Prozess

Hohe Strafen nach Raub unter Bekannten

Hohe Strafen nach Raub unter Bekannten
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Hohe Strafen nach Raub unter Bekannten

Tat soll aus Rache geschehen sein.

Von Dirk Lotze

Solingen. Nach einem Raub unter Bekannten mit vorgehaltenem 25-Zentimeter-Messer in einer Innenstadt-Wohnung müssen zwei Angeklagte in Haft. Das Landgericht in Wuppertal verurteilte einen 31 Jahre alten Mann zu fünf Jahren und acht Monaten Freiheitsstrafe. Er ist drogenkrank und wird in eine Entzugsklinik eingewiesen. Sein 18-jähriger Mitangeklagter ist Sohn einer früheren Lebensgefährtin und soll für dieselbe Tat zwei Jahre und sechs Monate Jugendstrafe zur nachträglichen Erziehung verbüßen. Bewährung gibt es für beide wegen der Höhe der Strafen nicht.

Der Überfall soll Rache für einen früheren Zwischenfall gewesen sein, bei dem der 18-Jährige verletzt worden sein soll und bei dem das heute 20 Jahre alte Raubopfer Beschuldigter ist. In der vorläufigen mündlichen Urteilsbegründung kommentierte der Vorsitzende: „Ich bin entsetzt, dass die Angeklagten ihre Chance nicht genutzt haben und kein Geständnis abgelegt haben, das diesen Namen verdient hätte.“

Laut Urteil suchten die beiden Angeklagten den jetzigen Geschädigten am Morgen des 2. Juni 2020 auf. Ein Mitbewohner habe sie eingelassen, der 20-Jährige sei da aufgewacht. Vor den Richterinnen und Richtern sagte der Geschädigte aus: „Sie kamen in mein Zimmer mit Messern und sagten, sie würden jetzt Sachen mitnehmen.“ Er habe im Bett gelegen, die Angreifer hätten sich in seinem Zimmer umgetan und einer habe ihm zeitweise ein Messer vorgehalten. Er berichtete: „Die haben dann angefangen, meinen Schrank auszuräumen.“ Die Beute habe aus Markenkleidung und Sportschuhen für mehrere hundert Euro bestanden.

Angeklagter gibt zu, am Tatort gewesen zu sein

Anders als andere Raubopfer beschrieb der 20-Jährige nur geringe Folgen des Überfalls. Er sei einmal beim Arzt gewesen. Er fasste zusammen: „Ich bin eine Menge Sachen los geworden.“ Zur Anzeige habe ihn ein Angehöriger gedrängt.

Die Angeklagten haben zugegeben, am Tatort gewesen zu sein. Sie hätten die bestehenden Probleme „klären“ wollen. Sie wiesen sich jeweils gegenseitig die Schuld als treibende Kraft des Überfalls zu. Beide Versionen unterschieden sich wesentlich von der Aussage des Geschädigten. „Ich höre mir ungern so einen Mist an. Ich hatte erwartet, dass eine Geschichte von den Angeklagten kommt, mit der man arbeiten kann“, so der Vorsitzende. Das Teilgeständnis hingegen sei nahezu wertlos. In das Urteil hat das Gericht eine frühere Geldstrafe eingerechnet. Der 18-Jährige ist vorbestraft wegen Diebstahls, Gewalt und Drogenverstößen. Beide können das Urteil noch angreifen. Der Strafprozess gegen den Geschädigten wegen des früheren mutmaßlichen Geschehens soll in einigen Tagen folgen.

Ein Jahr ist die schreckliche Tat an der Hasseldelle nun her: Ein Jahr danach bleibt die Frage nach dem Warum.

Drogenfund: Solinger kommt mit Bewährung davon.

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