Trotz Leinenpflicht

Hund reißt Schaf auf Grundstück am Klingenpfad

Diese Tiere auf einem Grundstück am Eipass konnten sich in Sicherheit bringen. Ein kleines Lamm hatte nicht so viel Glück. Foto: Michael Schütz
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Diese Tiere auf einem Grundstück am Eipass konnten sich in Sicherheit bringen. Ein kleines Lamm hatte nicht so viel Glück.

Das Tier lief frei herum. Stadt erinnert Halter an die Leinenpflicht.

  • Obwohl wegen der Brut- und Setzzeit noch bis zum 15. Juni die Leinenpflicht gilt, lief der Hund frei herum.
  • Die Besitzer der Lämmer entschieden sich gegen eine Anzeige, wollten aber auf das Problem im Ittertal aufmerksam machen.
  • Immer wieder kommt es zu Situationen, in denen Hunde durch ihren Jagdtrieb Schafe gefährden.

Von Kristin Dowe

Solingen. Am Ostersonntag hat nach Angaben von ST-Leserin Lara Schneider ein freilaufender Hund ein Schaf beim Spazierengehen gerissen. Am Eipass, in der Nähe des Klingenpfades, sei das Tier über einen das Grundstück umgebenden Zaun gesprungen und habe mehrere dort weidende Schafe attackiert. Eines der Tiere habe der Hund in die Hinterläufe gebissen, so dass es später seinen Verletzungen erlag, so die Schilderung der Solingerin. „Das Lamm war gerade mal sechs Wochen alt“, berichtet die 23-Jährige traurig. Ihr Vater und ein Freund der Familie hätten vergeblich versucht, den Hund von den Schafen abzubringen und vom Grundstück zu vertreiben – für das Lamm gab es keine Rettung mehr.

Solingen: Das Muttertier flüchtete panisch in die Itter

„Die Tiere haben völlig panisch reagiert, das Muttertier ist vor lauter Schreck sogar in die Itter gelaufen.“ Zwar sei es ihrem Vater noch gelungen, dieses wohlbehalten wieder ins Trockene zu bringen, doch schmerze die Familie der Verlust des Lamms sehr. „Wir schlachten die Schafe nicht und halten sie nur als Haustiere. Wir hängen sehr an ihnen“, macht Lara Schneider deutlich. Auch die anderen Schafe seien nach dem Vorfall spürbar verstört gewesen.

Die Besitzerin habe sich bei der Familie entschuldigt, die ihrerseits auf eine Strafanzeige verzichtet habe. Dennoch ist es Schneider wichtig, an die Einsicht der Hundebesitzer zu appellieren: „Leider war es nicht das erste Mal, dass freilaufende Hunde auf dem Klingenpfad uns Probleme bereitet haben. Früher waren hier viele Rehe zu sehen – durch die vielen Hunde, die hier ohne Leine unterwegs sind, sind sie verschwunden.“

Dabei gilt vielerorts für Hunde die Leinenpflicht – ein Merkblatt dazu hatte die Stadt vor einigen Wochen mit den Hundesteuerbescheiden verschickt. Dort heißt es, die Pflicht gelte etwa in „der Allgemeinheit zugänglichen, umfriedeten Park-, Garten- und Grünanlagen, auf Kinderspielplätzen, in Fußgängerzonen, auf Einkaufsstraßen sowie öffentlichen Gebäuden, Schulen und Kindergärten“. Während der Brut- und Setzzeit, die vom 15. März bis zum 15. Juni dauert, müssen Hunde in Landschaftsschutzgebieten angeleint werden, in Naturschutzgebieten gilt dies grundsätzlich.

Die Möglichkeit, sein Tier frei laufen zu lassen, gebe es für Hundebesitzer dennoch, ergänzt Rathaussprecherin Sabine Rische: „Eine Freilauffläche befindet sich im Bärenloch.“ Zahlen, wie viele Verstöße gegen die Leinenpflicht das Ordnungsamt in den vergangenen Wochen registriert hat, konnte die Stadt am Dienstag aufgrund personeller Engpässe durch die Corona-Lage nicht nennen.

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