Familientragödie

Hasseldelle: Kinder wurden beerdigt

Zahlreiche Bürger versammelten sich am Samstag in der Hasselstraße, um gemeinsam zu trauern. Foto: Michael Schütz
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Zahlreiche Bürger versammelten sich in der Hasselstraße, um gemeinsam zu trauern.

Die fünf Kinder aus der Hasseldelle, die mutmaßlich von ihrer 27-jährigen Mutter getötet worden waren, wurden inzwischen in Mönchengladbach beigesetzt.

Solingen. Update vom 18. September: Dies bestätigte die Stadt am Freitag auf Nachfrage. Die Beerdigung fand im kleinsten Kreis der Familie statt. Viele Solinger hatten nach den tragischen Geschehnissen für den überlebenden elfjährigen Sohn der Familie gespendet, der bei seiner Großmutter in Mönchengladbach untergebracht ist. 

Nach Angaben der Stadt sei mittlerweile ein fünfstelliger Betrag auf dem Spendenkonto zusammengekommen. Die Beschuldigte hat sich bislang noch nicht zu den Vorwürfen geäußert – die Ermittlungen dauern an. - KDow -

Nach der Familientragödie an der Hasseldelle, bei der fünf Kinder mutmaßlich von der eigenen Mutter getötet wurden, hat der Verein Flüchtlingshilfe ein neues Projekt ins Leben gerufen: Unter dem Namen SOS Menschenhilfe wollen Saskia Frings, Christine Osiw und weitere freiwillige Helfer Menschen in Notlagen eine Anlaufstelle bieten.

Artikel vom 7. September 2020

Bürger gedenken getöteter Kinder in der Hasseldelle

Von Kristin Dowe

Hohe Anteilnahme bei Schweigeminute – Stadt will ein Spendenkonto zur Unterstützung der Familie einrichten.

Ein Meer von Kerzen, Blumen und Teddybären säumte am Wochenende das Mehrfamilienhaus an der Hasselstraße im Stadtteil Hasseldelle, in dem am Donnerstag eine unfassbare Tat ans Licht gekommen war: Eine Mutter hatte dort mutmaßlich fünf ihrer sechs Kinder getötet und anschließend versucht, sich selbst das Leben zu nehmen, indem sie sich vor einen Zug warf. Sie überlebte den Suizidversuch schwer verletzt.

Der Fall hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt. Auf Initiative des Vereins „Wir in der Hasseldelle“ versammelten sich am Samstagabend Hunderte Bürger an der Hasselstraße zu einer Schweigeminute, um der verstorbenen Kinder zu gedenken und gemeinsam Abschied zu nehmen, darunter auch viele Kinder. Ein ähnliches Bild bot sich in der Innenstadt am Neumarkt, wo ebenfalls viele Solinger mit Blumen ihre Anteilnahme und Trauer zum Ausdruck brachten.

Idee zu Spendenkonto kam in sozialen Netzwerken auf

Besonders das Schicksal des überlebenden Kindes, ein elfjähriger Junge, hatte viele Solinger zutiefst bewegt. Diesen hatte die Mutter als einzigen von der mutmaßlichen Tat verschont – er befindet sich aktuell in der sicheren Obhut seiner in Mönchengladbach lebenden Großmutter.

„In den sozialen Netzwerken hatten einige Bürger die Idee geäußert, ein Spendenkonto für die Familie und insbesondere für den Sohn einzurichten. Diese Anregung haben wir gerne aufgegriffen“, berichtet Rathaussprecher Lutz Peters auf Nachfrage. Das Spendenkonto werde in Kürze bei der Stadt-Sparkasse Solingen eingerichtet – mit den Spenden solle voraussichtlich auch die Beerdigung der fünf Kinder finanziert werden.

Unmut gab es bei der Stadt über grenzüberschreitendes Verhalten einiger Medienvertreter. So belagerten Reporter offenbar die Grundschule, die eines der Kinder besucht, und veröffentlichten Auszüge eines privaten Chats zwischen dem überlebendem Jungen und dessen Schulfreund. Auch private Fotos, darunter ein Hochzeitsfoto der mutmaßlichen Täterin, waren aufgetaucht. „Eine Beschwerde beim Presserat ziehen wir durchaus in Erwägung“, kündigt Peters an.

Alle Parteien hatten im Zuge der Ereignisse ihren Wahlkampf vorübergehend ausgesetzt. Eine Ausnahme bildete die AfD, die am Freitag eine Kundgebung auf dem Neumarkt vor etwa 20 Zuschauern abhielt.

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