Mobilität

Rollstuhl-Rampe und Fahrradplätze für Gräfrath

In Höhe des Kaffeehauses soll eine Rampe die Mobilität für Rollstuhlfahrer verbessern. Die Umsetzung wird nun ebenso geprüft wie die Möglichkeit für Fahrradstellplätze im Ortskern.
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In Höhe des Kaffeehauses soll eine Rampe die Mobilität für Rollstuhlfahrer verbessern. Die Umsetzung wird nun ebenso geprüft wie die Möglichkeit für Fahrradstellplätze im Ortskern.

Die Bezirksvertretung Gräfrath beschäftigte sich mit der Mobilitätswende und dem Bahnhofsgelände.

Von Björn Boch

Solingen. Wie sehr alles mit allem zusammenhängen kann, wurde am Dienstagabend in der Bezirksvertretung Gräfrath deutlich. In den Hauptrollen: eine Einbahnstraße, die für Radfahrer freigegeben wird. Ein Verkehrskonzept rund um einen lange geplanten Supermarkt. Fahrradständer im historischen Ortskern, der zudem behindertengerechter werden soll. Und ein Nahverkehrsplan, bei dem die Zeit drängt.

Melanchthonstraße: Die Freigabe der Einbahnstraße für Radverkehr in Gegenrichtung könne umgesetzt werden, da genügend Platz vorhanden sei – und müsse rechtlich gesehen erfolgen, wie Carsten Knoch, Leiter der Abteilung für Mobilität und generelle Planung, betonte. Das müsse zeitnah geschehen. Bei einer künftigen Erschließung der „städtebaulichen Entwicklungsfläche am Gräfrather Bahnhof“ (Supermarkt) könne geprüft werden, ob der Verkehr nicht über Zwinglistraße und Schulstraße auf die Wuppertaler Straße abfließen kann, um eine Verbesserung der Verkehrsregelung an der Einmündung Dycker Feld zu erreichen.

Gräfrather Bahnhof: Der stellvertretende Bezirksbürgermeister Jonathan Bürger (CDU) und Andreas Zelljahn (FDP) äußerten Kritik an der Verwaltung für ungenaue Antworten auf einen detaillierten Fragenkatalog. „Die Punkte werden nicht einzeln beantwortet“, kritisierte Bürger, der einen Sachstand seitens der Verwaltung zu dem Thema für jede künftige BV-Sitzung anmahnte. Zelljahn sah eine „relativ inhaltslose Skizzierung des Bauleitplans“ und konkret nur, dass es eine Abstimmung zwischen Investor und einem Interessenten gebe. „Aber das hören wir seit Jahren.“

Fahrradstellplätze: Ebenfalls seit Jahren Thema ist das Abstellen von Rädern im historischen Ortskern. Umgesetzt werden können wohl zwei Standorte, eine detailliertere Planung könne aber erst erfolgen, wenn die Diskussion zur Mobilität rund um den Gräfrather Marktplatz abgeschlossen sei, so die Verwaltung. Die Politik favorisiert einen Standort am Kaffeehaus, gab die Stellplätze aber in die Bürgerbeteiligung rund um eben jene Mobilitätsdiskussion. Größte Herausforderung bei der Standortsuche, so Knoch, sei der Denkmalschutz – Untere und Obere Denkmalschutzbehörde hätten eine Reihe von Plätzen ausgeschlossen. Es existiert eine Denkmalbereichssatzung für den Ortskern von Gräfrath.

Barrierefreiheit: Ebenfalls nicht ohne den Denkmalschutz geht es bei der Verbesserung der Mobilität für Rollstuhlfahrer. Mehrere Möglichkeiten zur Herstellung eines barrierefreien Zugangs zur ersten Ebene in Höhe des Kaffeehauses wurden erwogen – verworfen werden eine Liftanlage und eine lange Rampe auf der Nordseite. Weiter verfolgen wird die Verwaltung nach einstimmigem Beschluss der Politik eine Rampe an der Nordwestseite des Kaffeehauses, die das Stadtbild nur wenig beeinflusse. Allerdings muss noch die technische Machbarkeit geprüft werden.

Nahverkehr: Ein Prüfkatalog von SPD, Grünen und Linken für den neuen Nahverkehrsplan wurde einstimmig bei einer Enthaltung (Zelljahn) beschlossen. Er beinhaltet unter anderem eine Prüfung von mehr Busverkehr in den Industriegebieten sowie die Erschließung von Haan-Ost, eine Bus-Direktverbindung von Gräfrath nach Wald sowie eine Reaktivierung der Kleinbuslinie KB 688. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Sascha Schilling warb generell für notwendige Investitionen in den ÖPNV, um ihn attraktiver zu machen: „Wir wollen nicht stehenbleiben.“ Zelljahn sah einen ausufernden Antrag ohne Gegenfinanzierung.

Verkehrsplaner Carsten Knoch berichtete von vielen Wünschen aus Bezirksvertretungen, die in Richtung flächendeckendes Angebot und Erschließung abgelegener Bereiche gingen. Klarer politischer Beschluss sei aber, die Fahrgastzahlen zu steigern. Kleinbusse und kleine Linien seien teuer – und der Effekt auf die Nutzerzahlen gering.

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