ST vor Ort

Grossmann-Gelände: Walder sollen mitreden

Immobilienunternehmer Sam Jordan zeigt die ehemaligen Verwaltungsräume von Grossmann.
+
Immobilienunternehmer Sam Jordan zeigt die ehemaligen Verwaltungsräume von Grossmann.

Eigentümer Sam Jordan ist in Gesprächen mit der Stadt – Rahmenplanung soll ab 2023 entwickelt werden.

Von Anja Kriskofski

Solingen. In den riesigen Hallen an der Wittkuller Straße liegt noch der rußige Dreck, den die C. Grossmann Stahlguss GmbH dort zurückgelassen hat. Die Gießerei ging 2016 insolvent, drei Jahre später kaufte der Solinger Immobilienunternehmer Sam Jordan das 45 000 Quadratmeter große Gelände. Das Areal ist Teil des Integrativen Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) für Wald und soll entwickelt werden. Dazu liefen aktuell intensive interne Gespräche, teilt die Stadtverwaltung mit. Am Montag steht das Thema in der Bezirksvertretung Wald auf der Tagesordnung: Für die Industriebrache soll 2023 eine Rahmenplanung entwickelt werden – mit Beteiligung der Bürger.

Mit dem Düsseldorfer Büro Faltin + Sattler und Vertretern der Stadt Solingen habe es bereits Treffen gegeben, berichtet Sam Jordan. Die Planungsexperten aus der Landeshauptstadt waren bereits an der Erstellung des ISEK „Zukunft Solingen Wald 2030“ beteiligt und sollen jetzt die Entwicklung des Grossmann-Geländes begleiten. Schon jetzt ist klar: Das Areal soll keine Insellösung werden, sondern sich zum Ortskern hin öffnen. Eigentümer Jordan will auf dem Gelände mit dem Projektnamen „Walder Gärten“ einen Mix aus Gewerbe und Wohnen ansiedeln, wie es auch im ISEK vorgesehen ist.

Seine Idee, an der Wittkuller Straße das höchste Gebäude Solingens zu bauen, will er als Aufruf verstanden wissen, offen für alles zu sein. „Ich bin es leid, zu hören: Das geht hier nicht.“ Dabei soll die Bürgerschaft eingebunden werden. Einzelne seien seinem Aufruf von 2020, sich einzubringen, auch schon gefolgt. So haben angehende Metallografen des Technischen Berufskollegs eine Begehung gemacht. „Die Schüler haben dabei Vorschläge gemacht, wie das Gelände klimafreundlich entwickelt werden könnte, zum Beispiel mit einem Energiezaun“, berichtet Lehrerin Lioba Wolf.

Alte Verwaltungsräume sind bei Fotografen beliebt

Auch wenn noch offen ist, wie das Areal gestaltet werden soll: Für die riesigen Hallen der ehemals ältesten Stahlgießerei Deutschland sieht Sam Jordan wenig Erhaltungschancen. Bewahren würde er gerne den Verwaltungsbau an der Wittkuller Straße, dessen Räume noch den Charme vergangener Zeiten versprühen: In den Büros mit holzvertäfelten Wänden und Parkett saß einst die Unternehmensleitung. „Für die Räume bekommen wir immer wieder Anfragen von Fotografen“, berichtet Sanja Jordan, die in der Immobilienfirma ihres Vaters arbeitet. Auch für Filme und Serien diente die ehemalige Stahlgießerei mehrfach als Kulisse.

Leer steht das Gelände übrigens nicht. Jordan hat Teile der Hallen und Gebäude unter anderem an eine Oldtimer-Werkstatt, an einen Steinmetz und ein Umzugsunternehmen vermietet. „Aber diese Struktur wird sich verändern.“ Wo früher flüssiger Stahl gegossen wurde, solle ein „Quartier mit hoher Aufenthaltsqualität und viel mehr Grün entstehen“, sagt Sam Jordan. Bis es so weit ist, dürften noch Jahre vergehen. „Die Planer von Faltin + Sattler gehen von acht aus.“

ST-Stadtteileserie: Mit diesem Teil endet die diesjährige Stadtteilserie im Solinger Tageblatt. Seit Ende Juni haben wir uns je eine Woche lang einem der acht Stadtteile gewidmet.

Alle Folgen gibt es hier

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Christoph-Kramer-Tribüne: Weltmeister will in Solingen einsteigen
Christoph-Kramer-Tribüne: Weltmeister will in Solingen einsteigen
Christoph-Kramer-Tribüne: Weltmeister will in Solingen einsteigen
A3 und A46: Ab heute Abend nur je eine Spur frei
A3 und A46: Ab heute Abend nur je eine Spur frei
A3 und A46: Ab heute Abend nur je eine Spur frei
Nachhaltigkeit: Solingen ist Vorreiter
Nachhaltigkeit: Solingen ist Vorreiter
Nachhaltigkeit: Solingen ist Vorreiter
120 Helfer sammeln eine Tonne Müll in der Ohligser Heide
120 Helfer sammeln eine Tonne Müll in der Ohligser Heide
120 Helfer sammeln eine Tonne Müll in der Ohligser Heide

Kommentare