Anbau

Gymnasium Schwertstraße wird erweitert

Direktor Ulrich Nachtkamp zeigt die Pläne für das Gymnasium Schwertstraße. Im Hintergrund ist der Erweiterungsbau aus den 90er Jahren zu sehen, der ab 2022 um einen Anbau verlängert werden soll. Foto:
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Direktor Ulrich Nachtkamp zeigt die Pläne für das Gymnasium Schwertstraße. Im Hintergrund ist der Erweiterungsbau aus den 90er Jahren zu sehen, der ab 2022 um einen Anbau verlängert werden soll.

Nach der Kernsanierung des Altbaus wird noch ein Anbau errichtet – Fertigstellung ist Ende 2023 geplant.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Seit zwei Jahren wird am Gymnasium Schwertstraße umfassend gebaut. Die Arbeiten werden länger dauern als ursprünglich geplant. Denn die Schule bekommt im Zuge der Sanierung noch einen Erweiterungsbau. Dieser soll neben dem Gebäudeteil aus den 90er Jahren, der Malteserstraße liegt, errichtet werden. Hintergrund ist die Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren (G9). Dadurch benötige das Gymnasium in Zukunft mehr Platz, erklärt Direktor Ulrich Nachtkamp. „Beim alten G9 galten noch andere Schulraumstandards als heute.“

Der Neubau soll nach der Sanierung des Altbaus in Angriff genommen werden, die nach derzeitigem Stand bis Ende 2022 dauern wird. „Die Arbeiten liegen im Zeitplan“, teilt Stadtsprecherin Stefanie Mergehenn auf Anfrage mit. Seit zwei Jahren hat die Schule zwei Standorte. Die Jahrgänge 8 bis 12 sind im ehemaligen Hauptschulgebäude an der Krahenhöhe ausgelagert. An der Schwertstraße wird die Unterstufe unterrichtet. Ursprünglich war geplant, dass 2022 alle Klassen wieder an den Hauptstandort zurückkehren. Mergehenn: „Da in der Planungsphase beschlossen wurde, das pädagogische Konzept, welches bis Anfang 2020 erarbeitet wurde, flächendeckend umzusetzen, wurden auch die Gebäudeteile überplant, die ursprünglich in ihren Zustand belassen werden sollten.“

Denn die Sanierung wird auch für einen pädagogischen Umbau genutzt. Von den Raumzuschnitten über die Einrichtung bis hin zur digitalen Ausstattung aller Räume sei der gesamte Komplex neu geplant worden. Die Schwertstraße soll zu einer so genannten „Clusterschule“ werden, erläutert Nachtkamp: Jeder Jahrgang bildet ein Cluster, die Klassen werden gemeinsam in einem Bereich untergebracht. „Diese werden für die fünften Klassen natürlich anders aussehen als für die zehnten.“

Klassenzimmer erhalten zusätzliche Differenzierungsräume. Flurflächen werden zum Teil zu Forumsbereichen, die sich für Gruppenarbeit oder das Lernen in Freistunden anbieten. Im Altbau werden dafür Mauern entfernt oder neu gezogen. An der Planung seien das Kollegium, Schüler und Eltern beteiligt gewesen, berichtet Nachtkamp. „Das war unheimlich wertvoll.“

Voraussichtlich Ende 2022 sollen die Jahrgänge 5 bis 7 in de kernsanierten und neu konzipierten Altbau umziehen. Dann geht es mit der Umgestaltung des Erweiterungsbaus aus den 90er Jahren weiter. Mit der Errichtung des Neubaus soll bereits im August 2022 begonnen werden, heißt es aus dem Rathaus. „Der Gebäuderiegel an der Malteserstraße wird quasi verlängert“, erläutert Nachtkamp. Die bisherige Feuerwehrzufahrt unter dem Gebäude werde näher an den Bunker, den Ort der ehemaligen Synagoge, verlegt. Im Erdgeschoss des Erweiterungsbaus soll später das Lehrerzimmer untergebracht werden, im Geschoss darüber die Verwaltung der Schule.

Gymnasium Schwerstraße in Solingen: Auch der Schulhof soll erneuert werden

Die Stadtverwaltung geht derzeit davon aus, dass Neubau und Umgestaltung bis Ende 2023 dauern werden. Erst nach Fertigstellung aller Gebäudeteile könnte der Umzug der Schüler aus dem Schulgebäude an der Krahenhöhe zurück zur Schwertstraße erfolgen, erklärt Sprecherin Mergehenn. „Aufgrund der weltweiten Lieferengpässe bei Baumaterialien hoffen wir, die Maßnahme planmäßig fertigzustellen.“

Erneuert werde auch der Schulhof, der mehr zu einem Bewegungsraum werden soll, berichtet Nachtkamp. „Die Schülervertreter sollen sagen, was sie sich wünschen.“ Geplant sei zudem ein größeres Büro für die Schülervertretung im Zentrum der Schule, Räume für Schülerfirma und Nachhaltigkeitsbüro. Die Cafeteria im Erdgeschoss des Altbaus werde erweitert, der Raum für die Übermittagbetreuung soll künftig direkt daneben sein.

Sanierung

Hintergrund: Der ursprüngliche Altbau des Gymnasiums Schwertstraße wurde 1898 errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das stark beschädigte Gebäude wieder aufgebaut. Mehrere Erweiterungen folgten. Im Februar 2019 teilte die Stadtverwaltung mit, dass der Altbau massive statische und brandschutztechnische Mängel aufweise. Das Gebäude wird deshalb seit Sommer 2019 kernsaniert. Mittel- und Oberstufe sind übergangsweise an der Schützenstraße untergebracht.

Kosten: Für die Baumaßnahme und die Umzugskosten hat die Stadt rund 25 Millionen Euro veranschlagt.

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