Historisches Foto

Welches hohe Gebäude suchen wir hier?

Welches Gebäude suchen wir in dieser Woche?
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Welches Gebäude suchen wir in dieser Woche?

In der vergangenen Woche suchten wir die Kohlfurther Brücke. Welches Gebäude suchen wie diese Woche?

In dieser Woche suchen wir dieses Bauwerk, welches sich zum Zeitpunkt der Aufnahme noch in der Errichtungsphase befunden hat. Senden Sie uns Ihre Erinnerungen und Anekdoten bitte bis kommenden Donnerstag, 26. August, mit dem Vermerk „Historisches Foto“ an das Solinger Tageblatt, Redaktion, Mummstraße 9, 42651 Solingen oder per E-Mail: redaktion@solinger-tageblatt.de.

Das historische Foto der vergangenen Woche: Straßenbahnlinie 5 querte hier die Wupper

Von Jonah Rohe

Solingen. Grünblaue Fachwerkstreben aus Stahl, zwei charakteristische Querbögen und eine Frau, die sich mit Regenschirm ihren Weg durch das Schneetreiben bahnt. Die ST-Leserinnen und Leser waren sich in ihren Zuschriften einig, die Kohlfurther Brücke erkannt zu haben. Auf dem historischen Foto der vergangenen Woche ist das Bauwerk auf der Stadtgrenze an einem kalten und verschneiten Tag im Bergischen zu sehen.

Schon im 14. Jahrhundert bestand hier ein hölzerner Übergang, der 1714 durch eine Steinbrücke ersetzt wurde. Seit Juni 1894 verbindet die Brücke in ihrer heutigen Form Solingen und Wuppertal. Nach dem Ersten Weltkrieg fungierte sie kurzzeitig sogar als Grenzstelle und war nur mit einem Passierschein zu überqueren.

Das Foto der vergangenen Woche: Die Kohlfurther Brücke im Schneetreiben.

Für Peter Jacobs war das Enträtseln des Bildes ein Kinderspiel, erblickte er doch im Hintergrund sein ehemaliges Elternhaus. Der Brücker Hof, so wurde das Fachwerkhaus in der Vergangenheit genannt, beherbergt heute auf Wuppertaler Seite das Strandcafé. Gegenüber, auf der Solinger Seite der Wupper, gibt es seit 1993 das Café Hubraum, beliebter Treff für Biker aus ganz Europa.

ST-Leser passierten die Kohlfurther Brücke häufig - mit der Straßenbahn oder mit dem Bus

Eine Erinnerung, die in vielen Zuschriften Berücksichtigung fand, war die an die alte Straßenbahnlinie 5, die seit 1914 über die Brücke fuhr. Elke Steinhaus berichtet, dass sie auf dieser Strecke oft und gerne mit ihren Eltern fuhr. Bis 1969 überquerte die Bahn auf dem Weg aus der Solinger Innenstadt nach Wuppertal Elberfeld die Kohlfurther Brücke. Norbert H. Posthum erinnert sich: „Als Fahrgast konnte man die Wupperquerung unabhängig von den Sichtverhältnissen anhand des Fahrgeräusches wahrnehmen“. Auch Regina Mengel denkt gerne an die „grüne, naturreiche Strecke durch echt bergische Idylle“ zurück. Sie fuhr jede Woche mit vier weiteren Mädchen auf dem Weg zum Reitstall in der Gelpe über die nur acht Meter breite Brücke. Neben der Bahn war nur noch für ein kleines Auto und einen Fußgänger Platz.

Die Brücke heutzutage – im immer noch selben Erscheinungsbild.

Ob mit der Straßenbahn oder später mit dem Bus, Claudia Werner passierte die Kohlfurther Brücke auf dem Weg zur Stöckener Schule regelmäßig. Die scharfe Linkskurve auf Wuppertaler Seite nach der 34 Meter langen Brücke riss sie einige Male, pünktlich zu ihrer Haltestelle, aus dem Schlaf.

Seit den 70er Jahren steht der Übergang lediglich noch Fußgängern und Radfahrern zur Verfügung. In der jüngeren Vergangenheit stand die Brücke sogar kurz vor dem Abriss. Norbert H. Posthum erinnert sich, dass die marode Brücke im März 2005 wegen Einsturzgefahr gesperrt wurde. Es formierte sich daraufhin eine Bürgerinitiative, die sich für den Erhalt und die Sanierung einsetzte. Im Jahr 2006 wurde die Brücke auf die Baudenkmalliste von Solingen aufgenommen und ab 2009 erst demontiert und später denkmalgerecht restauriert, so dass der historische Charakter fortbestehen konnte. Am 8. Mai 2010 konnte die Wiedereröffnung erfolgen. Das Aussehen der Brücke wurde dabei grundlegend erhalten, zusätzlich installierte man unter anderem eine neue Beleuchtung. Für Norbert H. Posthum hat der Stadtteil Kohlfurth insgesamt Museumscharakter. Er hofft, dass Baudenkmäler durch Restaurationen dieser Art auch künftigen Generationen erhalten bleiben können.

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