Historisches Foto

Wo wurde diese Aufnahme in den 1980er Jahren gemacht?

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Haben Sie besondere Erinnerungen an ihre Skifahrten rund um die Klingenstadt?

Viele Leser erinnern sich an die frühere Familienbildungsstätte in der Villa Lindenhof in Höhscheid, die wir in der vergangenen Woche gesucht haben.

Von Kristin Dowe

Solingen. Waren das Zeiten, als in Solingen noch regelmäßig im Winter Ski gelaufen werden konnte! Wissen Sie, wo unser Fotograf diese Aufnahme in den 1980er Jahren gemacht haben könnte? Oder haben Sie besondere Erinnerungen an ihre Skifahrten rund um die Klingenstadt? Dann schreiben Sie uns gerne: Wir freuen uns über ihre Einsendung. Gerne Per E-Mail an die Tageblatt-Redaktion.

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Das Rätselbild der vergangenen Woche

Ein klassischer Altbau mit Türmchen und Balkon, der in seiner Pracht auch als Filmkulisse dienen könnte – das ist die denkmalgeschützte Villa Lindenhof an der Neuenhofer Straße in Höhscheid, mit der viele unserer Leserinnen und Leser ganz persönliche Erinnerungen verbinden.

Der Altbau an der Neuenhofer Straße in Höhscheid hat eine wechselvolle Geschichte erlebt. Nach einem Brand im Jahr 1908 wurde die Villa Lindenhof neu errichtet.

So etwa Irene Drewes, die als junge Frau nach Solingen kam und außer ihrem Mann und dessen Familie erst mal niemanden in der neuen Stadt kannte, wie sie schildert: „Nie vergesse ich, mit welcher Wärme und Herzlichkeit mich Christine Keller, die damalige Leiterin der Mütterschule, begrüßte, als ich mich zum ersten Schwangerschaftskurs anmeldete.“ Eine schicksalhafte Begegnung hatte sie mit einer Frau namens Ursel, mit der die Solingerin noch heute, mehr als 50 Jahre später, „in inniger Freundschaft verbunden“ ist. So wurde die Villa Lindenhof für die ST-Leserin ein Maskottchen in ihrer neuen Heimat. „Das Haus hat mir Glück gebracht.“

Ähnlich erging es Ulrike Clauberg, die sich noch an die Zeit erinnern kann, als in dem historischen Bauwerk eine Familienbildungsstätte untergebracht war. Sie selbst habe dort nach der Geburt ihrer Tochter vor mehr als 30 Jahren Rückbildungskurse belegt. Wie Irene Drewes gerät sie ins Schwärmen, wenn sie daran zurückdenkt: „Das Gebäude war toll und hatte ein wunderbares Flair.“

Auf den ersten Blick hat sich hier kaum etwas verändert. Heute befindet sich die Villa in Privatbesitz – verschiedene Dienstleister und therapeutische Angebote haben sich dort angesiedelt.

Heute wird die Villa Lindenhof für verschiedene Zwecke genutzt, diverse Anbieter therapeutischer und sonstiger Dienstleistungen haben dort Räume bezogen. Beliebt ist der Altbau mit seinem nostalgischen Charme auch als Veranstaltungsort für Geburtstage oder Hochzeiten. „Ich war dort einmal zu einer großen Geburtstagsfeier eingeladen. Es war ein runder Geburtstag und es wurde eine sehr schöne Feier, an die man sich gerne erinnert“, berichtet Leserin Elke Steinhaus.

Zur wechselvollen Geschichte des Hauses kann auch diesmal wieder Norbert H. Posthum eine Menge beitragen, der sich immer wieder rege am Historischen Foto beteiligt. „Der Ursprung geht auf das Jahr 1771 zurück. 1898 hat die Vereinsbrauerei Höhscheid den Lindenhof als Ausflugs-und Wirtschaftslokal übernommen“, weiß Posthum. „Im Jahr 1908 zerstörte ein Brand das Gebäude. Erhalten blieb nur der Gewölbekeller. Es erfolgte ein Wiederaufbau an alter Stelle.“

Nachdem die englischen Besatzer nach dem Ersten Weltkrieg auf das Gebäude Zugriff genommen hatten, erhielt es in den 1920er Jahren seinen alten Glanz zurück, führt der Solinger weiter aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg fungierte die Villa zeitweise als Flüchtlingsheim und wurde laut Posthum 1963 zur Mütterschule umgewidmet. Die damalige Familienbildungsstätte sei 2009 in ein Gebäude der Volkshochschule am Birkenweiher umgezogen.

Mit historischem Fachwissen kann auch Regina Mengel punkten: „1771 wurde die Villa Lindenhof als Fachwerkhaus von dem Kaufmann Peter Weyersberg im Rokokostil erbaut und galt als eines der schönsten Patrizierhäuser im Bergischen Land.“

Bei Martina Unglaub werden beim Blick auf das Foto Kindheitserinnerungen wach. Im Alter von fünf Jahren sei sie mit ihren Eltern von Wald nach Höhscheid umgezogen –für das kleine Mädchen damals zunächst eine Umstellung. Doch sowohl Martina Unglaubs Mutter, die in der Mütterschule ihre Freude am Nähen entdeckte, als auch sie selbst hätten schnell Anschluss gefunden. „Ich konnte in der Zeit mit anderen Kindern spielen, basteln und turnen. Es war immer eine tolle Sache, eine Schule für uns beide.“

Grüße aus Siegen schickten Marlies und Dirk von der Burg an die Redaktion. Obwohl das Paar nicht mehr in Solingen wohnt, wird die Villa Lindenhof den beiden wohl immer ein Gefühl von zu Hause vermitteln. Im Obergeschoss des Türmchens hatten sie damals ihre erste Wohnung nach der Hochzeit vor rund 55 Jahren.

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