Solidarität mit Ukraine / Angst vor Atomwaffen spürbar

Für Frieden - gegen Krieg: Hunderte Solinger kommen zur Demo

„Für Frieden. Gegen Krieg“ – unter diesem Motto versammelten sich laut Polizei mehr als 500 Menschen vor dem Solinger Rathaus.
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„Für Frieden. Gegen Krieg“ – unter diesem Motto versammelten sich laut Polizei mehr als 500 Menschen vor dem Solinger Rathaus.

Vor dem Rathaus kamen am Sonntag annähernd 500 Menschen zusammen, um ein Zeichen gegen den Angriffskrieg Russlands in der Ukraine zu setzen. Reden gab es unter anderem von dem Solinger Landtagsabgeordneten Josef Neumann sowie Oberbürgermeister Tim Kurzbach (beide SPD).

Von Björn Boch und Moritz Jonas

Solingen. Mehr als 500 Menschen haben sich am Sonntagabend laut Polizeiangaben vor dem Solinger Rathaus versammelt, um gegen Wladimir Putins Krieg zu demonstrieren und ein Zeichen der Solidarität mit der Ukraine zu setzen. Auch einige der rund 600 in Solingen lebenden Ukrainerinnen und Ukrainer waren gekommen – am Rathaus hatte Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) die blau-gelbe Flagge ihrer Nation hissen lassen, direkt neben der Flagge der „Bürgermeister für den Frieden“.

Der SPD-Abgeordnete und gebürtige Pole Josef Neumann hielt eine so kämpferische wie emotionale Rede.

Die Bürgermeister-Initiative war 1982 unter anderem mit dem Ziel einer atomwaffenfreien Welt gegründet worden: „Wie sehr sich doch Geschichte auf tragische Weise wiederholt“, sagte Kurzbach. Während vieler Reden brandete immer wieder Applaus auf. Für einige Augenblicke komplett still wurde es, als Kurzbach darüber sprach, dass Putin seine Atomstreitkräfte in Alarmbereitschaft versetzt habe.

Rednerinnen und Redner von Parteien, Gewerkschaften und Kirchen warben auf dem Walter-Scheel-Platz für den Frieden, verurteilten den Krieg und Putins Angriff auf die Ukraine – einige waren aber nur schwer zu verstehen, es gab lediglich ein Megafon, die Zuhörer riefen immer wieder „lauter, lauter“.

„Was für eine Schande!“

Josef Neumann (SPD) über Putins Behauptung, die Ukraine zu entnazifizieren

In einigen Reden wurde betont, dass es ein anderes Russland abseits von Putin gebe. Viele lobten die Demonstranten, die in Russland selbst gegen den Krieg auf die Straße gehen – mit dem Risiko, verhaftet zu werden. Großen Applaus erhielt OB Kurzbach für ein Versprechen: „Wir werden ein sicherer Hafen sein für alle Flüchtlinge. Wir haben das schon einmal geschafft und werden es wieder schaffen.“

Zuvor hatte der SPD-Landtagsabgeordnete Josef Neumann, stellvertretender Vorsitzender der Parlamentariergruppe NRW-Polen-Mittelosteuropa, Putins „Angst vor dem Bazillus der Demokratie“ thematisiert. In einer kämpferischen Rede kritisierte er zudem Putins Behauptung, die Ukraine „entnazifizieren“ zu wollen – in Bezug auf ein Land, das einst als Teil der Sowjetunion von den Nazis überfallen worden war und dessen Präsident Wolodymyr Selenskyj Jude ist. „Was für eine Schande!“, rief Neumann.

Mehr als 500 Teilnehmer bei Friedenskundgebung

Die Solinger SPD hatte zu einer Friedenskundgebung eingeladen.
Die Solinger SPD hatte zu einer Friedenskundgebung eingeladen. © Michael Schütz
Die Solinger SPD hatte zu einer Friedenskundgebung eingeladen.
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Die Solinger SPD hatte zu einer Friedenskundgebung eingeladen.
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Die Solinger SPD hatte zu einer Friedenskundgebung eingeladen.
Die Solinger SPD hatte zu einer Friedenskundgebung eingeladen. © Michael Schütz
Die Solinger SPD hatte zu einer Friedenskundgebung eingeladen.
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Die Solinger SPD hatte zu einer Friedenskundgebung eingeladen.
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Die Solinger SPD hatte zu einer Friedenskundgebung eingeladen.
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Die Solinger SPD hatte zu einer Friedenskundgebung eingeladen.
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Die Solinger SPD hatte zu einer Friedenskundgebung eingeladen.
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Die Solinger SPD hatte zu einer Friedenskundgebung eingeladen.
Die Solinger SPD hatte zu einer Friedenskundgebung eingeladen. © Michael Schütz
Die Solinger SPD hatte zu einer Friedenskundgebung eingeladen.
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Die Solinger SPD hatte zu einer Friedenskundgebung eingeladen.
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Die Solinger SPD hatte zu einer Friedenskundgebung eingeladen.
Die Solinger SPD hatte zu einer Friedenskundgebung eingeladen. © Michael Schütz
Die Solinger SPD hatte zu einer Friedenskundgebung eingeladen.
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Die Solinger SPD hatte zu einer Friedenskundgebung eingeladen.
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Die Solinger SPD hatte zu einer Friedenskundgebung eingeladen.
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Die Solinger SPD hatte zu einer Friedenskundgebung eingeladen.
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Die Solinger SPD hatte zu einer Friedenskundgebung eingeladen.
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Die Solinger SPD hatte zu einer Friedenskundgebung eingeladen.
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Die Solinger SPD hatte zu einer Friedenskundgebung eingeladen.
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Die Solinger SPD hatte zu einer Friedenskundgebung eingeladen.
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Die Solinger SPD hatte zu einer Friedenskundgebung eingeladen.
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Die Solinger SPD hatte zu einer Friedenskundgebung eingeladen.
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Die Solinger SPD hatte zu einer Friedenskundgebung eingeladen.
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Die Solinger SPD hatte zu einer Friedenskundgebung eingeladen.
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Die Solinger SPD hatte zu einer Friedenskundgebung eingeladen.
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Die Solinger SPD hatte zu einer Friedenskundgebung eingeladen.
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Die Solinger SPD hatte zu einer Friedenskundgebung eingeladen.
Die Solinger SPD hatte zu einer Friedenskundgebung eingeladen. © Michael Schütz

Unter den Zuhörern waren Leonid Goldberg, Vorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde, und Superintendentin Dr. Ilka Werner. Der katholische Pfarrer Meinrad Funke forderte in seiner Rede die Teilnehmer und alle Menschen auf, „laut vernehmbare Stimmen gegen Gewalt und Unrecht“ zu sein.

Solingens Erster Bürgermeister Thilo Schnor (Grüne) sprach von der „realen Gefahr eines Dritten Weltkriegs“, die europäische Sicherheitspolitik liege in Trümmern. Solingens CDU-Chef Sebastian Haug sah „mehr als einen Bruch des Völkerrechts, sondern einen Angriff auf Demokratie und die Freiheit selbst“. Auch er betonte: „Russland ist nicht Putin.“

Die Vorfahren von Anna (l.) und Daria Dinger stammen aus der Ukraine. Die Schwestern sorgen sich um ihre Familie in Lwiw.

Die Vorfahren der Schwestern Anna und Daria Dinger stammen aus der Ukraine. Beide haben Familie in Lwiw und Kiew, berichtete Anna Dinger, eingehüllt in die Fahne der Ukraine. Am Morgen noch hätten die Schwestern Kontakt zu ihrer Großmutter in Lwiw gehabt, der es trotz der Umstände gut gehe. Beide hoffen auf ein baldiges Ende des Krieges, es sei ihnen ein Anliegen gewesen, bei der Demo dabei zu sein und ein Zeichen zu setzen. Beide versicherten, dass die Solidaritätsbekundungen bei den Menschen in ihrer Heimat ankommen und Kraft spenden. „Es geht uns alle etwas an, deshalb sollten wir uns mit allen Ukrainern solidarisch zeigen“, erklärte, stellvertretend für viele, Demo-Teilnehmerin Vera Decker.

Standpunkt: Das ist eine Diktatur

Von Björn Boch

bjoern.boch@solinger-tageblatt.de

Viel haben der Krieg in der Ukraine und die Corona-Krise nicht gemeinsam – abgesehen davon, dass einige Schlagwörter erstaunlich gut zu beiden passen, etwa „Solidarität“. Impfen ist ein solidarischer Akt, genau wie die Teilnahme an einer Demonstration wie am Sonntag vor dem Rathaus.

In den vergangenen Wochen waren Kundgebungen dort meist von Gegnern der Impfpflicht und der Corona-Maßnahmen veranstaltet worden, bis das angeblich aufgrund der Auflagen nicht mehr möglich war. Am Sonntag zeigten die Teilnehmer, wie es doch geht. Bei den Coronademos war zuvor von „menschenverachtenden“ Maßnahmen gesprochen worden – gemeint war die Maskenpflicht – und von „Corona-Diktatur“. Was schon damals eine völlig haltlose Behauptung war, ist nun unerträglich geworden.

Denn während in Deutschland jederzeit friedlich demonstriert werden darf – begleitet von einer freien Presse, beschützt von der Polizei –, müssen alle, die in Russland auf die Straße gehen, ihre Verhaftung fürchten. Berichtet wird über die Demos gegen Putin in russischen Medien nicht – oder es wird gelogen. Das ist eine Diktatur.

Auch interessant: Solinger wollen Solidarität zeigen - Kundgebung am Sonntag vor dem Rathaus

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