Kreativität fördern

Kunst und „Blindes Vertrauen“

Gerd Boes ist Mitinitiator der Ausstellung in der Galerie SK.
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Gerd Boes ist Mitinitiator der Ausstellung in der Galerie SK.

Menschen mit und ohne Einschränkungen stellen in den Güterhallen aus.

Von Wolfgang Günther

Solingen. Die erst vor wenigen Monaten in Langenfeld gegründete Werkgruppe Posthorn hat Mitglieder mit und ohne kognitive oder körperliche Einschränkungen. Der Verein möchte den Menschen, die zum Teil in Betreuten Wohngemeinschaften leben, die Teilhabe an künstlerischen und handwerklichen Prozessen ermöglichen, ihre Kreativität wecken und fördern. In der kurzen Zeit haben sich viele Unterstützer eingefunden. „Für die erste Ausstellung unseres Vereins stellen die Solinger Künstler ihre Galerie in den Güterhallen gerne zur Verfügung“, sagte der 1. Vorsitzende Gerd Boes bei der gut besuchten Vernissage am Sonntagnachmittag.

Werkgruppe trifft sichin einem Atelier

Zwölf Mitglieder der Werkgruppe mit unterschiedlichen Einschränkungen stellen dort ihre Arbeiten aus, sie trägt den Titel „Blindes Vertrauen“. Paula Aldea sitzt seit ihrem 13. Lebensjahr im Rollstuhl, ihre Behinderung steht aber ihrer künstlerischen Ausdruckskraft ganz und gar nicht im Weg. Witzig sind ihre gemalten Türen mit echten Türklinken. Die junge Künstlerin studiert Kunstpädagogik, macht bald ihren Master und hat das Berufsziel Kunsttherapeutin. „Die werden in vielen Kliniken und Reha-Einrichtungen gebraucht“, erklärt sie.

Treffpunkt der Werkgruppe ist das Atelier von Helga Pollok in Langenfeld. Dort werden sie von Vereinsmitgliedern betreut, die berufliche Erfahrung im sozialen und heilpädagogischen Bereich haben. „Neben der Arbeit in kleinen Gruppen im Atelier von Helga in Langenfeld unternehmen wir viele Ausflüge mit unseren Mitgliedern, vor kurzem waren wir noch im Müngstener Brückenpark“, berichtet die Betreuerin Ela Schneider. Mit Sprache kann sich Gerd Jaklic nicht ausdrücken, aber seine kleinen, fein gemalten Bilder der Riesenbrücke fallen ins Auge.

Eine Gemeinschaftsarbeit war die vielfältige Gestaltung von Delfinen, die eine ganze Wand der Galerie SK einnehmen. „Es ist einfach wunderbar zu sehen, wie bei uns die Menschen mit Behinderung unter behutsamer Anleitung ihre schlummernden Fähigkeiten entwickeln, plötzlich entsteht ein Bild, wo vorher nur Striche waren, das ist faszinierend“, sagte Gerd Boes.

Besonders begeistert waren die Besucher der Vernissage von den QR Codes an vielen Bildern, die mittels einer digitalen Sprachausgabe über ein Handy Informationen zu den Objekten geben.

Die Ausstellung ist bis zum 6. Juni in der Galerie SK in den Güterhallen zu sehen. Mittwoch und Donnerstag von 17 bis 19 Uhr, an Sonntagen und Feiertagen von 11 bis 17 Uhr. Die Bilder und Objekte stehen zum Verkauf.

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