Schulausschuss

Grundschule Bogenstraße wird vierzügig

Ein Anbau und ein Neubau sollen rund 1000 Quadratmeter mehr Platz für Schüler an der Grundschule Bogenstraße bringen. Foto: Philipp Müller
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Ein Anbau und ein Neubau sollen rund 1000 Quadratmeter mehr Platz für Schüler an der Grundschule Bogenstraße bringen.

Schulausschuss macht den Weg für Neubauten auf Grundlage des Schulentwicklungsplans frei

Solingen. Rund 4,8 Millionen Euro will die Stadt Solingen in die Hand nehmen, um die Grundschule Bogenstraße von zwei auf vier Züge zu vergrößern. Dem stimmte der Schulausschuss in seiner jüngsten Sitzung im Rahmen einer Vorberatung einstimmig zu. Die endgültige Entscheidung wird dafür in der Sitzung des Stadtrats am 6. Mai erwartet.

Basis der Überlegungen ist der Schulentwicklungsplan aus dem Jahr 2019. Darin wurde ein zusätzlicher Raumbedarf für die Ohligser Grundschulen ermittelt. Die Verwaltung führte eine Machbarkeitsstudie durch und kam zu dem Ergebnis, sich aus wirtschaftlichen Gründen auf den Ausbau der Grundschule an der Bogenstraße zu konzentrieren.

Barrierefreiheit wird vorab betrachtet und nicht mehr nachgeschoben.

Raoul Brattig, Ausschussvorsitzender

Das wird in der Summe rund 1000 Quadratmeter mehr Fläche für Unterrichtsräume und eine Mensa bedeuten. Sie sind auf einen Neubau und den Umbau der bisherigen Schule verteilt. In einem zweiten Schritt, dafür müssen im Jahr 2022 noch Haushaltsmittel bereitgestellt werden, soll die alte Turnhalle einer neuen und größeren weichen. Die Kosten dafür werden durch die Verwaltung mit rund 8,8 Millionen Euro beziffert. Matthias Knospe, Leiter des Gebäudemanagements der Stadt Solingen, erklärte jedoch, dass alle Kosten nicht in Stein gemeißelt seien. Momentan gebe es eine Preisexplosion von bis zu 30 Prozent bei den Baumaterialien.

Im Ausschuss versicherte Oliver Vogt, Leiter des Stadtdienstes Schule, auf Rückfragen von Helga Bisier (Grüne) und Iris Preuß-Buchholz (SPD), dass auch nach beiden Erweiterungen genug Schulhoffläche zur Verfügung stehe: „Das ist mit der Schulleitung abgestimmt und wird von ihr mitgetragen.“ Tatsächlich fielen höchstens 100 Quadratmeter des bisherigen Schulhofs weg.

Gebaut wird auch nach der neuen Checkliste des Barrierefrei-Konzepts.

Gebaut wird auch nach der neuen Checkliste des Barrierefrei-Konzepts. Aldona Gonzales Thimm von der Verwaltung erklärte, so würden die Standards von Anfang an beachtet, aber es werde auch Kompromisse bei Bauten in Bestandsgebäuden geben. Der Vorsitzende des Ausschusses, Raoul Brattig (FDP), begrüßte dies: „Es ist gut, dass die Barrierefreiheit vorab betrachtet und nicht nachgeschoben wird.“

Das Thema wird auch beim zweiten Projekt Beachtung finden. In einem Sachstandsbericht legte das Gebäudemanagement die Pläne des Düsseldorfer Architektenbüros BM+P für den rund 100 Millionen Euro teuren Neubau des Schulzentrums Vogelsang vor. Das soll ab 2025 realisiert werden und 2022 in die Ausschreibungsphase kommen.

Schulzentrum Vogelsang: Klassenräume sollen funktioneller und größer werden

Auf Nachfrage von Daniel Schirm (CDU) erklärte die städtische Projektleiterin für den Vogelsang, Julia Bodenstein, dass es etwas größere aber funktionellere Klassenräume auf Grundlage des pädagogischen Konzepts geben werde. Matthias Knospe versicherte auf Rückfrage von Iris Preuß-Buchholz, das neue Schulzentrum werde bestimmt 80 bis 100 Jahre bei guter Wartung halten und nicht schon nach 50 Jahren abgerissen werden müssen.

Niklas Geßner (Grüne) kritisierte, dass es nur eine Empfehlung für eine Photovoltaik-Anlage gebe. Knospe erklärte, die solle kommen. Dazu liefen Gespräche mit einer „Solinger Institution“, die das leisten könne. Die Genossenschaft Bürgerenergie nannte er aus vergabetechnischen Gründen nicht. Deren Geschäftsführerin Ingeborg Friege sagte auf ST-Nachfrage: „Wir sind mit dem Gebäudemanagement wegen vieler Gebäude und Neubauten im Austausch.“

Wohnen oder Grün

Vogelsang: Das Gelände nördlich des Schulzentrums Vogelsang zwischen den Straßen Vogelsang und Eigener Feld wird als Schulgelände nicht mehr benötigt. Möglich sei dort Wohnbebauung oder die Grünfläche zu erhalten, erklärte Bauleitplaner Tobias Berg in der Bezirksvertretung Gräfrath. Dort sorgten sich einige Politiker um die dort stehenden Bäume.

Standpunkt: Schulneubau ist wichtig

Kommentar von Philipp Müller

philipp.mueller@ solinger-tageblatt.de

Ehrgeizig ist das Projekt der Stadt, einen dreistelligen Millionenbetrag in die Schulgebäude zu investieren. Aber das ist auch notwendig. Corona hat das an vielen Stellen verdeutlicht. Die digitale Ausstattung der Schulen ist nicht überall optimal. Daran wird mit Hochdruck gearbeitet. Auch Konzepte gehören dazu, wie man künftig das analoge und digitale Lernen miteinander verknüpft. Das kann man kaum in allen Gebäuden umsetzen. Die Grundschule Bogenstraße ist gerade digitale Modellschule, an der vieles ausprobiert wird, von dem auch andere Schulen in Sachen Distanzunterricht profitieren können. Doch es muss langfristig gedacht werden. Auch in Solingen ist Bildung der wichtigste Standortfaktor für eine moderne Gesellschaft, die sich wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen kompetent stellen will. Zugleich denkt die Stadt dabei auch an die Kosten. In Ohligs werden in den kommenden Jahren viele neue Familien von auswärts erwartet. Da macht es Sinn, mit leistungsfähigen Schulen rechtzeitig zu reagieren.

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