Heimatverein

Gräfrather wünschen sich Mehrzweckhalle

Die letzte Sitzung der Heimatwerkstatt Gräfrath fand am Samstagabend im Stiftersaal des Klingenmuseums statt. Am 22. Oktober werden dann alle Ergebnisse auf dem Gräfrather Markt präsentiert.
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Die letzte Sitzung der Heimatwerkstatt Gräfrath fand am Samstagabend im Stiftersaal des Klingenmuseums statt. Am 22. Oktober werden dann alle Ergebnisse auf dem Gräfrather Markt präsentiert.

Heimatwerkstatt bat Vereine um Anregungen und Ideen – hauptamtliche Kraft soll Stadtentwicklungsplan umsetzen.

Von Moritz Berger

Solingen. Der Stadtteil Gräfrath steht vor besonderen Herausforderungen. Es gilt, neue Ideen auszuprobieren und zugleich die Traditionen des historischen Ortes zu erhalten. Dazu hat die Heimatwerkstatt Gräfrath einen Dialog angestoßen. Aus der Auseinandersetzung mit dem Überlieferten einerseits und dem Innovativen andererseits möchte der Heimatverein, der das Projekt betreut, neue Konzepte für Gräfraths Zukunft schöpfen.

Vor diesem Hintergrund sei es wichtig, dass man sich auch mal in einem gemischten Kreis treffe und über den Tellerrand hinausschaue. „Normalerweise wurschtelt jeder für sich alleine“, stellte Wolfgang Müller am vergangenen Samstag fest. Der Vorsitzende der Gräfrather Hahneköpper schuf damit den Rahmen für den jüngsten und letzten Workshop der Heimatwerkstatt.

Im Stiftersaal des Klingenmuseums hatten sich zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils eingefunden, um unter dem Motto „Bewahren – verbinden – identifizieren“ über Gräfrath ins Gespräch zu kommen.

Gleich zu Beginn der Veranstaltung wurde auf die Situation der Jugendlichen hingewiesen und das Fehlen eines geeigneten Treffpunkts. So mangele es nach Ansicht der Teilnehmenden an öffentlichen Räumen jenseits der Gastronomie für junge Menschen. Letztere bräuchten die Möglichkeit, einen Ort nach ihren Vorstellungen selbst zu gestalten und zu entwickeln. Damit knüpfte man an den Workshop zuvor an, in dessen Zentrum die Ideen der Jugendlichen für die Zukunft des Stadtteils standen.

Am Samstagabend wurde jedoch nicht nur über einen Treffpunkt für junge Menschen diskutiert, sondern über einen Ort für ganz Gräfrath. Dabei wurde auch auf die großen gesellschaftlichen Debatten verwiesen. Man müsse mit allen Menschen reden können, hob ein Teilnehmer der Veranstaltung hervor und schob hinterher, dass es dafür auch die entsprechenden Räume brauche, in denen soziale Begegnungen stattfinden könnten.

Im Hinblick auf die Vereine sprachen die Bewohner des Stadtteils über eine Sporthalle. Aus dieser Dynamik entwickelte sich die Idee einer kleinen Mehrzweckhalle für den Stadtteil. Darin spiegelte sich die Losung dieses Abends, die Projektleiter Thomas Zühlke zu Beginn ausgegeben hatte. „Think big“ lautete das Motiv, auf das sich die Teilnehmenden des Workshops immer wieder bezogen. Schließlich soll aus den vielen Anregungen, welche die Heimatwerkstatt hervorgebracht und gesammelt hat, ein Stadtentwicklungsplan für Gräfrath entstehen.

Darüber hinaus entfaltete sich eine intensive Debatte darüber, wie die Ideen umgesetzt werden sollen. „Wir müssen dafür sorgen, dass der Stadtentwicklungsplan nicht in der Schublade verstaubt“, betonte Zühlke. Vielmehr solle die vorhandene Organisation der Vereine und anderer Akteure professionalisiert werden. Bislang seien es vor allem Ehrenamtliche, die sich zugunsten des Stadtteils einbringen würden. Doch ebenjene wären immer öfter überfordert, bekundeten die Teilnehmenden, nicht zuletzt, da auch das Ehrenamt anspruchsvoller werde.

So bestand überwiegend Einigkeit darin, eine hauptamtliche Kraft mit der Organisation zu betrauen, die Akteure aus Gräfrath zusammenbringt und die Entwicklung des Bezirks besser koordiniert. Dabei sollen auch die bestehenden Strukturen und Traditionen eingebunden werden.

Abschlussveranstaltung

Ablauf: In mehreren Workshops hat sich die Heimatwerkstatt Gräfrath aus unterschiedlichen Perspektiven den Herausforderungen angenähert, vor denen der Stadtteil steht. So wurden bei Spaziergängen die Besonderheiten und Alleinstellungsmerkmale von Gräfrath herausgearbeitet. In einem anderen Workshop standen die Situation junger Menschen und ihre Ideen für den Bezirk im Mittelpunkt. Die Heimatwerkstatt Gräfrath wird mit Mitteln eines Förderprogramms des NRW-Heimatministeriums unterstützt und vom Heimatverein organisiert.

Abschluss: Die Ergebnisse dieses Prozesses werden am 22. Oktober ab 17 Uhr bei der Abschlussveranstaltung auf dem Gräfrather Markt präsentiert.

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