5000-Zuschauer-Halle

BHC-Arena: Grüne fühlen sich bei Planungen überrumpelt

Nach aktuellen Überlegungen könnte die BHC-Arena am Weyersberg am Rand der Innenstadt entstehen. Der Bauplatz wäre im Bereich des Fußballplatzes.Foto: Christian Beier
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Nach aktuellen Überlegungen könnte die BHC-Arena am Weyersberg am Rand der Innenstadt entstehen. Der Bauplatz wäre im Bereich des Fußballplatzes.

Ratsfraktion erläutert ihre Skepsis gegenüber einer Mehrzweckhalle am Weyersberg.

Von Andreas Tews

Solingen. Ist eine Mehrzweckhalle, kombiniert für Sport und Kultur noch zeitgemäß? Welche Folgekosten wären mit dem Standort Weyersberg verbunden und welche Verkehrsprobleme? Ist eine solche Halle auch an einem anderen Ort möglich? Wohin sollen die Vereine und der Schulsport ausweichen, wenn es die Klingenhalle und die benachbarten Sportplätze nicht mehr gibt? Was bedeutet es für das soziale Leben in der näheren Umgebung, wenn entsprechende Angebote künftig dort nicht mehr möglich sind? Diese und viele andere Fragen werfen die Grünen im Zusammenhang mit einer 5000-Zuschauer-Halle auf, die nach Meinung von Oberbürgermeister Tim Kurzbach und anderer Fraktionen am Weyersberg entstehen könnte.

Vor allem stört die Grünen aber, dass sie bei den Vorüberlegungen zu dem Projekt bisher nicht beteiligt waren. Von dem von ihnen bei der Kommunalwahl noch unterstützten Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) fühlen sie sich überrumpelt. Grundsätzlich, so versichern sie, sehen sie eine weitere Zusammenarbeit mit der SPD aber nicht in Gefahr. Differenzen im Bezug auf eine BHC-Arena habe es auch früher schon gegeben.

Arena: BHC-Heimspielstätte und Veranstaltungshalle

Die Arena soll unter anderem den Bundesliga-Handballern des Bergischen HC als Heimspielstätte dienen. Auch größere Kulturveranstaltungen wären dort möglich. In die Halle will Kurzbach unter anderem die 20 Millionen Euro investieren, die nach Meinung von Gutachtern nötig wären, um die Klingenhalle zu sanieren. Diese fast 50 Jahre alte Sportstätte könnte abgerissen werden, wenn die neue Halle gebaut wird. Entstehen soll die neue Arena dort, wo sich jetzt noch ein Fußball- und ein Bolzplatz befinden. CDU, SPD, FDP und BfS sprechen sich für eine Art Grundsatzbeschluss des Rates aus, mit dem die Verwaltung mit eingehenderen Prüfungen beauftragt wird.

Grünen-Fraktionssprecherin Juliane Hilbricht will zwar den BHC bei der Suche nach einem Standort für eine bundesligataugliche Halle unterstützen. Sie wehrt sich aber dagegen, dass man sich jetzt auf den Weyersberg festlegen wolle. Hilbricht: „Wir müssen erst die Probleme beleuchten, bevor wir eine Grundsatzentscheidung fällen.“

Zu klären sei zum Beispiel, ob die Kulturlandschaft in Zukunft noch so große Hallen brauche, sagt Hilbricht. Für den Januar kündigte sie zum Thema eine Fachveranstaltung der Grünen mit Experten an.

Sorge um die Vereine, die derzeit die Klingenhalle nutzen

Hilbricht und Grünen-Sportpolitiker Leon Kröck weisen unter anderem auf Vereine hin, die derzeit die Klingenhalle regelmäßig unter anderem für Heimspiele in der 2. Damen-Handballbundesliga (HSV Solingen-Gräfrath) oder für Ereignisse wie die westdeutsche Badmintonmeisterschaft nutzen (Merscheider TV). Dies wäre künftig nicht oder nur noch schwer möglich. Der BHC sei – wie der HSV oder die Solingen Alligators – ein geschätzter Partner und ein Aushängeschild der Stadt erklärte Hilbricht. Es müssten aber auch andere Vereine berücksichtigt werden.

Sie bemängelt zudem, dass Folgekosten, wie der Bau zweier neuer Sportplätze an anderer Stelle – Kröck befürchtet hier eine knapp zweistellige Millionensumme – oder für eine bessere Verkehrsanbindung der Arena – unter anderem mit Bus-Pendelverkehr – in dem Gutachten nicht berücksichtigt seien. Dies gelte auch für Mietzahlungen, wenn die Arena künftig genutzt werden solle.

Ein weiteres Risiko sei das wirtschaftliche Potenzial des BHC. Auch in Vor-Corona-Zeiten, gab Hilbricht zu bedenken, sei nicht jedes Heimspiel in der deutlich kleineren Klingenhalle ausverkauft gewesen. Auch sei fraglich, ob ein Verkauf der Namensrechte an der Halle an einen Sponsor oder eine Vermietung von VIP-Logen den erhofften Erfolg haben würde.

Hilbrichts Co-Vorsitzender Frank Knoche wies zudem darauf hin, dass „98 Prozent dieser Hallen defizitär arbeiten“. Er befürchtet, dass im Gutachten geschönte Zahlen stünden, da die Gutachterfirma ihr Geld damit verdiene, solche Projekte zu realisieren.

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