Kunstausstellung

Hommage an Ruth und Jan Boomers

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Galerist Dirk Balke (r.) setzte die Ausstellung zum Schaffen von Ruth und Jan Boomers in der Galerie Art Eck um – tatkräftig unterstützt wurde er dabei von deren Sohn Dr. Jan Boomers (l.).

Premiere: Galerist Dirk Balke widmet Solinger Künstlerpaar ab Freitag, 14. Januar, eine gemeinsame Ausstellung.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Galerist Dirk Balke hat die Bilder und Fotos im Art Eck in Gräfrath sorgfältig gehängt. Aquarelle hier, Drucke dort, Ölgemälde an einer Extra-Wand und die Fotografien aus vielen gemeinsamen Schaffensjahren von Ruth und Jan Boomers als Blickachse dazwischen.

Erstmalig eine Ausstellung zu konzipieren, die nicht nur den bekannten, 1999 verstorbenen Maler Jan Boomers in den Fokus nimmt, sondern zu gleichen Teilen dessen Frau Ruth, habe ihm Freude gemacht sagt Balke. „Eigentlich war ja nach längerer Pause eine erneute Erinnerung an Jan Boomers geplant“, erklärt er. Aber mit dem Tod von Ruth Boomers Ende November 2021 sei klar gewesen: „So, wie gedacht, ist das Ganze jetzt nicht mehr stimmig, da muss Ruth mit hinein.“

Meine Mutter stand zu Lebzeiten im Schatten meines Vaters.

Dr. Jan Boomers

In enger Absprache mit Dr. Jan Boomers, der das Werk seiner Eltern stets hochhielt und dafür sorgt, dass das künstlerische Schaffen beider in Solingen präsent bleibt, entwickelte Balke ein neues Ausstellungskonzept. „Eines, das nun Ruth auf Augenhöhe an die Seite ihres Mannes stellt.“ Schließlich habe sie immer mitgearbeitet. „Meine Mutter hat sich nicht als Künstlerin gesehen, aber sie war immer hochinteressiert“, erläutert Dr. Jan Boomers, der aus dem großen Fundus an Boomers-Material das herausgesucht hat, was für die „Erinnerungen“ am aussagekräftigsten erschien.

Die Radierung ist eine Gemeinschaftsarbeit des Ehepaars.

„Sie war kunstneugierig, wissenshungrig und aufgeschlossen und hat auch gerne selbst Techniken ausprobiert und gemalt, gezeichnet oder gedruckt“. Als Natur- und Gartenliebhaberin hat sie zarte und fröhliche Aquarelle geschaffen. Gemeinsam mit ihrem Mann habe sie beispielsweise Seminare und Kurse, etwa übers Drucken gegeben – auch über Solingens Stadtgrenzen hinaus, etwa im Berliner Schloss Glienecke. Denn jungen Menschen Kunst- Blick zu vermitteln, sei beiden enorm wichtig gewesen.

Auch zu einer kuriosen Gemeinschaftsarbeit sei es gekommen: „Mein Vater hat die Platte gezeichnet und geätzt, meine Mutter koloriert und gedruckt“, erzählt Boomers, der als Sohn natürlich vielfach nah dran am Geschehen war und zu dem einen oder anderen Werk eine Anekdote erzählen oder mehr Hintergrundwissen liefern kann, als sich dem Betrachter sonst erschließen würde. So sei das Bild „Blumen aus einer anderen Welt“, das im Schaufenster der Galerie hänge, eine Hommage an ihre Leidenschaft für spezielle Science-Fiction-Geschichten.

Nach dem Tod von Ruth Boomers haben Kunstfreunde nun erstmals Gelegenheit, zeitgleich beide Teile des Boomers-Tandems in den Blick zu nehmen. Beide kommen gleichauf vor mit ihren Arbeiten. Ausdrucksstarke, großformatige Ölgemälde von Jan Boomers, kleinere Drucke von Ruth Boomers. Dazwischen Fotos aus verschiedenen Jahrzehnten: Schnappschüsse, entstanden bei Seminaren oder Ausstellungen. „Die beiden waren ein Team“, sagt Jan Boomers Junior nachdrücklich.

Dennoch habe seine Mutter zu Lebzeiten immer im Schatten seines Vaters gestanden, der sich mit Kindermalfest oder öffentlichen Projekten, die er mit Kindern umgesetzt hat – wie die Tunnelmännchen in der früheren Unterführung am Theater –, einen Namen gemacht habe. Ruth Boomers’ eigene Stärke trat erst nach seinem plötzlichen Tod in die Öffentlichkeit, als sie viele seine Projekte übernahm. Die Auktion „Kunst für Jinotega“ etwa oder – vielleicht das beste Beispiel – die Weiterführung der Galerie Art Eck.

„Ich bin einer ihrer Zöglinge“, erinnert sich Dirk Balke, ihr Nachfolger, in ebenjener Galerie. „Sie hat, ebenso wie ihr Mann, Nachwuchskünstlern immer Chancen gegeben, und so habe auch ich hier mehrfach ausgestellt. Irgendwann nach Jahren kam dann die Anfrage, ob ich das Ganze übernehmen wolle.“ Seine positive Antwort kam von Herzen, denn er war immer schon ein Fan dieses Ortes. „Lange vor den Güterhallen hatte Jan Boomers gemeinsam mit seiner Frau diese Galerie aufgebaut, um Kunst in Solingen einen festen Ort zu geben, selbst auszustellen und eben junge Kollegen zu fördern. Damit zeigte er durchaus Pionier- Geist.“

Ausstellung

Öffnungszeiten: Galerie Art Eck, Küllersberg 1, freitags, 14 bis 19 Uhr, samstags 10 bis 14 Uhr und nach Vereinbarung: Tel. 01 73/ 5 14 99 95.

Erinnerungen: Zur morgigen Eröffnung zeigt die Galerie auf Youtube ein Gespräch mit Dr. Jan Boomers, der die „Erinnerungen“ an seine Eltern Ruth und Jan Boomers erläutern wird. Abzurufen ab Freitag, 0 Uhr:
www.dirkbalke.com

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