Konsum

Handel sorgt sich um das Weihnachtsgeschäft

Nicht nur in Mitte (Blick auf den Busbahnhof am Graf-Wilhelm-Platz) und in Ohligs hoffen die Händler auf regen Betrieb in den Geschäften und Fußgängerzonen. Die unsichere Lage macht allerdings Sorgen im Hinblick auf das Weihnachtsgeschäft.
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Nicht nur in Mitte (Blick auf den Busbahnhof am Graf-Wilhelm-Platz) und in Ohligs hoffen die Händler auf regen Betrieb in den Geschäften und Fußgängerzonen. Die unsichere Lage macht allerdings Sorgen im Hinblick auf das Weihnachtsgeschäft.

Das Interesse ist da, allerdings spüren Solingens Händler die Zurückhaltung im Kaufverhalten. Neben hohen Energiekosten könnten steigende Gewerbemieten zum Problem werden.

Von Björn Boch

Solingen. Es sind unsichere Zeiten: Weil die Kundschaft nicht weiß, wie viel Geld sie zurücklegen muss für Heizung und Strom, gibt es große Zurückhaltung beim Kaufverhalten. Marktforscher vermelden beim Konsumklima – und damit bei der Bereitschaft, Geld auszugeben – einen Tiefststand nach dem anderen. Das spüren auch die Händlerinnen und Händler in Solingen.

Am Interesse jedenfalls scheint die Zurückhaltung der Konsumenten nicht zu liegen. Beispiel Hofgarten: „Wir sind von der Frequenz her wieder auf dem Stand von 2019, also vor Corona. Bei den Umsätzen sind wir es leider noch nicht“, erklärt Center-Manager Ralf Lindl. Die „große Unsicherheit angesichts der Energiekosten“ sei in vielen Bereichen zu spüren. Auch beim Handel selbst, der ebenso mit steigenden Energiepreisen zu kämpfen hat.

Wir werden unsere Weihnachtsdeko aufhängen – aber wir werden sie nicht einschalten.

Ralf Lindl, Hofgarten

Die Lösung im Hofgarten: „Wir werden unsere Weihnachtsdeko aufhängen – aber wir werden sie nicht einschalten. Auch, um ein Zeichen zu setzen“, so Ralf Lindl, der im Vorstand des Werbe- und Interessenrings Solinger Innenstadt (W.I.R.) ist. Mit Kaufzurückhaltung rechnet der W.I.R. – aber auch damit, dass die Menschen trotz allem ihre Geschenke mit Blick auf Weihnachten besorgen werden.

Ralf Engel ist Geschäftsführer des Handelsverbands.

Ralf Engel vom Handelsverband für das Bergische Land erklärt, dass das Weihnachtsgeschäft nicht mehr die herausragende Bedeutung von einst besitze. Aktionstage wie der „Black Friday“ hätten für Veränderungen im Konsumverhalten gesorgt – ebenso die Tatsache, dass viele Beschäftigte ihr Weihnachtsgeld bis dahin schon erhalten haben. „Dennoch lassen die Daten über die Kaufzurückhaltung nichts Gutes erhoffen“, so der Handelsverbandsgeschäftsführer für das Bergische.

Seinen Verband erreichten zunehmend Hilferufe von Händlerinnen und Händlern, die mit extrem gestiegenen neuen Strom- und Gaspreisen konfrontiert werden. „Wir leisten dann Hilfestellung und suchen den Kontakt zu den Energieversorgern.“ Auch in Solingen wisse er von einem solchen Fall.

Tipps zum Umgang mit steigenden Energiepreisen

Ein weiteres Problem: Viele Gewerbemietverträge enthalten eine „Wertsicherungsklausel“. Die solle inflationsbedingte Verschiebungen ausgleichen. „Neben Energiekosten könnten steigende Mieten zusätzlich zum Problem werden“, fürchtet Engel. Generell bekämen die unsichere Lage derzeit alle zu spüren: „Abseits vom Handel werden sicher auch die Gastronomie oder die Reisebranche nicht verschont bleiben.“

Dennoch resigniere der Handel nicht, sondern befinde sich in intensiven Vorbereitungen auf das Weihnachtsgeschäft, wie Brigitte Kiekenap als Vorsitzende für die Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft (OWG) betont. „Trotz der Einschränkungen wollen wir eine stimmungsvolle Atmosphäre schaffen und das eine oder andere Event im kleineren Rahmen durchführen“, erklärt die Buchhändlerin. Das werde sicher „nichts Pompöses“, sei aber wichtig. „Ansonsten konzentrieren wir uns darauf, was die Kunden möchten im Weihnachtsgeschäft – und was wir ihnen an Service bieten können.“

Es sei derzeit für jeden schwierig, jeder hoffe, dass es ihn nicht zu hart treffe. Alle hielten sich bereit, alle bereiteten sich vor. Kiekenap: „Wir wissen aber nicht, was in der nächsten Zeit noch so passiert. Wir fahren nur noch auf Sicht, von Woche zu Woche.“

„Black Friday“

„Black Friday“, der vierte Freitag im November (2022: 25. November), ist in den USA stets der Tag nach Thanksgiving. Er gilt dort als Beginn der Weihnachtseinkaufssaison. Rabattaktionen rund um diesen Tag gibt es in vielen Ländern – im stationären Handel ebenso wie als Online-Aktionen.

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