Stadtteilleben

Gräfrather wollen mehr junge Besucher anlocken

Mit digitalen Angeboten hat unter anderem das Zentrum für verfolgte Künste positive Erfahrungen gesammelt. Foto: Christian Beier
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Mit digitalen Angeboten hat unter anderem das Zentrum für verfolgte Künste positive Erfahrungen gesammelt.

Der Heimatverein arbeitet an einer „Heimatwerkstatt“. Auch andere Akteure wollen neue digitale Wege gehen, um Gräfrath attraktiver zu machen.

Von Andreas Tews

Solingen. Damit Gräfrath auch in Zukunft für Besucher attraktiv ist, sollten die jungen Generationen stärker in das Stadtteilleben und in Zukunftsplanungen einbezogen werden. Darin waren sich bei einer von Bezirksbürgermeister Peter Hanz (SPD) initiierten Videokonferenz alle Vertreter von Vereinen und Museen sowie aus Politik und Gastronomie einig.

Thema sollte eigentlich ein möglicher 360-Grad-Rundgang durch den alten Ortskern sein, der im Internet angeboten werden könnte. Doch schnell ging es eher um andere Angebote und um eine „Heimatwerkstatt“ mit Jugendlichen, die der Heimatverein Gräfrath derzeit mit finanzieller Unterstützung des Landes auf die Beine stellt.

Die Idee für einen virtuellen Rundgang stamme aus der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung, erklärte der Gräfrather Landtagsabgeordnete Josef Neumann (SPD), der die Runde moderierte. Bei solch einem Angebot könne man unter anderem Sehenswürdigkeiten, Museen, Gaststätten und Geschäfte darstellen, erklärte Hanz. Positive Beispiele seien 360-Grad-Rundgänge durch Miltenberg (Unterfranken) oder Bautzen (Sachsen).

Solingen Gräfrath: Eine App könnte die Besucher durch den Ort führen

Auf Anregung der anderen Gesprächsteilnehmer zeigte sich Hanz offen auch für andersgeartete digitale Angebote, die reale Besucher anlocken könnten. Der Bedarf sei da, sagte der 2. Vorsitzende des Heimatvereins, Thomas Rauh. Hanz kündigte an, dass sich die Bezirksvertretung morgen mit dem Thema befassen werde.

Am Ende lief es auf die Idee eines Internetangebots hinaus, das auch jüngere Touristen neugierig auf Gräfrath macht und das sie bei einem Besuch per Smartphone-App durch den Stadtteil führt.

„Wir müssen uns darüber klar werden, welche Zielgruppe wir ansprechen wollen, erklärte der Leiter des Deutschen Klingenmuseums, Dr. Sixt Wetzler. Für einen 360-Grad-Rundgang müsse man einen großen technischen Aufwand betreiben. Schlankere Angebote seien für Nutzer oft attraktiver, weil sie auf den Endgeräten schneller und verlässlicher funktionieren. Jürgen Kaumkötter vom Zentrum für verfolgte Künste schilderte als Beispiel seine positiven Erfahrungen mit virtuellen Angeboten.

Zu bedenken sei, welche Interessen die Zielgruppe habe, fügte der Gastronom Peter von der Heiden hinzu. Aus Sicht von Gisela Elbracht-Iglhaut, Leiterin des Kunstmuseums, ist es wichtig, die Angebote des Stadtteils zu vernetzen. Mit von der Heiden war sie sich darin einig, dass man die jüngere Generation stärker einbinden müsse. „Wir brauchen die Impulse der jungen Leute“, sagte der Gastronom. „Die müssen im Ort ihre Spuren hinterlassen, damit Gräfrath nicht irgendwann stirbt.“

Das angestrebte neue Angebot könne Teil der „Heimatwerkstatt“ werden, erklärte Thomas Zühlke vom Heimatverein. Die sieht unter anderem von jungen Menschen mit erarbeitete Angebote – nicht nur digitale – vor. Ein Beispiel seien geführte Touren zu Gräfraths besonderen Orten. Die Mitarbeit der Jugend sei dabei ein bewusster Schwerpunkt, erklärte Zühlke. Man müsse sich mit der Frage auseinandersetzen, wie sich junge Menschen mit Gräfrath identifizieren und wie sie sich in den Stadtteil einbringen wollen.

Heimatwerkstatt

Bei der Heimatwerkstatt will der Heimatverein Gräfrath in Zusammenarbeit mit Bürgern zukunftsfähig machen. Ideen werden entwickelt und später kreativ umgesetzt. Das Land NRW trägt 90 Prozent der Kosten von knapp 20 000 Euro.

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