Historisches Foto

Was wurde hier in den 1980er Jahren abgelichtet?

Was wurde hier in den 1980er Jahren abgelichtet?
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Was wurde hier in den 1980er Jahren abgelichtet?

Das Rätselbild der vergangenen Woche zeigte einen Fachwerkbau in Glüder. Viele Leser erinnerten sich an gutes Essen und wilde Partynächte.

Von Sebastian Dorfmüller

Solingen. Was verbinden Sie mit dem Motiv? Welche Erinnerungen haben Sie ? Ein kleiner Tipp: Es handelt sich um ein Bild aus der Mitte der 80er Jahre. Wenn Sie diesen Ort kennen, senden Sie uns Ihre Antworten und Geschichten doch bitte bis kommenden Donnerstag, 29. April, mit dem Vermerk „Historisches Foto“ an das Solinger Tageblatt, Redaktion, Mummstraße 9, 42651 Solingen oder per E-Mail: redaktion@solinger-tageblatt.de

Das historische Foto der vergangenen Woche

Schnell hatten unsere Leser das Bilderrätsel der Vorwoche erraten: Mit einer Außenaufnahme suchten wir die alte Wupperbrücke und den Fachwerkbau in der Hofschaft Glüder. „Natürlich habe ich die unverwechselbare Fachwerkarchitektur des alten Getaway sofort erkannt“, schreibt Oliver Grah. Die Ortschaft Glüder befindet sich im Süden des Stadtgebietes im Tal der Wupper und ist „damals wie heute eine der Verbindungen zwischen Solingen und Witzhelden“, berichtet Randolf Dinger. 1903 hatte die erste Brücke noch ein Bogengeländer. „Der imposante Fachwerkbau beherbergte das Restaurant Carl Soffel“, schreibt Regina Mengel. 1906 verkaufte der Inhaber das Restaurant samt Wald und Brücke an Wilhelm Höllischer, der daraufhin bis 1942 die Gaststätte unter dem Namen Solinger Talsperre bewirtete. „Er war Koch und hat, bevor er den Glüder übernahm, in den renommiertesten Häusern auf der Welt gedient“, schreibt Höllischers Enkel, Werner Hartkopf. Sein Großvater habe unter anderem in Zürich, Lausanne und Kairo gearbeitet und Auszeichnungen erhalten.

1961 nahm Leser Dieter Strohmeyer dieses Foto vom ehelmaligen Gastronomiebetrieb und Wupperbrücke auf, über die der Wiedenhoff-Bus nach Witzhelden fuhr.

ST-Leser Hans Gerd Rudolph erinnert sich daran, dass er sich 1954 als Siebenjähriger mit seinem Vater die Rad-Weltmeisterschaft angesehen hat. Die Strecke führte die Radler durch den Ortsteil Glüder. „Wegen des starken Regens jedoch waren wir in dem Wirtshaus und stürzten alle erst hinaus, wenn das Fahrerfeld vorbeikam“. Auch der Saal neben der Wirtschaft wecke bei ihm und seiner Frau Ruth schöne Erinnerungen. „Die Grundschule Burg machte jedes Jahr ein Schulfest“, schreibt das Paar. Die Schüler seien mit den Eltern in einem Musikzug nach Glüder gewandert. Dort wurde sich mit Streuselkuchen und Kaffee versorgt, bevor Spiele wie Sackhüpfen oder Blinde Kuh gespielt wurden.

In etwa zur selben Zeit war Friedrich Sann bei einer Skiwanderung des Ohligser Turnvereins in den Wupperbergen unterwegs. „Die 50er Jahre hatten noch echte Winter“ erinnert er sich. In Glüder kehrte die Gruppe daraufhin zur Rast ein. Ebenso unterwegs waren in der Ortschaft Touristen aus den Benelux-Ländern, die sich häufig auf dem Campingplatz einquartierten. „Diese Personen wähnten sich hier im Gebirge“, meint Norbert H. Posthum.

Der Fachwerkbau beheimatete mehrere Gastronomiebetriebe und Ende der 70er Jahre auch die beliebte Diskothek Getaway.

Ab 1979 befand sich in dem Fachwerkbau die beliebte Diskothek Getaway von Jürgen Eggert. „Ich habe zu der Zeit bei Montanus und Zack-Zack-Schallplatten gearbeitet, wo Jürgen seine Platten gekauft hat“, schreibt Andreas Schäfer. Hin und wieder sei er auch als DJ im Getaway eingesprungen.

„Nach dem ersten Besuch kurz vor meinem 16. Geburtstag folgten unzählige Abende in meiner zweiten Heimat.“

ST-Leser Oliver Grah

Oliver Grah erinnert sich daran, wie er kurz vor seinem 16. Geburtstag das erste Mal das Getaway besucht hat. „Daraufhin folgten unzählige Abende in meiner zweiten Heimat“, schreibt er weiter. Auch die Heiligabendpartys mit einem Tannenbaum am Rande der Tanzfläche seien ihm in Erinnerung geblieben.

Elke Steinhaus erinnert sich daran, wie eine ihrer Arbeitskolleginnen im Getaway ihren zukünftigen Ehemann kennenlernte. „Das kam so: Zwei Jungen wetteten, ob der eine sich trauen würde das nächste Mädel anzusprechen, das rein kommen würde. Er traute sich, gewann damit die Wette und das Herz meiner Freundin“.

1992 zog das Getaway dann nach Ohligs zur Kottendorfer Straße. „Seitdem steht das alte Gebäude leer und verfällt allmählich“, schreibt Oliver Grah.

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