Historisches Foto

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Im Hohlenpuhler Kotten wurde bis zum Zweiten Weltkrieg gearbeitet

Von Sebastian Dorfmüller

Solingen. Erkennen Sie, was wir heute als historisches Foto suchen? Was verbinden Sie mit dem Motiv? Welche Erinnerungen haben Sie? Wenn Sie eine Idee haben, worum es sich hier handelt, senden Sie uns Ihre Antworten und Geschichten doch bitte bis kommenden Donnerstag, 3. Juni, mit dem Vermerk „Historisches Foto“ an das Solinger Tageblatt, Redaktion, Mummstraße 9, 42651 Solingen oder – noch einfacher - per E-Mail:

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Solingen: Vergangene Woche suchten wir den Hohlenpuhler Kotten

Das historische Foto der vergangenen Woche zeigte den Hohlenpuhler Kotten an der Wupper zwischen Wipperaue und Friedrichstal. Auch wenn der Kotten in den 50er Jahren abgerissen wurde, erkannten mehrere ST-Leser das Gebäude und teilten auch einige ihrer Erinnerungen. „Nur die auf dem Foto zu erkennende Brücke ist noch erhalten“, schreibt Elke Steinhaus.

„Links sieht man den Außenkotten in klassischer Fachwerkbauweise, rechts den Innenkotten mit einer Holzverkleidung und im Vordergrund den Untergraben“, schreibt Regina Mengel. Der schmale Weg auf der linken Seite führe zum Wipperkotten. Bis zum Zweiten Weltkrieg wurde in dem Kotten noch gearbeitet. „Dann wurde der Außenkotten stillgelegt und von ausgebombten Familien und Lazarettpersonal benutzt“, schreibt Norbert H. Posthum. In einem Teil des Innenkottens arbeiteten zuletzt nur noch zwei Schleifer. Anfang der 1950er Jahre habe man die Ruinen dann abgebrochen und das Gelände planiert.

Bis in die Zeit des Zweiten Weltkrieges wurde im Hohlenpuhler Kotten gearbeitet.

Der Hohlenpuhler- und Wipperkotten lagen verhältnismäßig nah beieinander, so dass kein ausreichendes Freigefälle vorhanden war. „Dies führte oft zu Streitigkeiten zwischen den Kottenbesitzern“, berichtet Norbert H. Posthum. Insbesondere im Sommer, wenn die Wupper wenig Wasser führte, sei die Situation besonders prekär gewesen. Mit einem „Sommer-stau“ sei dann versucht worden, diesem Problem entgegenzuwirken. „Es war ein beweglicher Bretteraufsatz, dessen Pfähle durch die geschichteten Quader des Wehrs gehalten wurden“, berichtet Posthum weiter. Dies hätte jedoch negative Effekte auf die anderen, höher liegenden Kotten gehabt, da deren Wasserräder dann im toten Wasser liefen und somit ihr Wirkungsgrad eingeschränkt gewesen sei.

„Mein Vater hat dieses Gebiet mit sechs weiteren Jägern regelmäßig bejagt“, schreibt Heinz Kohnen. Er erinnere sich noch an die vielen Treibjagden und abendlichen Ansitze auf Rehwild rund um das Gebiet des, seines Vaters zufolge, größten Kottens im Bergischen Land. „Ich habe von der Leidenschaft meines Vaters nicht viel abbekommen und mich nie für die Jagd interessiert“, erzählt er weiter. Dennoch erinnere er sich noch gerne an diese Zeit zurück.

Leser findet Gemälde des Kottens von Solinger Künstlerin

ST-Leser Dominik Kessler erinnert sich, dass er beim Kauf seines Grundstückes ein Ölgemälde gefunden habe, welches den Hohlenpuhler Kotten darstellte. „Ich habe angefangen zu recherchieren und herausgefunden, dass dieses Gemälde aus dem Jahre 1941 stammt“, schreibt er. Es sei von der Solinger Künstlerin Anneliese Everts gemalt worden, die auch einige Zeit für das Solinger Tageblatt gearbeitet hat und insgesamt eine interessante Persönlichkeit gewesen sei.

Heute erinnert neben der Brücke nichts mehr an den Doppelkotten. Nicht mal das Wasser ist geblieben.

Rolf Weyersburg erinnert sich noch an den Winter 1944/45, kurz vor der Kapitulation Deutschlands. „Mein Vater hatte einen Werkzeugbetrieb in der Maschinenstraße“, schreibt er. Die deutschen Soldaten seien auf dem Rückzug oder auf der Flucht gewesen. Vier Soldaten mit Pferden seien auch zu ihnen nach Hause gekommen. „Um von dem ständig ausfallenden Strom unabhängig zu sein, hat der Chef Verbindung zum Hohlenpuhler Kotten geknüpft“. Um die Schleifböcke und sonstige Utensilien zur Wupper zu bekommen, spannten die flüchtigen Soldaten zwei Pferde vor einen Planwagen, um das Werkzeug zu transportieren. „Es war Winter und die Straßen wurden ständig kontrolliert.“ Sein Vater hatte jedoch Glück. Er und einer der Soldaten wurden auf dem zwölf Kilometer langen Weg nicht kontrolliert, hatten dafür aber einige Ausrutscher auf dem letzten Stück des schmalen Weges.

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