Tradition

Hier darf Silvester geböllert werden

Wer mag, darf in diesem Jahr wieder Feuerwerkskörper zünden.
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Wer mag, darf in diesem Jahr wieder Feuerwerkskörper zünden.

Der Städtetag befürwortet freiwilligen Verzicht. Solingen richtet keine Verbotszonen ein.

Von David Bieber

Solingen. Aufatmen für alle Freunde des Feuerwerks: Im Gegensatz zu der großen Nachbarstadt Düsseldorf wird es in Solingen keine Böller- und Feuerwerksverbotszonen geben. „Dieses Jahr sind keine Verbotszonen für Feuerwerk und Böller vorgesehen“, heißt es von einem Sprecher der Stadtverwaltung. In diesem Zusammenhang verweist er auf die nach wie vor geltenden Regeln zum Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände. So sei das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände in unmittelbarer Nähe zu Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Seniorenheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden wie Reetdach- und Fachwerkhäusern sowie Tankstellen ganzjährig verboten.

Noch vor zwei Jahren, beim Jahreswechsel 2020/ 2021, gab es auch in der Klingenstadt, bedingt durch die Corona-Pandemie, strikte Einschränkungen und sogar eine Verbotszone. Dies ist nun anders – angesichts niedriger Infektionszahlen. Die derzeit geltende Coronaschutzverordnung des Landes NRW sowie die aktuelle Infektionslage dürfte die Stadt bewogen haben, in diesem Jahr über Silvester keine „Böllerverbotszone“ zu verhängen.

Denn insbesondere bei Treffen im Freien seien Einschränkungen zum Schutz vor Corona derzeit nicht gerechtfertigt, hört man auch aus anderen Städten in NRW.

Einen freiwilligen Verzicht von Feierenden auf Silvester-Feuerwerk wie Raketen und Böller begrüßt der Städtetag-NRW. Er spricht sich aber gegen ein generelles Verbot von Feuerwerksgegenständen aus. „Die vergangenen beiden Jahre haben gezeigt: Jahreswechsel geht auch ohne Feuerwerk“, sagte der aus Duisburg stammende Geschäftsführer Helmut Dedy.

Obgleich Raketen und Silvesterböller für viele Menschen zum Jahreswechsel für gewöhnlich dazugehören und in Zeiten von Multikrisen im wahrsten Wortsinne ein Lichtblick seien können, würde ein Verzicht auf pyrotechnische Gegenstände aber laut Dedy auch bedeuten: weniger Lärm und Feinstaub, mehr Ruhe für Tiere und Anwohner, weniger Unfälle und weniger Müll. Deshalb freue sich der Verband, wenn sich mehr Menschen dafür entschieden, der Umwelt zuliebe auf Raketen und Knaller zu verzichten.

Solinger Händler von Pyrotechnik wie „Marktwert Feuerwerk“ an der Hackhauser Straße in Ohligs sind aktuell im Dauerstress ob des anstehenden Weihnachts- und vor allem Silvestergeschäftes. Noch dazu ist derzeit Fußballweltmeisterschaft, vielleicht auch ein Anlass zum Verfeuern von Feuerwerk? „Marktwert“-Geschäftsführer Hans Wirths hofft jedenfalls wieder auf ein Geschäft wie vor der Coronavirus-Pandemie.

Gleiches tut auch die Feuerwerk-Industrie. Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) geht von Erlösen von etwa 120 Millionen Euro aus. Die Verkaufsverbote für Silvesterböller in den vergangenen beiden Jahren seien für die Feuerwerkshersteller eine große Herausforderung gewesen, heißt es vom VPI. Die Corona-Zwangspausen 2020 und 2021 hätten die Branche beinahe ausgeknockt.

In Solingen sind laut Stadtverwaltung bisher keine Silvester-Veranstaltungen angemeldet. „In einigen größeren Locations wird es jedoch wieder Silvesterpartys geben, so dass davor um Mitternacht mit Menschenansammlungen zu rechnen ist.“ Und wohl auch damit, dass Feuerwerkskörper gezündet werden.

Nachbarstädte entscheiden mit Blick auf Böllerverbote anders

Hintergrund der Böllerverbotszonen über Silvester in einigen NRW-Städten, die jede Kommune per Allgemeinverfügung anordnen kann, ist auch die zunehmende Zahl an Angriffen mit Feuerwerk auf Polizisten oder Ordnungsamtsmitarbeiter in großen Städten in NRW.

Dazu kommt, dass an Silvester an beliebten Plätzen und Orten mit einem großen Andrang von Menschen zu rechnen ist. Daher sind gefährliche Situationen und Unfälle mit Feuerwerk nie auszuschließen. Dies hat etwa die Städte Bielefeld, Köln und eben auch Solingens Nachbarstadt Düsseldorf dazu bewogen, partielle Verbotszonen für Feuerwerkskörper in räumlich beengten Zonen wie etwa der Düsseldorfer Altstadt zu verhängen.

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