen
Tötungsdelikt: Spur führt nach Solingen
Tötungsdelikt: Spur führt nach Solingen
Zwei Verletzte nach Zusammenstoß
Zwei Verletzte nach Zusammenstoß
Zwei Verletzte nach Zusammenstoß
So ist aktuell die Lage auf den Intensivstationen in Solingen
So ist aktuell die Lage auf den Intensivstationen in Solingen
So ist aktuell die Lage auf den Intensivstationen in Solingen
Jens Merten über Corona und Schule: „Wir haben noch immer keine Strategie“
Jens Merten über Corona und Schule: „Wir haben noch immer keine Strategie“
Jens Merten über Corona und Schule: „Wir haben noch immer keine Strategie“

Kommentare