Beschluss

Grossmann: Grünes Licht für Denkmalschutz

Fassade Grossmann soll unter Denkmalschutz gestellt werden.
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Fassade Grossmann soll unter Denkmalschutz gestellt werden.

Trotz Bedenken stimmen die Walder Bezirksvertreter der Unterschutzstellung des Verwaltungsgebäudes zu.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Das Verwaltungsgebäude der ehemaligen Stahlgießerei C. Grossmann an der Wittkuller Straße wird in die Denkmalliste der Stadt Solingen aufgenommen. Die Bezirksvertretung hat dafür in ihrer Sitzung am Montag grünes Licht gegeben, bei einer Enthaltung und einer Gegenstimme. Der Beschluss umfasst auch Teile der Mauereinfriedung und der Toreinfahrt an der Ecke Böcklinstraße/Heukämpchenstraße.

Unbehagen äußerte in der Sitzung FDP-Vertreter Heinz-Wilhelm Westring, der gegen die Eintragung stimmte: „Mir ist etwas unwohl dabei, wenn im Nachhinein entschieden wird, dass das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt wird. Es gibt in Solingen Schutzwürdigeres als das.“ Der Eigentümer des Areals, der Solinger Immobilienunternehmer Sam Jordan hatte die geplante Aufnahme in die Denkmalliste im Vorfeld kritisiert.

Mit dem Eigentümer des Areals habe man leider keinen Konsens erzielen können, sagte Mona Lohrengel, Leiterin der Unteren Denkmalbehörde, in der Sitzung. „Wir hoffen, dass er nicht den Rechtsweg einschlägt. Aber das steht ihm natürlich offen.“

Im Gespräch mit dem Tageblatt erklärte Jordan: „Wir werden prüfen, was wir machen.“ Rechtliche Schritte kündigte er gegen den Wuppertaler Insolvenzverwalter an. Dieser habe ihm vor der notariellen Beurkundung des Kaufvertrags verschwiegen, dass das Grossmann-Verwaltungsgebäude unter Denkmalschutz gestellt werden könnte, sagte Jordan. Auf eine ST-Anfrage reagierte der Insolvenzverwalter am Dienstag nicht.

Das wurde als schützenswert eingestuft

Als schützenswert stufen die Denkmalschützer unter anderem die historische Fassade des Baus von 1899/1900 und das Innere mit Wandvertäfelung und Büroeinrichtung im Stil der 1920er und 30er Jahre.

Die nun vollzogene Aufnahme in die Denkmalliste sei ein erster Schritt, erläuterte Planungsdezernent Andreas Budde in der Sitzung. „Dann kann man über Veränderungen sprechen.“ Mona Lohrengel betonte, dass man in Zusammenarbeit mit dem Eigentümer zu Lösungen kommen wolle.

Die Bezirksvertreter hatten vor allem Fragen zum Verfahren und zu baulichen Details. „Warum setzt man eine Toreinfahrt und eine Mauer unter Denkmalschutz“, wollte SPD-Bezirksfraktionssprecher Ingo Schloßmacher wissen. Die Objekte hätten eine gewisse bauliche Qualität und machten den historischen Kontext erlebbar, erklärte Lohrengel. Unter Schutz stehen nun Teile der Einfriedung. „Es ist aber möglich, daran einen neuen Zaun anzuschließen.“

Denkmalschutz: Neue Technik einzubauen sei kein Problem

Wie neue Technik in ein Gebäude mit einer Innenausstattung aus den 30er Jahren eingebaut werden könnte, fragte Rosemarie Emons (CDU) mit Blick auf die Vertäfelung. In einem anderen geschützten Objekt seien Funklösungen eingebaut worden, berichtete Mona Lohrengel. „Es gibt viele Beispiele, wo das gut gelungen ist. Da sehe ich kein Problem.“

Anders Eigentümer Jordan: Er wage zu bezweifeln, dass die Inneneinrichtung erhalten werden könne, sagt er im ST-Gespräch. „Die Bausubstanz ist in einem schlechten Zustand. Da ist jahrelang nicht geheizt worden. Wie sieht es wohl unter der Wandvertäfelung aus?“

Passend dazu: Das älteste Wohnhaus Solingens steht in Ohligs

Denkmalschutz

Die Untere Denkmalbehörde hat das Gelände der ehemaligen Stahlgießerei nach der Grossmann-Insolvenz 2017 zum ersten Mal besichtigt. Damals wurde begründeter Denkmalverdacht festgestellt. Nach dem Verkauf des Areals an Sam Jordans Immobiliengesellschaft Ende 2019 wurde das Verwaltungsgebäude bereits unter vorläufigen Schutz gestellt. Nach der Zustimmung der zuständigen Bezirksvertretung erfolgt nun die Eintragung in die Denkmalliste.

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