Kunstidee

Graffitiprojekt sammelte Talente aus dem Städtedreieck

Kordula Lobeck de Fabris, Marko Leckzut und die Projektgruppe (v. l.) besprechen die Skizzen für das Murales. Foto: Doro Siewert
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Kordula Lobeck de Fabris, Marko Leckzut und die Projektgruppe (v. l.) besprechen die Skizzen für das Murales.

Junge Künstler aus Solingen können sich an Kunstidee für Remscheider Kraftstation beteiligen.

Von Stephanie Licciardi

Solingen. Die vier Jugendlichen sitzen über ihren Skizzen. Leises Papierrascheln, ein Bleistift, kurzes Innehalten – und schon kratzt es sanft über den Malblock. Zum Start des Graffitiprojektes „Vision-Gegenwart-Zukunft“ kamen nun vier junge Teilnehmer in die Remscheider Kraftstation. Weitere Jugendliche ab 16 Jahren auch aus Solingen können noch mitmachen.

Meysam Ebrahimi ist einer der jungen Künstler. Er arbeitet an einem Porträt, das zwei Menschen, einen Afroamerikaner und einen in typischer Landestracht gekleideten Afghanen, miteinander verbindet. Meysam Ebrahimi beschäftigt sich oft mit Themen wie Ungerechtigkeit und Rassismus. „Es ist egal, ob wir alt oder jung, dick oder dünn, schwarz oder weiß sind, jeder Mensch ist gleich – und das möchte ich mit meinem Bild ausdrücken“, sagt er.

Projektkoordinatorin und Ideengeberin des Graffitiprojektes ist Kordula Lobeck de Fabris vom Verein „Unter Wasser fliegen“. Seit 2019 ist das städte- und landesübergreifende Projekt mit Vereinen aus Remscheid, Solingen und Wuppertal sowie dem Street-Art-Kollektiv ArtLords aus Kabul in der Planung. Die Initiatorin steht im engen Austausch mit dem Kollektiv.

Der Titel des Projekts ist Programm. „Hierbei geht es um Visionen der Gegenwart und der Zukunft. Es geht darum, dass die Jugendlichen das an die Wand bringen, was ihr bisheriges Leben prägt und was sie beschäftigt.“ Marko Leckzut von Spraycans ist seit 30 Jahren als Graffiti- und Street-Art-Künstler unterwegs. Er arbeitet unter anderem in Honsberg in der Kulturwerkstatt „Ins Blaue“ mit.

Street-Art und Urbane Kunst gehören zum Stadtbild

Die Zeiten, in denen vermummte Sprayer Hauswände und freie Flächen beschmierten, seien längst vorbei, sagt er. „Es gibt in der Sprayerszene zwei Seiten: die des Illegalen und die des Legalen.“ Aus seiner Sicht hat sich die Szene in den vergangenen Jahren zum Positiven entwickelt. „Street-Art und Urbane Kunst gehören seit Langem, nicht zuletzt durch bekannte Künstler, zum Stadtbild dazu.“ Von der ersten Idee bis zum fertigen Murales (spanisch für Wandbild) sei es ein langer Weg. „Im Vorfeld werden wir üben, wie man mit der Spraydose umgeht.“

Gestaltet werden soll die Außenfassade des Kraftstation-Neubaus. „Wenn alles klappt, werden im September die fertigen Bilder an die Wand gebracht“, sagt Christin Pomp, Kulturbereichsleiterin der Kraftstation. Wer mitmachen will, kann sich unter Tel. (01 73) 8 04 32 63 anmelden. Infos:

www.facebook.com/kraftstation.remscheid/

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