Historisches Foto

Wer erkennt das Gebäude?

Heute suchen wir dieses Gebäude.
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Heute suchen wir dieses Gebäude.

Auf dem Rätselfoto der vergangenen Woche ist der ehemalige Solinger Hauptbahnhof zu sehen.

Von Jonah Rohe

Solingen. In dieser Woche suchen wir dieses Gebäude. Wissen Sie, in welchem Stadtteil es sich befindet? Bitte senden Sie uns Ihre Erinnerungen und Anekdoten bis kommenden Donnerstag, 30. September, mit dem Vermerk „Historisches Foto“ an das Solinger Tageblatt, Redaktion, Mummstraße 9, 42651 Solingen oder per E-Mail an: redaktion@solinger-tageblatt.de

Das Rätselbild der vergangenen Woche

Während die Autos auf dem historischen Foto der vergangenen Woche heute vermutlich nicht mehr auf den Straßen Solingens unterwegs sind, ist das abgebildete Gebäude äußerlich weitgehend erhalten geblieben. Zahlreiche ST-Leserinnen und Leser erkannten die Empfangs- und Schalterhalle des alten Solinger Hauptbahnhofs.

Das Gebäude wurde in den frühen 1950er Jahren erbaut und diente als Ersatz für das im Zweiten Weltkrieg zerstörte alte Bahnhofsgebäude. Im Innenbereich des gläsernen Baus befanden sich unter anderem Schalter für die Auskunft, den Fahrkartenkauf und die Gepäckaufgabe, außerdem eine Gaststätte und Kioske an denen man Zeitungen und Süßigkeiten für die Bahnfahrt erwerben konnte.

Zusätzlich wurde auf Druck der Deutschen Bundesbahn ein 22 Meter hoher Bahnhofsturm inklusive Uhr errichtet. „Dieser sah echt schön aus“, findet Alexander Langer. Doch bereits 1978 wurde der Turm wieder abgebaut, da er erhebliche Baumängel aufwies. Durch das Gerüst auf dem historischen Foto, welches zum Abbau des Turmes genutzt wurde, lässt sich seine Position noch grob erahnen.

Neben der alten Empfangshalle ist das Gerüst zu erkennen, welches 1978 zum Abbau des maroden Bahnhofsturms genutzt wurde.

Im Außenbereich vor dem Bahnhof befanden sich außerdem noch etwa 30 Meter lange, alte Straßenbahnschienen der Solinger Kreisbahn, an die sich Martin Sommer erinnert. Über sie ist er als Kind an der Hand seiner Oma gerne balanciert.

Elke Steinhaus berichtet, dass sie oftmals mit ihren Eltern vom ehemaligen Hauptbahnhof aus Ausflüge startete, zum Beispiel nach Ohligs in den Vogelpark oder in den Kölner Zoo. Auch ihre erste Auslandsreise, nach Holland ans Meer, startete von hier aus.

Mit dem Müngstener, der damaligen RB 47, fuhr Regina Mengel oft und gerne nach Remscheid. Vorbei an ihrem Elternhaus in Meigen, passierte sie die Müngstener Brücke und genoss die schöne Landschaft am Rande der heutigen S-Bahn-7-Strecke.

Neben der RB 47 führte auch die sogenannte Korkenzieherbahn über den alten Solinger Hauptbahnhof. Von 1896 an, als der Haltepunkt noch Bahnhof Solingen Süd hieß, ging es von Ohligs für den Personen- und Güterverkehr über Mitte, Wald und Gräfrath nach Wuppertal Vohwinkel. Doch die Strecke verlor schnell an Bedeutung. Ab 1942 verkehrten nur noch Gütertransporte. Auch sie wurden im Jahr 1995 eingestellt.

Heute findet man hier keine Bahnreisenden mehr. Die alte Bahnhofshalle dient nun gewerblichen Zwecken.

Lediglich auf der Strecke von Ohligs nach Remscheid und Wuppertal diente der damalige Hauptbahnhof noch als Haltepunkt im Personenverkehr. Starke Kritik kam auf, war der Bahnhof in Ohligs doch deutlich wichtiger für den Regional- und Fernverkehr. Für Bernhard Erkelenz ist die jahrzehntelange Blockade der Ratsmehrheit gegen eine Umbenennung der Bahnhöfe deshalb „nur als bergische Dickköpfigkeit zu klassifizieren“.

Erst deutlich später, im Rahmen der Regionale 2006, wurden entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Der ehemalige Hauptbahnhof wurde stillgelegt und durch die beiden Haltepunkte Solingen-Grünewald und Solingen-Mitte ersetzt. Am 10. Dezember 2006 schließlich erhielt der Bahnhof in Ohligs den Namen Solingen Hauptbahnhof.

Auch das Gelände rund um den alten Bahnhof veränderte sich mit der Zeit. Die Güterhallen wurden zu Künstlerateliers umgestaltet, der Südpark in seiner heutigen Form entstand und auch das Museum Plagiarius ist hier beheimatet. Außerdem wurde der Streckenabschnitt der Korkenzieherbahn vom alten Bahnhof bis nach Haan zum Radwanderweg umfunktioniert.

Weitestgehend erhalten blieb die auf dem Rätselfoto abgebildete Empfangshalle des Bahnhofs. Heute befindet sich hier das Restaurant Steinhaus, wie Frank E. Seidel weiß. Auch die stählerne Bahnsteigbrücke ist noch erhalten und wird täglich von Zügen der Linie S 7 unterfahren.

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