Verkehr

Höhscheider wünschen sich mehr Radwege und Warnschilder

Mehr Radwege, Markierungen und Warnschilder könnten das Problem lösen. Doch allein mehr Geld für Radwege werde die Situation nicht unbedingt entschärfen, sagt Ernst Lauterjung (SPD).
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Mehr Radwege, Markierungen und Warnschilder könnten das Problem lösen. Doch allein mehr Geld für Radwege werde die Situation nicht unbedingt entschärfen, sagt Ernst Lauterjung (SPD).

Online-Dialog: SPD, Grüne und Linke wollen dem Stadtteil aufs Fahrrad helfen

Von Susan Jörges

Solingen. Fünf Höhen und fünf Täler gibt es in Höhscheid, die das Radfahren zu einer anstrengenden Angelegenheit werden lassen. Hinzu kommen viel befahrene Straßen wie die B 229 und wenig Fahrradwege. Die SPD in Höhscheid will Letzteres ändern. Nun trafen sich Engagierte der Sozialdemokraten, der Grünen und Linken sowie Bürger bei einer Onlineveranstaltung, um erste Ideen für ein Fahrradkonzept zu entwickeln. Die Veranstaltung war der Startschuss für die Planung eines integrierten Stadtteilkonzeptes unter dem Motto „Höhscheid macht sich. . .“. Wenige bis keine Fahrradwege, dicht befahrene und zugeparkte Straßen und kaum Ausweichstrecken, um für alltägliche Wege sicher das Rad zu nutzen: Die Unzufriedenheit ist groß. Die Neuenhofer Straße, Katternberger Straße oder die Platzhofstraße sind ein Paradebeispiel für die Problematiken.

Viele Höhscheider diskutierten online über die Fahrradfreundlichkeit in ihrem Stadtteil. Sie sehen Verbesserungsbedarf.

Viele Höhscheider haben Angst vor Zusammenstößen mit Pkw, wurde bei dem Treffen deutlich. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) bewertete in einer Studie die Fahrradfreundlichkeit in Solingen mit der Schulnote 4,45. Die Klingenstadt landete damit auf Platz 36 von 41 bundesweit befragten Kommunen mit ähnlich vielen Einwohnern. Auch Autofahrer fürchten sich vor weiteren Verkehrsteilnehmern: „Auf vielen Straßen gibt es schlichtweg keinen Platz für einen zusätzlichen Radweg“, sagte Kornelia Rennert, die fast täglich mit dem Auto die Neuenhauser Straße entlangfährt.

Die Klingenstadt kann zwar nicht mit Berlin, Kopenhagen oder Amsterdam konkurrieren, wo das Radfahren eine Selbstverständlichkeit sei, findet Matthias Gölitz, der seit mehreren Jahren die vernetzte Mobilität stärken und mehr Bewusstsein für Radfahren schaffen möchte. Doch wie viel Platz und Respekt Radfahrern im Straßenverkehr eingeräumt wird, sei „eine Frage der Wahrnehmung und Priorität“.

Die Fahrräder, die man bräuchte, um die Höhenrücken zu bestreiten, gibt es bereits. Im Fahrradfachgeschäft Legewie steigt die Nachfrage nach hochwertigen Rädern Jahr für Jahr, ganz besonders in der Pandemie, berichtete Legewie-Mitarbeiterin Heike Heip. Viele Kunden entscheiden sich für ein E-Bike, um alltägliche Wege entspannt zurücklegen zu können.

Ideen für Verbesserungen gibt es viele: Mehr Warnschilder, Markierungen, Einbahnstraßen und Alternativwege wünschen sich die Höhscheider. Letztere gebe es schon, sagte Rainer Nießen vom Verkehrsclub Bergisches Land: Der Fahrradstadtplan zeigt ein dichtes Netz von Routen abseits stark befahrener Straßen. Die Mobilitätswende sei auch im Nachhaltigkeitsbericht verankert: Bis 2023 soll der Radverkehr von vier Prozent (2015) auf zehn Prozent steigen. Von allen gewünscht ist eine Politik, die zugunsten der Radfahrer entscheidet.

Mehr Geld löst nicht alle Probleme

Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion, Ernst Lauterjung, unterstützt zwar das Vorhaben, wies jedoch darauf hin, dass mehr Geld für Radwege das Problem an engen Straßen nicht lösen werde. Conny Weck-Stephan, SPD-Mitglied der Bezirksvertretung Höhscheid, zeigte alternative Maßnahmen auf: Abschließbare Unterstände für Räder seien installiert worden, als Nächstes solle die Beleuchtung an Bundesstraßen verbessert und mehr 30er-Zonen umgesetzt werden.

SPD, Grüne und CDU wollen in Zukunft bei der Entwicklung des Konzeptes an einem Strang ziehen und unter Berücksichtigung der Bürgerwünsche konkrete Maßnahmen für Höhscheids Stadtteilkonzept entwickeln.

Stadtteilkonzepte

In Ohligs, Wald, Burg und Mitte wird an vom Land geförderten Stadtteilentwicklungskonzepten gearbeitet. Ziel ist, die Lebensqualität zu fördern. Auch in Höhscheid besteht der Wunsch nach städtischer Förderung. Stadtdirektor und Planungsdezernent Hartmut Hoferichter weist jedoch darauf hin, dass ein Stadtteilentwicklungskonzept für Höhscheid derzeit nicht in Angriff genommen werden könne.

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