Einzelhandel und Gastronomie

Solingen-Gutschein soll 2023 kommen

So sehen die Ohligs-Gutscheine derzeit aus. Auch zukünftig sollen stadtteilspezifische Motive die Karten zieren.
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So sehen die Ohligs-Gutscheine derzeit aus. Auch zukünftig sollen stadtteilspezifische Motive die Karten zieren.

Werbegemeinschaften der Stadtteile einigen sich auf ein gemeinsames Modell. So soll der Gutschein funktionieren.

Von Manuel Böhnke

Solingen. In Solingen soll es ab 2023 einen stadtteilübergreifenden Gutschein für Einzelhandel und Gastronomie geben. Darauf haben sich die Werbegemeinschaften in Mitte, Ohligs und Wald geeinigt, berichtet Waldemar Gluch. „Ich bin sehr optimistisch, dass wir das Projekt im kommenden Jahr umsetzen und so Kaufkraft in Solingen binden können“, betont der Vorsitzende des Initiativkreises Solingen.

Vorbild des Modells ist der Ohligs-Gutschein, den die dortige Werbe- und Interessengemeinschaft (OWG) vor knapp fünf Jahren initiiert hat. Deren Vorsitzende Brigitte Kiekenap sagt zu den Erfahrungen: „Die Nachfrage steigt stetig.“ Dass nun ein System für ganz Solingen eingeführt wird, bewertet die Buchhändlerin positiv. Sie erwartet, dass einerseits der Anreiz für Gewerbetreibende steigt, sich dem System anzuschließen. Zum anderen: „Der Gutschein ist auch eine attraktivere Geschenkidee, wenn er in ganz Solingen gilt.“

So arbeitet Ohligs an einer urbanen Zukunft

Das sind die Vorteile eines Gutscheins

In vier Ohligser Geschäften ist der Gutschein für den Stadtteil derzeit erhältlich. Eingesetzt werden kann das Guthaben bei knapp 40 Gastronomen und Händlern. Es ist möglich, den Betrag zwischen mehreren Geschäften aufzuteilen.

Für die Gewerbetreibenden ist der Aufwand verhältnismäßig gering. Per Computer-Programm und Smartphone-App können sie den jeweiligen Betrag von den Gutscheinen abbuchen. Dabei fallen für sie – ähnlich wie bei der Zahlung per Kreditkarte – Gebühren an. In Ohligs zahlen die teilnehmenden Betriebe beispielsweise 4,9 Prozent pro Transaktion, OWG-Mitglieder 2,9.

Das Geld geht an den Düsseldorfer Dienstleister Stadtguthaben. Er setzt das System in Ohligs um und soll auch das stadtteilübergreifende Konzept verantworten. Darauf haben sich die Werbegemeinschaften geeinigt.

Neben Stadtguthaben hatte sich noch ein weiterer Anbieter vorgestellt. Dieser konnte jedoch nicht vollends überzeugen. „Das andere System ist deutlich flexibler und kostengünstiger. Zudem wurden in Ohligs gute Erfahrungen damit gemacht“, erklärt Rainer Francke die Entscheidung. Er ist der Vorsitzende des Walder Werberings. Brigitte Kiekenap nennt einen weiteren Vorteil: Der Dienstleister partizipiert nicht an möglichem Restguthaben. Bedeutet: Wird ein Gutschein nicht eingelöst, kann das Geld in Projekte der Werbegemeinschaften fließen.

Das ist ein guter Schritt.

Rainer Francke, Walder Werbering

„Wir hoffen, dass sich der Gutschein positiv auswirkt“, betont Detlef Ammann. Er ist der Vorsitzende des Werbe- und Interessenrings Solinger Innenstadt. Sein Walder Pendant Francke teilt diesen Wunsch: „Das ist ein guter Schritt.“ Für ihn beweise das Projekt, dass die Zusammenarbeit der Werbegemeinschaft unter dem Dach des Initiativkreises gut funktioniert.

Potenzial sieht Waldemar Gluch für die Gutscheine als „steuerfreie Sachbezüge“. Das sind Zuwendungen, die Arbeitgeber Beschäftigten als Sachleistung auszahlen können – bis zu 50 Euro pro Monat und Mitarbeiter. „Dafür möchten wir bei den Solinger Unternehmen aktiv werben“, sagt der Initiativkreis-Vorsitzende.

Zunächst gelte es aber, die organisatorischen Hürden für die Einführung des Solingen-Gutscheins zu bewältigen und möglichst viele Händler und Gastronomen von dem Konzept zu überzeugen. Wenngleich noch offene Fragen zu klären sind, steht bereits fest: Die Gutscheine sollen übergreifend gelten, jedoch mit typischen Motiven der Stadtteile bedruckt sein.

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Initiativkreis

Das Ziel des Initiativkreises ist es, Solingen aufzuwerten, attraktiver zu gestalten und die Anziehungskraft der Stadt zu erhöhen. Zu den Mitgliedern zählen unter anderem die Werbegemeinschaften in Mitte, Ohligs und Wald, die Fördergemeinschaft Höhscheid/Grünewald, der Gräfrather Heimatverein, der Handelsverband, die Wirtschaftsförderung, das Stadtmarketing, die Stadt-Sparkasse und das Solinger Tageblatt.
www.initiativkreis-solingen.de

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Standpunkt von Manuel Böhnke: Vor Augen führen

manuel.boehnke@solinger-tageblatt.de

Die Voraussetzungen in den Solinger Stadtteilen sind unterschiedlich. Doch die Herausforderung, vor denen insbesondere der Handel steht, ähneln einander allerorten. Deshalb ist gut, dass die Werbegemeinschaften unter dem Dach des Initiativkreises einen gemeinsamen Solingen-Gutschein auf den Weg bringen. Die Lage in der Klingenstadt ist kompliziert. Dass viele Solinger zum Shoppen ins Rheinland oder Ruhrgebiet fahren, ist nicht neu.

Hinzu kommt die starke Online-Konkurrenz. Doch dieser schwierigen Rahmenbedingungen zum Trotz gibt es in der Stadt weiterhin viele Einzelhändler, die einen guten Job machen, denen die Weiterentwicklung Solingens am Herzen liegt. Der neue Gutschein kann dazu beitragen, den Kunden genau das wieder vor Augen zu führen – und damit den Wirtschaftsstandort zu stärken. 

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