ST vor Ort

Heimatwerkstatt hat jüngere Generation im Blick

Thomas Zühlke (l.) ist beim Heimatverein für die Heimatwerkstatt verantwortlich. Auch Annemarie Jacob und Thomas Rauh wirken bei dem Prozess aktiv mit.
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Thomas Zühlke (l.) ist beim Heimatverein für die Heimatwerkstatt verantwortlich. Auch Annemarie Jacob und Thomas Rauh wirken bei dem Prozess aktiv mit.

Heimatverein und Stadt wollen die Vorzüge und Nachteile Gräfraths analysieren und den Stadtteil fit für die Zukunft machen.

Von Andreas Tews

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Solingen. Bei der Frage, welche Werte die Menschen mit Heimat verbinden, habe man in den vergangenen Jahrzehnten zumindest in Gräfrath die jüngeren Menschen aus dem Blick verloren. „Wir haben die Schwerpunkte anders gesetzt“, bedauert Thomas Zühlke vom Heimatverein des Stadtteils. Das soll sich jetzt ändern. In einer Heimatwerkstatt wollen die Gräfrather jetzt unter Federführung des Heimatvereins „strategisch und ergebnisoffen“ daran arbeiten, den Stadtbezirk als Zukunftsstandort zu etablieren. Dabei sei es unter anderem wichtig, Gräfrath für jüngere Menschen attraktiver zu machen.

Die mehrmonatige Aktion ist angelehnt an das von der NRW-Landesregierung aufgelegte Heimatwerkstatt-Programm. Aus diesem Topf fließen 16 000 Euro an Zuschüssen nach Gräfrath. Den Rest der benötigten Summe (knapp 1800 Euro) muss der Verein selbst mit Hilfe von Sponsoren aufbringen.

Einen Zukunftsstandort voranzubringen heißt laut Projektleiter Zühlke nicht, Altes, wie zum Beispiel den denkmalgeschützten Gräfrather Ortskern zu vernachlässigen. Mit neuen Methoden müsse aber erreicht werden, seine Bedeutung und Vorzüge sowie die des Stadtteils auch jüngeren Menschen zu vermitteln. Es gehe darum, einen positiven Lebensraum zu schaffen, in dem die Menschen gerne bleiben und nicht wegziehen. Zühlke: Jeder, der in Gräfrath wohnt und bleibt, ist ein Gewinn für Gräfrath.“

„Die Ergebnisse dürfen gerne überraschend und innovativ sein.“

Thomas Zühlke, Heimatverein

Die Heimatwerkstatt sei zeitlich auf rund zehn Monate angelegt. Als Nächstes steht in der kommenden Woche ein Treffen bei Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) an. Dabei soll der weitere Zeitplan festgelegt werden. Nach ursprünglichen Plänen sollte die Heimatwerkstatt längst laufen. Wegen der Pandemie ist sie aber verschoben worden. Laut Martin Hückeler, der das Projekt im Büro des Oberbürgermeisters begleitet, könnte es auf einen Start im September hinauslaufen.

Wenn es denn losgeht, soll es zu Beginn eine große Auftaktveranstaltung geben, bei der den Teilnehmern vermittelt werden soll, was man vorhabe. Danach beginne eine Arbeitsgruppenphase mit drei Schwerpunktthemen. Zunächst soll es eine Bestandsaufnahme geben. Danach werden die aktiven Teilnehmer vereinbaren, wohin die Gräfrather Reise gehen soll. Danach sei zu klären, welche Projekte gefördert werden können. Als Mitwirkende gewinnen will Zühlke Vertreter von Vereinen und Interessengemeinschaften sowie andere Akteure und Bürger. Auch die Stadtverwaltung ist mit im Boot. Zum Abschluss soll es wieder eine große Veranstaltung geben.

Auch Hückeler hofft auf offene Diskussionen, bei denen kreative Prozesse gefördert werden. Er kann sich bei den Workshops in der Arbeitsgruppenphase vier Schwerpunktevorstellen. Bei einem könne es um die Verbindung von Altem (Denkmälern) und Neuem (eventuell digitalen Angeboten) gehen. In einer weiteren Gruppe könnten die Besonderheiten Gräfraths herausgearbeitet werden. Den dritten Schwerpunkt sieht er im Bereich „Zukunft Heimat“ im Licht der Jugend. Zudem solle darüber gesprochen werden, wie man das vielfältige Engagement im Stadtteil sinnvoll verbinden könne.

Was bei der Heimatwerkstatt am Ende herauskommt, soll sich laut Zühlke im laufenden Prozess entwickeln. Dabei könne es sich zum Beispiel um neue Ideen für Veranstaltungen, strukturelle Ansätze für die Stadtteilarbeit oder Projekte handeln, bei denen die Gräfrather auf eine erneute Förderung des Landes hoffen können. Zühlke: „Die Ergebnisse dürfen gerne überraschend und innovativ sein.“ Er hofft auf neue Impulse, auf die Akteure, wie die des Heimatvereins oder der Politik „nie gekommen wären“.

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