ST vor Ort

Höhscheid punktet beim Wohnen mit Idylle

Ein Teil Höhscheids - fotografiert vom katholischen Friedhof Platzhofstraße aus in Richtung Widdert und Köln.
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Ein Teil Höhscheids - fotografiert vom katholischen Friedhof Platzhofstraße aus in Richtung Widdert und Köln.

Vor allem in Widdert werden hohe Preise erzielt – Sorgen bereitet den Menschen die teils schlechte Nahversorgung.

Von Björn Boch

Solingen. Ein Merksatz von Immobilienmaklern zur Bewertung der Objekte lautet: „Lage, Lage, Lage“. Übertragen auf Solingen könnte er heißen: „Verkehrsanbindung, Verkehrsanbindung, Verkehrsanbindung“. Denn die wird stets als Argument angeführt, warum Angebote in einem Stadtteil gut angenommen werden. So auch in Höhscheid.

„Der Stadtteil ist beliebt und profitiert von der Nähe zur Autobahn 3“, sagt Immobilienfachwirt Tim Vermeegen. Außerdem biete Höhscheid eine gute Anbindung in einige weitere Stadtteile Solingens. „Und es gibt viele Möglichkeiten, zu spazieren und die Natur zu genießen.“

„In Widdert kauft gerne der Solinger.“
Dr. Thorsten Meis, Kubikom Immobilien

Dementsprechend freut er sich, an der Platzhofstraße acht Reihenhäuser (vier Reiheneckhäuser und 4 Reihenmittelhäuser) mit Grundstücken zwischen 250 und 600 Quadratmetern im Portfolio zu haben. „Bei den Häusern wird es sich architektonisch um sehr interessante Objekte handeln“, betont Vermeegen. Baubeginn sei voraussichtlich im kommenden Jahr.

Dr. Thorsten Meis von Kubikom Immobilien berichtet aus Erfahrung, dass Grundstücksverkäufe in Höhscheid meist rasch über die Bühne gehen – oftmals schon mit der ersten Ansprache von potenziellen Käufern. Ansonsten sei Höhscheid ein durchaus großer Stadtteil, sehr heterogen – und durch die B 229 mit guter Verkehrsinfrastruktur ausgestattet. Sobald man die Grünewalder oder die Neuenhofer Straße verlasse, fänden sich viele nette kleine Hanglagen und Täler. „Richtig schön ist es zum Beispiel hinter dem Denkmal Richtung Abendstraße und auch runter nach Untenhöhscheid.“

Der Stadtteil profitiere von einer klassischen Einfamilien- und Doppelhausstruktur. Und dann sei da natürlich noch Widdert. Hohe Preise würden dort erzielt, teilweise deutlich über dem Bodenrichtwert, berichtet Meis. Außerdem erreichten Angebote in Widdert wieder eine andere Kundschaft als in den übrigen Teilen Höhscheids: „Das ist dann weniger der Pendler, der schnellen Anschluss nach Köln oder Düsseldorf sucht. In Widdert kauft gerne der Solinger.“

Nette Fachwerkhäuser fänden ebenso ihre Abnehmer wie klassische Häuser für Familien. Und auch das Thema Südstadt spiele eine Rolle – mit Lagen und Objekten rund um den Gaußweg, Hästen und den Pfaffenberger Weg.

Ebenfalls begehrt in Höhscheid, berichten mehrere Makler übereinstimmend: Die Bereiche Bauermannskulle und Höhscheider Hof. „Es gibt noch sehr viele Menschen, die im Stadtteil verhaftet sind, und dann auch nur im Höhscheider Bereich suchen“, erklärt Makler Dirk Isenburg und nennt ebenfalls das Beispiel Höhscheider Hof. „Wenn sie bei einer Immobilie den richtigen Preis haben, geht sie weg. In Höhscheid geht es oft um reines Wohnen. Bei der Infrastruktur des täglichen Bedarfs ist der Stadtteil in gewissen Bereichen sicher etwas schwächer aufgestellt“, sagt er.

Isenburg bestätigt damit die Sorgen der Bürger beim Termin „ST vor Ort“ 2019 – viele brachten damals Anliegen rund um die Themen Nahversorgung sowie Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel in den Randbereichen mit. Das Tageblatt hatte zur Walter-Dodde-Straße eingeladen. Der Parkplatz dort ist wegen vieler Geschäfte, Apotheken und Ärzte ein zentraler Ort in Höhscheid. In diesem Jahr muss das ST wegen der Corona-Pandemie auf diese Ortstermine leider verzichten.

Doch längst nicht alle stören sich an tatsächlichen oder vermeintlichen Nachteilen Höhscheids. Während es in manchen Stadtteilen bei einem entsprechenden Angebot durchaus mal 100 Interessenten gebe, seien es in Höhscheid dann vielleicht nur 20 oder 30. Diese Einschätzung gibt ein Makler ab, der mit dieser Aussage allerdings nicht namentlich zitiert werden möchte. Er stellt aber fest: „Das ist immer noch genug.“

So geht es weiter

Heute endet die Stadtteilserie zu Höhscheid. Ab kommenden Montag, 3. August, folgt Wald. Themen sind unter anderem die Situation des Einzelhandels, ein Besuch in den kleinen, aber feinen Museen und die Pläne des WMTV. Zwischen dem 10. und 15. August steht Burg zum Ende der Stadtteilserie im Fokus.

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