Anklage: Heimtückischer Mord

Hasseldelle: Verteidiger zweifelt psychiatrisches Gutachten an

Die Angeklagte soll fünf ihrer Kinder getötet haben.
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Die Angeklagte soll fünf ihrer Kinder getötet haben.

Vor dem Landgericht Wuppertal hat am Montag der Prozess gegen eine 28-jährige Solingerin begonnen, die im Verdacht steht, im September vergangenen Jahres fünf ihrer sechs Kinder getötet zu haben.

+++Update 14.15 Uhr+++

Solingen. Nachdem im Prozess die Anklage gegen die 28-jährige Solingerin verlesen wurde, stellte einer ihrer Verteidiger, Thomas Seifert, mehrere Anträge. Darunter zweifelt er das zuvor erstellte psychatrische Gutachten an.

Die junge Mutter macht weiterhin keine Angaben zur Tat.

+++Update 14. Juni, 12.30 Uhr+++

Solingen. Vor Beginn der Verhandlungen am Landgericht Wuppertal heute hat Staatsanwalt Heribert Kaune-Gebhardt ein Statement zu der Tat in der Hasseldelle abgegeben. Nach umfangreichen Ermittlungen sei demnach davon auszugehen, dass die Angeklagte ihre fünf Kinder, der Reihe nach von jung bis alt, umgebracht hat. Die Staatsanwaltschaft geht zudem davon aus, dass sie voll schuldfähig ist.

Staatsanwalt Heribert Kaune-Gebhardt spricht zu der Tat in der Hasseldelle.

Die Staatsanwaltschaft wirft der zur Tatzeit sechsfachen Mutter vor, am Morgen des 3. Septembers 2020 zwischen 7.20 und 11.30 Uhr in ihrer Wohnung in Solingen ihren fünf jüngsten Kindern (im Alter von ungefähr eineinhalb, zwei, drei, sechs und achteinhalb Jahren; der Älteste hatte bereits gegen 7 Uhr das Haus verlassen) jeweils hohe Dosen der Medikamente Vomex, Vomacur und Nurofensaft in deren Frühstücksgetränke gemischt zu haben. Die Kinder sollen nach Einnahme der Flüssigkeit, wie von der Angeklagten gewollt, schläfrig geworden und in der Folge eingeschlafen sein. Die Angeklagte soll dann im Badezimmer ihrer Wohnung Wasser in die Wanne eingelassen, Badespielzeug bereitgelegt und ein mobiles Heizgerät im Raum aufgestellt und in Betrieb genommen haben. Sie soll dann ihre Kinder nacheinander in das Badezimmer gebracht, dort ausgezogen und in der Badewanne erstickt oder ertränkt haben. Anschließend soll sie das jeweilige Kind in Handtücher gewickelt in das Kinderzimmer zurückgelegt und das vorbeschriebene Vorgehen mit ihren weiteren vier Kindern nacheinander wiederholt haben. (Update: Laut Anklageschrift wiesen die Kinder zudem teilweise massive Kopfverletzungen auf und wurden vermutlich gewürgt.)

Mutmaßlich ist eine Whatsapp-Konversation der Angeklagten mit ihrer Mutter im Vorfeld der Tat Anlass für diese gewesen, berichtet der Staatsanwalt. Gegenstand der Konversation, sei die neue Freundin ihres Ex-Mannes gewesen. Angaben zur Tat, zum Anlass und zum Motiv habe die junge Mutter bisher nur gegenüber der Anstaltspsychologin gemacht, auf eine Vernehmung hat sie sich nicht eingelassen. Der Staatsanwaltschaft gegenüber habe die 28-Jährige zunächst eine andere Version geschildert: Sie sei von einem unbekannten Mann mit Maske gefesselt worden, bevor dieser die Kinder tötete. Diese Version hält die Staatsanwaltschaft aber nicht für glaubwürdig.

Bei einer psychologischen Untersuchung seien keine psychischen Grunderkrankungen festgestellt worden. Ein abschließendes psychologisches Gutachten wird es aber erst nach der Beweisaufnahme geben, heißt es von der Staatsanwaltschaft. KDow

Unser Artikel vom 13. Juni

Solingen. Den Vorsitz der Schwurgerichtskammer hat Richter Jochen Kötter. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die junge Mutter ihre drei Töchter und zwei Söhne im Alter von einem bis acht Jahren zunächst mit Medikamenten in ihrer Wohnung im Solinger Ortsteil Hasseldelle sediert und später erstickt beziehungsweise in der Badewanne ertränkt hat.

Das Schicksal der Kinder bewegte Menschen bundesweit.

Die Anklage lautet auf heimtückischen Mord. Einzig der älteste Sohn der Familie, zum Tatzeitpunkt elf Jahre alt, überlebte die Tat und wohnt dem Vernehmen nach bei seiner Großmutter in Mönchengladbach. Der Fall hat bundesweit für Entsetzen gesorgt, bei dem Prozess wird eine hohe Medienpräsenz erwartet. Vorerst sind elf Verhandlungstage angesetzt. -KDow-

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