Aus der Bezirksvertretung

Gräfrather wollen Verkehr im Ort neu regeln

Die Durchfahrt über den Gräfrather Markt ist für Autos offen. Die dortigen Parkplätze – unter anderem vor der evangelischen Kirche – halten etliche Gräfrather für wichtig. Foto: Christian Beier
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Die Durchfahrt über den Gräfrather Markt ist für Autos offen. Die dortigen Parkplätze – unter anderem vor der evangelischen Kirche – halten etliche Gräfrather für wichtig.

Eine mögliche Schließung des Marktes für den Autoverkehr soll nur eine von mehreren Optionen sein.

Von Andreas Tews

Solingen. Mit Bürgern, Gastronomen und anderen Betroffenen will die Gräfrather Politik über die künftige Verkehrsregelung im alten Ortskern diskutieren. Dazu soll es nach einem einstimmigen Beschluss der Bezirksvertretung Gräfrath unter anderem eine Bürgerversammlung geben. In die ergebnisoffene Debatte soll auch die Idee von Grünen, FDP und Linkspartei einfließen, den Autoverkehr vom Gräfrather Markt zu verbannen. Ein entsprechender Antrag dieser Fraktionen wurde auf Initiative der CDU aber entschärft.

Ein autofreier Markt ist bei Anwohnern und Gastronomen seit Jahren umstritten. Befürworter erhoffen sich einen Ortsmittelpunk mit mehr Aufenthaltsqualität, Gegner – darunter Gastronomen – befürchten, dass den Betrieben im Ort Kundschaft verloren geht, wenn Autos dort nicht mehr parken können.

Ich habe auch erhebliche Widerstände wahrgenommen.

Andreas Zelljahn (FDP)

Bei der jetzt angepeilten breiten Diskussion soll es nach Meinung von CDU-Sprecher Thomas Braun nicht nur um das Ziel eines autofreien Markts gehen. In der Diskussion müsse man sich auch die Option mit Autoverkehr offenhalten. In ihrem Änderungsantrag spricht die CDU von „Handlungsoptionen für die künftige Führung des Kraftverkehrs durch den innersten Ortskern“. Der Ursprungsantrag von Grünen, FDP und Linken war auch nach Meinung von SPD-Fraktionssprecher Sascha Schilling zu eng gefasst. Bei eventuellen Neuregelungen müssten stets auch Auswirkungen auf andere Straßen wie die Gerberstraße mit der dortigen Grundschule mitbedacht werden.

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Andreas Zelljahn (FDP) räumte ein, dass er nach Bekanntwerden des ursprünglichen Antrags nicht nur Zustimmung, sondern „auch erhebliche Widerstände“ wahrgenommen habe. Darum zeigte er sich für das von der CDU jetzt vorgeschlagene ergebnisoffene Vorgehen offen.

Aus Sicht von Heike Krämer (Linkspartei) kann es nur in einem ersten Schritt um den Markt gehen. Jetzt solle „zielgerichtet und perspektivisch“ diskutiert werden und das „auch in einem größeren Zusammenhang. Die angepeilte breite Bürgerbeteiligung bewertete Gerd Schlupp (AfD) zwar positiv. Er legte sich aber fest, dass „Durchgangsverkehr“ nicht zum Markt passe.

Bei dem jetzt beginnenden Verfahren wollen die Gräfrather laut Bezirksbürgermeisterin Ruth Fischer-Bieniek (Grüne) Stadtdienste wie die Verkehrsplanung und die Stabsstelle Bürgerbeteiligung einbeziehen. Sie lud alle Gräfrather dazu ein, sich an der Diskussion zu beteiligen. Eine Bürgerversammlung sei öffentlich, erklärte sie. Jeder dürfe daran teilnehmen.

Entscheidungen

Straßenbaustellen: Einstimmig befürwortete die Bezirksvertretung das Fahrbahndeckenprogramm 2022. In Gräfrath stehen auf folgenden Straßen Baustellen an: De-Leuw-Straße, Walder Straße, Hagenstraße, Zwinglistraße, Sophienstraße, Annastraße, II. Stockdum, Jahnstraße, Probstweg und Erasmusstraße.

Wuppertaler Straße: Im Zuge der Sanierung der Wuppertaler Straße (ab August, Dauer: zwei Jahre) werden nach Angaben der Verwaltung im letzten Quartal 2022 auch die lange erhofften Bushaltestellen am Gewerbegebiet Piepersberg gebaut.

Fahrradstreifen: Neue Fahrradstreifen auf der Lützowstraße kommen nicht. Dafür sei die Fahrbahn nicht breit genug, teilte die Verwaltung mit.

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