ST vor Ort

Die Arche ist das Wohnzimmer von Dorp

Pfarrerin Raphaela Demski-Galla wünscht sich das Zentrum Arche an der Eichenstraße als Treffpunkt für die Gemeinde.
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Pfarrerin Raphaela Demski-Galla wünscht sich das Zentrum Arche an der Eichenstraße als Treffpunkt für die Gemeinde.

Die Gemeinde arbeitet an einem neuen Konzept für das Zentrum an der Eichenstraße.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Es ist Kirche, Jugendtreff, Seniorencafé, Veranstaltungssaal – und derzeit auch Corona-Testzentrum. Das Gemeindezentrum Arche der evangelischen Kirchengemeinde Dorp hat viele Gesichter. Das alles zusammen mache gerade den gemütlichen Charme des Hauses aus, erklärt Pfarrerin Raphaela Demski-Galla. Oder wie ihr Kollege, Pfarrer Joachim Römelt, es gerne formuliert, „die Arche ist das Wohnzimmer von Dorp“.

Dabei hatte die Gemeinde sich vor sechs Jahren schon schweren Herzens dazu entschlossen, die Arche aufzugeben, die damals anstehenden großen Sanierungsarbeiten waren finanziell nicht zu stemmen. „Der Beschluss steht heute noch, das Thema nur vertagt“, erinnert Demski-Galla an die großzügige Hilfsaktion. Die Sanierung wurde damals von dem Solinger Unternehmerehepaar Beate und Thomas Busch (Walbusch) mit einer sechsstelligen Summe finanziert.

„Aktuell sind wir dabei, in der Gemeinde aber auch im Kirchenkreis ein Konzept zu erarbeiten, wie unsere Gebäude genutzt werden können“, erklärt die Pfarrerin. Denn neben dem räumlichen gehe es auch um die personellen Ressourcen. Als die Arche 1983 eingeweiht wurde, hatte die Gemeinde Dorp noch sieben Personen im pastoralen Dienst, heute sind es mit Raphaela Demski-Galla und Joachim Römelt zwei Pfarrer.

Und auch das Gemeindeleben habe sich verändert. „Das wurde natürlich während der Corona-Pandemie ganz deutlich. Im Lockdown haben wir aus der Dorper Kirche Online-Gottesdienste angeboten, das war in der Arche technisch nicht möglich.“ Dadurch sei deutlich geworden, dass jeder Kirchenort sein eigenes Gottesdienst-Format brauche.

In der Arche findet das Feierabendmahl statt

Aktuell gibt es neben den Gottesdiensten in der Dorper Kirche an jedem zweiten Sonntag im Monat um 10 Uhr einen Gottesdienst in der Arche. „Zudem bieten wir an jedem letzten Samstag im Monat um 18 Uhr ein Feierabendmahl mit Abendmahl an der Eichenstraße an“, erzählt Raphaela Demski-Galla.

Auch andere Angebote unterstreichen den Treffpunkt-Charakter des Hauses. So gibt es in der Jugendetage im Souterrain oder draußen im Arche-Forum Kinder- und Jugendgruppen, Feiern haben dort stattgefunden. „Am 16. und 17. September werden wir gemeinsam mit der Lutherkirchen- und der Stadtkirchengemeinde den Jugend-Action-Tag veranstalten – eine Übernachtungsaktion speziell für Jugendliche, die in den vergangenen zwei Jahren konfirmiert wurden und nicht auf Freizeiten fahren konnten“, erklärt die Pfarrerin ein weiteres Format.

6400 Mitglieder zählt die Dorper Gemeinde, die vom Malteserstift an der Schützenstraße bis Müngsten im Osten und Balkhausen und Glüder im Süden reicht. „Viele Menschen in der Südstadt verbinden etwas mit der Dorper Kirche“, weiß Demski-Galla. Deshalb möchte die Gemeinde auch die Arche nicht verkaufen, „sie soll ein Treffpunkt für die Gemeinde werden“. Flöten- und Yogakurse haben dort schon stattgefunden, auch für Taufen oder Konfirmationsfeiern kann sie angemietet werden. „Wir möchten die Räume nicht dauerhaft vermieten, sondern idealerweise für einzelne Termine“, so die Pfarrerin. Aus Veranstaltungen und Treffen von Vereinen könne beispielsweise eine Quartiersarbeit entstehen.

Langfristig müsse man im gesamten Kirchenkreis schauen, wie es mit dem Gebäudekonzept weitergeht, ein „Klingenkirchenprozess“ bis 2030 ist bereits angestoßen. „Unter anderem prüft unsere Baukirchenmeisterin Andrea Enders, wo Solar-Flächen auf den Dächern möglich sind.“

Serie

Bei der ST-Stadtteilserie steht in dieser Woche Höhscheid im Fokus. In der nächsten Ausgabe berichten wir über die Sanierungsarbeiten in Wipperkotten und Balkhauser Kotten ein Jahr nach der Flut. Ein weiteres Thema: die Fördergemeinschaft Höhscheid/Grünewald.

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