Heizen

Wie man Energie sparen kann – und wie nicht

19 Grad Raumtemperatur seien optimal, so der Innungsobermeister. Eine Einsparung gelinge und es bleibe annehmbar warm.
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19 Grad Raumtemperatur seien optimal, so der Innungsobermeister. Eine Einsparung gelinge und es bleibe annehmbar warm.

Sanitär und Heizungstechnik: Innung gibt Tipps zum Energieverbrauch und welche Fehler man unbedingt vermeiden sollte.

Von Timo Lemmer

Sie meinen es gut. Aber gut gemeint ist eben nicht immer gut gemacht. Die Solinger Betriebe im Sanitär- und Heizungsbereich erleben derzeit vermehrt, dass Kunden übermotiviert mit ihrem Sparwillen umgehen. Manche Menschen übertreiben es beim Versuch, mit Energie hauszuhalten.

Passend dazu: Solingen möchte mehr Haushalte mit Energie vom Müllheizkraftwerk versorgen

Letztlich richten sie damit Schäden an, die die erhofften Einsparungen bei weitem übertreffen. „Viele nehmen entweder Fehleinstellungen vor oder sparen gleich am falschen Ende“, weiß Andreas Glingener. Er ist stellvertretender Obermeister der Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Solingen. Hier benennt er einige Sparpotenziale und macht auf die größten Fehler aufmerksam:

Warmwasser: Fehler und Tipps

Gerade beim Warm- und Trinkwasser kommt es immer wieder vor, dass Verbraucher zu Hause im Sparansinnen übertreiben. „Wenn man sich bei den Einstellungen der Trinkwasserspeicher und der Wassertemperatur nicht genau sicher ist, sollte immer der betreuende Installateur zurate gezogen werden. Generell ist bei dem Thema eine Rücksprache immer sinnvoll“, sagt Glingener.

Er verweist auf bekannte Fehler, die zu Problemen in oft ungeahnten Ausmaßen führen: „Von der Reduzierung der Speichererwärmung ist wirklich abzuraten. Das kann fatale Folgen haben. Man riskiert bei falscher Einstellung eine Verkeimung des Trinkwassers. Wenn einmal eine gewisse Keimanzahl vorhanden ist, gibt das Langzeitprobleme.“

Es könnten sich Keimnester in unerreichbaren Ecken oder im natürlichen Biofilm bilden, die fortan immer wieder für Ärger sorgen. Oft bleibt dann nur der komplette Rückbau – alle Leitungen müssen ausgetauscht werden. Eine Legionellenschaltung hilft. Im Idealfall wird der Speicher einmal wöchentlich auf 60 Grad erhitzt.

Sparpotenzial: Die Gefahr, im Bereich des Warmwassers selbst Hand anzulegen, ist also groß. Eine starke Temperaturabsenkung der Trinkwassererwärmer ist nicht ratsam. Dennoch erkennt Glingener viele Möglichkeiten, Energie und Geld zu sparen. Ein hydraulischer Abgleich kann die Anlagen optimieren. Hocheffizienzpumpen und andere energieeffiziente Technik kann eingesetzt werden.

Energieverluste können überdies durch ausreichende Wärmedämmung minimiert werden – das gilt für die Wärmeerzeuger sowie Rohrleitungen gleichermaßen. In Absprache mit dem Installateur könnten zudem einige Einstellungen angepasst werden. Die Absprache sei aber äußerst wichtig, da es pauschale Tipps hierzu quasi nicht gebe: „Jede Anlage und Situation ist individuell.“ Der wichtigste Tipp aber sei, mit Wasser sinnvoll und nicht verschwenderisch umzugehen – wenn dies nicht ohnehin längst geschehe.

Raumtemperatur: Tipps für das richtige Heizen

Was die Keime für Rohre sind, ist der Schimmel für Räume. „Das Thema Wohnraumbeheizung läuft uns derzeit oft über den Weg“, sagt Glingener. Auch hier tut Übermut selten gut. „Gerade im Herbst und Winter, also jetzt in den feuchten Monaten, gibt es schnell Feuchtigkeits- und Schimmelschäden, wenn gar nicht beheizt wird.“

Das gelte nicht nur für genutzte, sondern auch für ungenutzte Räume: „Es ist nicht gut, einzelne Räume nicht zu heizen.“ Unterm Strich verbrauche man dadurch teilweise sogar mehr Energie. Der beheizte Raum kühlt schleichend aus. Dafür sorgen dünne Zwischenwände und Wohnungstüren sowie die schlechte Innendämmung. Letztlich muss für die beheizten Bereiche mehr Energie aufgewendet werden.

So heizt man richtig

Tipp: Wichtig sei daher ein gleichbleibendes Temperaturniveau, auch ungenutzte Räume sollten „ein bisschen“ beheizt werden. Die Schallgrenze, wie Glingener sagt, liege für einen Raum bei 16 Grad: Alles darunter sei gefährlich, egal ob der Raum genutzt wird oder nicht. Mit Blick auf vielgenutzte Räume sagt er: „Die Komforttemperaturen können durchaus weg.“ 19 Grad Raumtemperatur hält er für optimal. So gelingt eine Einsparung und es ist weiterhin annehmbar  warm.

Beratung von Sanitär- und Heizungstechnikern

Glingener verweist insbesondere darauf, die Beratungen der Solingen Sanitär- und Heizungstechniker wahrzunehmen. „Viele Menschen schrecken davor zurück, weil sie vor Investitionen zurückschrecken.“ Das sei aber unbegründet: „Oft reicht es aus, etwas an den technischen Einstellungen sowie dem Nutzerverhalten zu ändern. Das kostet am Ende nur einen kleinen Stundenlohn.“ Darüber hinaus gebe es natürlich auch Einsparungen, die durch Investitionen gelingen können.

shk-innung-solingen.de

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