Historisches Foto

Welches Gebäude ist hier zu sehen?

Wer erkennt dieses Gebäude? Wer weiß, wo es stand und was dort früher beheimatet war? Die Lösung steht im Zusammenhang mit einem Jubiläum, das in diesem Monat gefeiert wurde. Schreiben Sie bis zum 28. Juli ans ST, Mummstraße 9, 42651 Solingen oder redaktion@solinger-tageblatt.de
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Was ist hier zu sehen?

Viele Leserinnen und Leser erkannten den Hedderich-Pavillon auf unserem historischen Foto.

Wer erkennt dieses Gebäude? Wer weiß, wo es stand und was dort früher beheimatet war? Die Lösung steht im Zusammenhang mit einem Jubiläum, das in diesem Monat gefeiert wurde. Schreiben Sie bis zum 28. Juli ans ST, Mummstraße 9, 42651 Solingen oder redaktion@solinger-tageblatt.de

Schräge Glasscheiben waren ein Hingucker

Von Simone Theyßen-Speich

Der Hedderich-Pavillon vor dem ehemaligen Karstadt-Gebäude war ein markanter Blickfang.

So viele Einsendungen wie lange nicht mehr gab es zum historischen Foto vom vergangenen Samstag. Und alle haben das Gebäude erkannt, das über viele Jahre quasi ein Wahrzeichen in der Innenstadt war. „Es handelt sich um den Hedderich-Pavillon am Graf-Wilhelm-Platz“, schrieb unter anderem Klaus Philipps. „Ein fester Bestandteil der Solinger Innenstadt mitten auf dem Dreieck“, wie Bärbel Westermann schrieb.

Und Martin Leiber erkannte auch „rechts im Bild den Karstadt-Turm mit Turmhotel“. Bis zu seinem achten Lebensjahr habe er am Ufergarten gewohnt. „Im Hedderich-Pavillon wurde edles Porzellan verkauft“, erinnert er sich – ebenso wie an das Monopol-Kino, das vor Karstadt auf dem Gelände stand. „Als Kind habe ich dessen Sprengung noch live gesehen.“

An das schöne Porzellan bei Hedderich erinnert sich auch Elke Trossert. „Dort habe ich des Öfteren auch Hummel-Figuren gekauft“, schrieb sie. Leserin Angelika Höfer hat sogar selbst dort gearbeitet. „1966 und 1967 habe ich, damals noch Lehrling, samstags bei Hedderich ausgeholfen, um mein Taschengeld aufzubessern. Ich habe Blumen ausgetragen und edles Porzellan ausgepackt, damals wurde in der einen Hälfte des Geschäfts Porzellan angeboten, die andere Hälfte fungierte als Blumenladen“, erinnert sich Angelika Höfer.

Heute ist an der Ecke zum Eingang des Hofgartens der Wasserlauf des Einkaufcenters.

Auch Dagmar Ciavarella hat dort ins Berufsleben reingeschnuppert. „In den 70er Jahren habe ich dort mein Schulpraktikum absolviert. Drei Wochen Porzellan putzen hat mir aber gereicht. Nun arbeite ich bereits seit 42 Jahren lieber in der Verwaltung“, schrieb sie.

Dass die Verkaufsfläche sich bis ins Untergeschoss des gläsernen Pavillons erstreckte, weiß auch Kay Munkel noch. „Meiner Mutter habe ich als Teenager dort einen Kerzenhalter für ihr Rosenthal-Service gekauft“, schrieb er. Auch Marlies Wockel hat das Erlebnis, dort einkaufen zu gehen, immer sehr genossen. „Schade, dass es dieses Geschäft nicht mehr gibt.“

In der Familie von Anja Buchmüller wurde immer gerne die Geschichte erzählt, wie sie als Kind mit Mutter und Oma im Hedderich-Pavillon war. „Die Schaufensterdekoration war durch einen Vorhang vom Ladenlokal getrennt. Ich war ungefähr drei Jahre alt, wollte mich anlehnen und lehnte mich an den Vorhang. Dahinter stand ein großer Adler aus Porzellan, der diese Aktion nicht überlebt hat. Er kostete damals 360 Mark. Der Schaden wurde zum Glück durch die Versicherung meiner Eltern getragen.“

Auch historische Fakten haben die ST-Leser zusammengetragen. „Der Pavillon wurde 1956 bis 1960 von dem Architekten Rudolf Berghaus geplant und 1961 fertiggestellt“, weiß Dr. Ralf Kemper zu berichten. Vor seinem Abriss 2011 habe ihn der Künstler Sascha Reichert sieben Jahre lang als Ausstellungsraum für seine Kunstwerke genutzt. Bis 2001 habe Addy Hedderich dort Porzellan und früher auch Blumen verkauft, weiß auch Elke Steinhaus. 2004 sei der Pavillon unter Denkmalschutz gestellt worden. „Dann gab es eine lange Diskussion, ob der Pavillon ein schützenswertes Kulturgut wäre oder ein unschöner 50er-Jahre-Bau, schließlich wurde der Denkmalschutz aberkannt, der Pavillon am 13. Dezember 2011 abgerissen.“ Künstler Sascha Reichert habe den „Hedderich“-Schriftzug gerettet, der prange nun an seinem Atelier.

Die intensiven Bemühungen, den Bau in Einzelteile zu zerlegen und an andere Stelle wieder aufzubauen, seien nicht von Erfolg gekrönt gewesen, weiß Norbert H. Posthum zu berichten. „Man hat jedoch vor dem Abriss eine umfangreiche Fotodokumentation vorgenommen. Somit bleibt zumindest diese Variante für die Nachwelt erhalten“, erinnert er an den exklusiven Bau mit den schräg stehenden Glasscheiben.

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