Nach dem Hochwasser im Juli 2021

Haasenmühle: Behelfsbrücke wird eingehoben

Die Kosten für die Übergangsbrücke bis zum Neubau an anderer Stelle schätzen die Technischen Betriebe Solingen (TBS) auf rund 200 000 Euro für Brückenmiete und Bauarbeiten an den Ufern.

Von Philipp Müller

Solingen. Für drei Jahre soll ab Freitag, 15. Juli, eine Behelfsbrücke die Siedlungen Haasenmühle und Wippe verbinden – genau ein Jahr, nachdem das Jahrhunderthochwasser die alte Brücke schwer beschädigt hatte.

Für drei Jahre soll ab Freitag, 15. Juli, eine Behelfsbrücke die Siedlungen Haasenmühle und Wippe verbinden.

Die niederländischen Spezialisten von Janson Bridgening lieferten die dreiteilige Konstruktion am Dienstagmorgen mit einem Lkw an. Die Solinger Firma Scalabrin hob das Trio aus Stahl und Fahrbahnbelag auf die von der Solinger Baufirma Müller vorbereiteten Widerlager an beiden Ufern des Nacker Bachs.

Die Kosten für die Miete der Übergangsbrücke bis zum Neubau an anderer Stelle schätzen die Technischen Betriebe Solingen (TBS) auf rund 200 000 Euro für Brücken-Miete und Bauarbeiten an den Ufern. Die drei Teile wurden im Laufe des Vormittags dann noch miteinander verbunden. Zur dreijährigen Mietzeit erläuterte die Bauingenieurin Malina Strick, Projektleiterin der TBS für die Haasenmühle, dass dies dafür ein üblicher Zeitrahmen sei.

Es war an der Zeit, die alte Brücke abzureißen, sie hatte massiv Schaden genommen.

Malina Strick, Projektleiterin TBS
Malina Strick ist die Projektleiterin bei den TBS und bereitet den Brückenneubau mit vor.

Beim Hochwasser am 14. und 15. Juli im vergangenen Jahr war die alte Brücke stark beschädigt worden, weil sie unter und überspült worden war. Zuletzt war sie für Fahrzeuge mit mehr als 2,5 Tonnen gesperrt und wurde vor Kurzen endgültig wegen Baufälligkeit abgerissen. „Es war an der Zeit, sie abzureißen, sie hatte massiv Schaden genommen“, erklärte Malina Strick. Rund vier Monate hätten die TBS an der Ersatzbrücke geplant, erklärt die Projektleiterin.

In drei Jahren soll die Behelfsbrücke dann wieder Geschichte sein. Die TBS gehen von einer so langen Planungs- und Bauphase für eine Ersatzbrücke aus. Sie wird näher an der Wupper und damit fast im Mündungsbereich des Nacker Bachs verlaufen und auch überflutungssicher gestaltet sein, teilten Malina Strick und Wulf Riedel von den TBS mit.

Die Solinger Firmen G+O Müller und Scalabrin sind an die Errichtung der Brücke beteiligt.

Riedel ist Teilbetriebsleiter für den Bereich Tiefbau und Verkehr bei der städtischen Tochter TBS. Er sagte, dass für den Neubau bereits Gespräche mit einem Grundstückseigentümer liefen, über dessen Gelände die Straße zur neuen Verbindung laufen soll.

Noch bis Mittwochabend ist die Leichlinger Straße weiter gesperrt. Denn die Firma Müller muss jetzt wieder Material und Maschinen anliefern, um die Brücke mit den Fahrbahnen auf beiden Seiten zu verbinden.

Neue Brücke trägt auch schwere Fahrzeuge

Aus drei Teilen besteht die Behelfsbrücke, die am 15. Juli freigegeben werden wird.

Bis zum 15. Juli müssten dann noch Aufkantungen gegossen werden, berichtete Bauingenieurin Strick. Schon die Ersatzbrücke bietet nach ihren Angaben mehr Hochwasserschutz. So wurde das Bachbett verbreitert und unter der Brücke ist deutlich mehr Platz, als unter der alten Brücke für das Ablaufen von Wasser bei Starkregen war.

Die neue Brücke genügt dem „Last-Modell-1“, damit können schwere Lösch- und Rettungsfahrzeuge ab dem 15. Juli wieder die schnellsten Wege zur Haasenmühle und Wippe nutzen. Sie nutzen zuletzt dafür längere Umwege.

Flut-Schäden

In Folge des Hochwassers aus dem Juli 2021 beklagt die Stadt Schäden an eigener Infrastruktur wie der Brücke an der Haasenmühle in Höhe von rund 30 Millionen Euro. Die Kosten werden teilweise aus dem Wiederaufbaufonds von Bund und Ländern beglichen.

Standpunkt von Philipp Müller: Langer Atem ist gefragt

philipp.mueller@solinger-tageblatt.de

Das Hochwasser aus dem Juli 2021 ist bei vielen Betroffenen noch ständig präsent. Und längst nicht alle Schäden sind beseitigt. Da ist langer Atem gefragt. Die kleine Brücke über den Nacker Bach an der Haasenmühle ist dafür ein Beispiel. Sie war den Wassermassen vom 14. und 15. Juli in keiner Weise gewachsen.

Aber die Stadt Solingen geht das jetzt nicht mit einer Schnelllösung an. Stets wird bei den Wiederaufbauarbeiten auch mitgedacht, wie alles gestaltet und konstruiert werden muss, damit es bei neuen Extremwettern mit viel Starkregen auch halten wird. Da hatte sich gezeigt: An der Haasenmühle muss die Brücke auf Dauer an einer anderen, mehr zu Wupper hin befindlichen Stelle gebaut werden.

Das dauert jetzt weitere drei Jahr, bedeutet, noch mehr langer Atem ist gefragt. Und das wird nicht die letzte Brücke sein. Noch steht die Antwort auf die Frage aus, was mit der von der Wupper weggespülten Brücke in Rüden wird.

Lesen Sie auch: Recyclinganlage in Gräfrath: Bau soll dieses Jahr beginnen

Rubriklistenbild: © Michael Schütz

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