Schädliche Entwicklung

Herr Reul, wie lässt sich die  Jugendkriminalität eindämmen?

NRW-Innenminister Herbert Reul will jungen Menschen einen Einblick in den Alltag eines Poitiker geben.
+
NRW-Innenminister Herbert Reul besuchte die Clearingstelle.

Mehr Gewalttätigkeit und Brutalität, weniger Rücksichtnahme – Herbert Reul (CDU) sieht in Sachen Jugendkriminalität eine schädliche Entwicklung.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Die führt der nordrhein-westfälische Innenminister nicht nur auf die sozialen Auswirkungen der Corona-Pandemie zurück. Im Erziehungsbereich habe es Versäumnisse gegeben, hinzu kämen Gewaltdarstellungen im Internet. Dem Problem Herr zu werden, sei nicht alleine Aufgabe der Polizei. Gefragt seien unter anderem Eltern, Kindertagesstätten, Schulen und Vereine. Und Angebote wie die Solinger Clearingstelle. Gestern machte sich Reul ein Bild von der am Eiland geleisteten Arbeit.

Das Fazit des Leichlingers fiel positiv aus: „Das ist eindrucksvoll, weil die Grundidee so simpel und wirkungsvoll ist.“ Christina Prosch und Carsten Wagner – eine dritte Stelle ist derzeit vakant – helfen jungen Menschen unbürokratisch, Probleme und Fragen zu klären. 976 Klienten betreuten sie 2019, nach einem coronabedingten Einbruch stieg die Zahl im vergangenen Jahr wieder auf 623.

Mehr Geld für die Clearingstelle? „Ich bin kein Versprecheronkel“

Die meisten von ihnen, haben Schwierigkeiten, ihren Lebensunterhalt zu sichern, kämpfen mit ihrer Wohnsituation oder fehlenden beruflichen Perspektiven. Das Team der Clearingstelle vermittelt sie an passende Stellen, etwa Beratungsangebote, das Jobcenter und die Stadtdienste Jugend sowie Wohnen. „Wir kennen uns in Solingen“, lobte Sozialdezernent Jan Welzel (CDU) die Zusammenarbeit.

Kriminalität bilde keinen Schwerpunkt der Arbeit, sagte Carsten Wagner. Aber: „Oft ist sie eine Begleiterscheinung.“ Deshalb sieht Herbert Reul Einrichtungen wie die Clearingstelle in der Innenstadt als wichtigen Baustein: „Wir werden damit Kriminalität nicht wegbekommen. Aber das ist ein Element, um sie nicht entstehen zu lassen.“ Wer die Hilfe annehme, sei weniger gefährdet, straffällig zu werden.

Das Angebot wird von der Katholischen Jugendagentur Wuppertal getragen. Deren Geschäftsführerin Felizitas Marx erläuterte, dass die Stadt Solingen und das Erzbistum Köln die Finanzierung hauptsächlich sichern. Hinzu komme Unterstützung durch die Walbusch-Jugendstiftung und den Verein Füreinander. Jahr für Jahr stelle sich die Finanzierungsfrage aufs Neue. „Wir freuen uns über jede kontinuierliche Landesförderung“, sagte Jan Welzel deshalb. Sein Parteifreund Herbert Reul machte mit Blick auf die angespannte Finanzlage keine großen Hoffnungen: „Ich bin kein Versprecheronkel.“

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Ohligs: Der Parkplatz, auf dem fast niemand steht
Ohligs: Der Parkplatz, auf dem fast niemand steht
Ohligs: Der Parkplatz, auf dem fast niemand steht
Mann auf der Viehbachtalstraße löst Einsatz aus
Mann auf der Viehbachtalstraße löst Einsatz aus
Mann auf der Viehbachtalstraße löst Einsatz aus
Islamischer Staat: Razzia bei Unterstützern auch in Solingen
Islamischer Staat: Razzia bei Unterstützern auch in Solingen
Islamischer Staat: Razzia bei Unterstützern auch in Solingen
Hochwasser: So sichern die Unterburger ihre Häuser ab
Hochwasser: So sichern die Unterburger ihre Häuser ab
Hochwasser: So sichern die Unterburger ihre Häuser ab

Kommentare