Bühnenprogramm

Großes Affentheater mit Herbert Knebel

Sind inzwischen so alt wie ihre Charaktere und werden dabei immer besser: Heribert Knebel, alias Uwe Lyko (r.) und Bassist Martin Breuer, alias Ernst Pichel. Komplettiert wird das Affentheater durch Detlef Hinze, alias „der Trainer“ und Georg Göbel-Jacobi als Ozzy Ostermann (l.). Foto: Michael Schütz
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Sind inzwischen so alt wie ihre Charaktere und werden dabei immer besser: Heribert Knebel, alias Uwe Lyko (r.) und Bassist Martin Breuer, alias Ernst Pichel. Komplettiert wird das Affentheater durch Detlef Hinze, alias „der Trainer“ und Georg Göbel-Jacobi als Ozzy Ostermann (l.).

Kult-Ensemble präsentierte im Pina-Bausch-Saal das Programm „Außer Rand und Band“.

Von Tanja Alandt

Solingen. Der Stimmungsbarometer bei Herbert Knebels Affentheater stieg am Freitagabend immer höher. Im gut gutgefüllten Pina-Bausch-Saal wurde bei ihrem Programm „Außer Rand und Band“ über zwei Stunden gelacht, geklatscht, mitgesungen und gejubelt. Die Künstler kamen bereits unter Applaus die Bühne, die an das Wohnzimmer von den Großeltern erinnert. Vor einer Stehlampe aus den 70ern konnten sie sich zum Ausschnaufen auf die bereitgestellten Stühle setzen, die mit einem Überwurf bezogen waren. Zwischen ihnen ein Tisch mit Spitzendeckchen.

Mit „Should I stay or should I go“ von The Clash starteten sie unter großem Jubel und fügten den Namen ihres Programms ein. Im Refrain hieß es: „Wir sind keine Schlaftabletten, wir randalieren volle Kanne“. Davon ließen sich auch die Besucher mitreißen und klangen wieder so ausgelassen und sorglos wie vor der Pandemie.

Die alten Rocker ließen die Zeit Revue passieren und erinnerten sich daran, was sie einst für tolle Purzelbäume schlagen konnten, ließen sich darüber aus „was es heute nicht alles für einen technischen Firlefanz“ gibt oder „wie langwierig die Reha in Bad Sassendorf“ gewesen sei. Herbert Knebel hangelte sich von seinem Stuhl an den Mikrofonständer hoch und war überrascht, dass dieser gar kein Tropf war. Nach vielen Anekdoten beispielsweise über Bußgeldbescheide fürs Parken auf dem Zebrastreifen oder Lieder über Politessen oder knallende Pilze im Wald, formulierten die Altherren Iggy Pop’s „The passenger“ zu einem „Ich laufe, ich lauf, ich lauf“ um. Das Publikum sang klar und deutlich – trotz Mundschutz – „La la la la la la la laaaaa“ mit – und empfing die Band so auch wieder nach der Pause.

Knebel verteilte als Tina Turner Handküsschen

Ein kurzes Schlagzeugsolo, lustige Reise-Geschichten und viele weiteren Anekdoten und mit Songs, wie „Meinerzhagen“ auf die Musik von Michael Holms „Mendocino“ nahte das Ende des Konzerts.

Knebel warf dem stehenden, applaudierenden Publikum Handküsschen zu und kam als Tina Turner verkleidet zur Zugabe zurück. Eine weitere gab er im weißen Frottee-Bademantel à la Udo Jürgens und verschwand nach einer La-Ola-Welle mit seiner Rentnergang dann endgültig für diesen Abend von der Bühne.

Zuhörerin Brigitte Schumann sah Knebels Affentheater nun geschätzt zum zwölften Mal und war auch dieses Mal begeistert. Von ihrem Mann bekam sie das Konzert zum Geburtstag geschenkt. Sie bemerkte, dass Knebel die Figur früher nur spielte, aber er nun wirklich in diesem Alter sei, dass er diese Figur ist.

„Sehr gut“ fanden es auch die Nachbarn Uwe Friedrich und Elke Heinz. Heinz hatte sie schon oft gesehen. Für Friedrich war es das erste Affentheater, ein Freund habe es ihm schon vor zig Jahren empfohlen. Ihm gefiel besonders die Version von David Bowies „Let‘s dance“.

Elke Hartkopf und Christiane Schlephack waren ebenfalls sehr angetan und hatten jede Menge Spaß. „Man muss sie nur tanzen sehen, schon muss man lachen.“

Die Comedians

Herbert Knebels Affentheater covert bekannte Rock- und Popsongs auf Deutsch und ist zudem wegen des Ruhrpott-Charmes sowie der Mischung aus Kabarett und Theater beim Publikum beliebt. Es besteht aus Protagonist und Kunstfigur Herbert Knebel, gespielt von Uwe Lyko (Gesang / Gitarre), Bassist Martin Breuer alias Ernst Pichel sowie Schlagzeuger Detlef Hinze alias „der Trainer“ und Gitarrist Georg Göbel-Jacobi alias Ozzy Ostermann – in dieser Konstellation gibt es die Gruppe seit 33 Jahren. „Außer Rand und Band“ ist bereits ihr 15 Bühnenprogramm.

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