Wirtschaftsförderungsgesellschaft

BSW holt 25 Millionen Euro in die Region

Stephan A. Vogelskamp und Uta Schneider zogen als Geschäftsführer der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft eine gemischte Bilanz. Bei den Zukunftsthemen sei man gut auf dem Weg, aber die Corona-Pandemie belaste die Wirtschaft, besonders den Tourismus. Foto: Michael Schütz
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Stephan A. Vogelskamp und Uta Schneider zogen als Geschäftsführer der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft eine gemischte Bilanz. Bei den Zukunftsthemen sei man gut auf dem Weg, aber die Corona-Pandemie belaste die Wirtschaft, besonders den Tourismus.

Schwierige Zeiten für Maschinenbau, Tourismus und Automobilbranche.

Von Philipp Müller

Solingen. Für die Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (BSW) der drei großen bergischen Städte war 2020 kein leichtes Jahr. Die Corona-Pandemie raubte der BSW vor allem die Kongresse, Workshops und Messen. Trotzdem betreut die Gesellschaft weiterhin Projekte im bergischen Städtedreieck mit einem Gesamtvolumen von 25 Millionen Euro an Fördergeld.

Bei der Bilanzpressekonferenz erklärte Geschäftsführerin Uta Schneider: „Wir holen das Geld in die Region, das ist unser Job.“ Ihr Kollege, Geschäftsführer Stephan A. Vogelskamp, betonte: „Das sind große Strukturen, die da bewegt werden.“ Er zählte zu Beginn den Bereich Automotive auf. Die BSW versteht sich als Partner der Automobil-Zuliefererbranche.

Das sei stark mit Wirtschaftskontakten nach China verknüpft. Er selbst sei schon im chinesischen Wuhan gewesen, wo die Pandemie ausbrach. Schnell habe sich gezeigt, das werde ein globales und damit auch bergisches Problem. „Die Einschläge in den Auftragsbüchern spüren wir heute noch.“ Trotzdem habe man an der Strategie festgehalten, die 2019 gestartete Analyse zum Gefährdungs- und Chancenpotenzial der Branche weiterzuführen – jetzt aber unter dem Aspekt der Corona-Auswirkungen. Ergebnisse will die BSW zu Jahresbeginn 2021 vorstellen.

Zugleich arbeite die Gesellschaft weiter an der Entwicklung der Zukunft, erklärte Vogelskamp. Viele Gespräche liefen heute auf digitalen Kanälen. Die 34 Teil- und Vollzeitkräfte seien in Projekte wie „Grüner Wirtschaftsdialog“ eingebunden. Fragen der auf künstlicher Intelligenz (KI) beruhenden Mobilitätssteuerung seien Thema bei der BSW unter dem Stichwort „Camo NRW“. Dabei kooperiere die BSW auch mit der Bergischen Uni in Wuppertal.

„Im Maschinenbau gingen mit dem Pandemie-Beginn die Aufträge rapide zurück.“
Stephan A. Vogelskamp, BSW

Vogelskamp führte als Erfolg der BSW auch das Maschinenbau-Netzwerk im Bergischen Land an. 21 Unternehmen diene die Plattform zum Austausch. Ein Schwerpunkt: Zukunftsthemen aus den Bereichen der Digitalisierung. Die Lage der Branche ist derzeit allerdings schwierig: „Im Maschinenbau gingen mit dem Pandemie-Beginn die Aufträge rapide zurück.“

Wohin ein Teil der 25 Millionen Euro Fördergeld fließt, die von Land, Bund und der EU kommen, erläuterte Uta Schneider am Beispiel des Programms „Urbane Produktion“ aus dem Bereich der Strukturförderung. Sieben neue Ansätze für stadtnahes Wirtschaften mit 14 Partnern werden ausprobiert. In Solingen gehört die „Gläserne Werkstatt“ dazu, die im Leerstand von Appelrath-Cüpper an der Hauptstraße errichtet wird. In dem Projekt „ToolLab“, das auch einen Ansatz beruflicher Bildung beinhaltet, soll in Remscheid ein außerschulischer Lernort entstehen. Das werde ein Experimentier- und Erlebnisort, an dem junge Menschen an die moderne Seite des Handwerks herangeführt werden, erklärte Schneider. Für Wuppertal zählte sie eine Idee auf, die am Arrenberg umgesetzt werden soll: Wie werden künftig Lebensmittel im geschlossenen Kreislauf hergestellt?

Stark gelitten hat der Tourismus. Zwar habe man Werbung mittels Broschüren gemacht. Doch die Alltagsarbeit bestehe jetzt darin, den Unternehmen Wege zu den Hilfsprogrammen aufzuzeigen, sagte Schneider. 

Gesellschaft

Struktur: Folgende Gesellschafter tragen die BSW als Anteilseigner der GmbH: die Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal, die drei Stadtsparkassen sowie die Bergische IHK Wuppertal-Solingen-Remscheid.

Aufgaben: Die BSW organisiert regionale Projekte sowie die Zusammenarbeit im Bergischen Städtedreieck und stößt dazu Konzepte an. Dies in drei Feldern: Wirtschaftsförderung, Strukturentwicklung und Tourismus.

Standpunkt: Projekte für die Zukunft

Von Philipp Müller

Tüfteln und ausprobieren, wie sich die Wirtschaft in der Zukunft entwickeln kann: Das ist die spannende Aufgabe der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (BSW). Das macht sie auch mit dem Blick auf die Infrastruktur des Verkehrs und die Mobilität unter den Vorzeichen des autonomen Fahrens.

philipp.mueller@solinger-tageblatt.de

Die BSW hat zudem den weichen Standortfaktor Tourismus im Blick. Bei der Bilanz, die die Geschäftsführer Stephan A. Vogelskamp und Uta Schneider zogen, fielen zwei Dinge auf: Mit der Corona-Pandemie fällt das Trommeln für die Ideen schwer, zugleich gilt es, die geplagten Unternehmen bei der Stange zu halten. Ob das gelingt, zeigt sich erst wieder im Normalbetrieb. 

Die zweite Sache ist, dass die Projekte zum Erfolg verdammt sind. Denn fällt die Förderung weg, müssen sich die auf Dauer angelegten Ideen in der wirtschaftlichen Realität beweisen. Da sind wir bergisch zuversichtlich: Was man nicht ausprobiert, weiß man nicht. 

Im Frühjahr ist Knut Reiter mit seiner Firma K-Bass von Burscheid nach Solingen gezogen. Das Ziel war klar: In der Großstadt sollte sein Geschäft zusätzliche Fahrt aufnehmen.

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