Stadtteil fit für die Zukunft

Gräfrather Heimatwerkstatt soll in drei Monaten starten

Thomas Zühlke will im Rahmen der Heimatwerkstatt das alte Gräfrath mit dem Neuen verbinden. Er ist beim Heimatverein der Projektleiter.
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Thomas Zühlke will im Rahmen der Heimatwerkstatt das alte Gräfrath mit dem Neuen verbinden. Er ist beim Heimatverein der Projektleiter.

Für den Zukunftsprozess peilt der Heimatverein coronabedingt einen neuen Termin an.

Von Andreas Tews

Solingen. Seit Monaten stehen die Organisatoren der Gräfrather Heimatwerkstatt in den Startlöchern. Immer wieder wurde der Termin für eine Auftaktveranstaltung des Prozesses, mit dem sich der Stadtteil fit für die Zukunft machen will, wegen der geltenden Pandemiebeschränkungen verschoben. Jetzt peilt Projektleiter Thomas Zühlke vom Heimatverein Solingen-Gräfrath einen neuen Termin für den kommenden April an. Er schränkt aber ein: „Wir müssen sehen, ob es dann wirklich möglich sein wird.“ Die Zeit wird knapp, weil die Landesförderung Ende 2022 ausläuft.

„Die Zuschüsse wurden ins Jahr 2022 verschoben.“

Thomas Zühlke, Projektleiter vom Heimatverein Gräfrath

Förderprogramm: Die Gräfrather Heimatwerkstatt ist Teil des Landesförderprogramms „Heimat – Zukunft – Nordrhein-Westfalen“. Aus dem Fördertopf, der insgesamt 150 Millionen Euro umfasst, sollen 16 000 Euro nach Gräfrath fließen. Rund 1800 Euro muss der Heimatverein – unter anderem mit Hilfe von Sponsoren – selbst beisteuern.

Ziel: In dem Prozess wollen die Gräfrather unter Federführung des Heimatvereins daran arbeiten, den Stadtbezirk als Zukunftsstandort zu etablieren. Er soll auch für jüngere Menschen attraktiver gemacht werden. Nach dem Auftakt sind über fünf Monate verteilt Thementage zu inhaltlichen Schwerpunkten vorgesehen.

Verzögerungen: All diese Veranstaltungen sollen in Präsenz abgehalten werden. Es sei schwer, einen solchen Prozess in Videokonferenzen in Gang zu bringen, erklärt Zühlke. Die ursprünglich für September 2021 geplante Auftaktveranstaltung wäre aus seiner Sicht zu jenem Zeitpunkt zwar noch möglich gewesen. Wegen der Corona-Entwicklung wäre der Prozess während der Wintermonate aber im Sande verlaufen. Darum habe man die Werkstatt ins Jahr 2022 verschoben. Die Zuschüsse des Landes, die eigentlich für 2021 vorgesehen waren, seien gesichert, erklärt Zühlke. Dafür habe sich vor allem Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) bei der zuständigen Düsseldorfer Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher (CDU) eingesetzt. Hauptargument seien die für diesen Prozess wichtigen Präsenzveranstaltungen gewesen.

In diesem Jahr muss die Heimatwerkstatt aber über die Bühne gehen. Martin Hückeler, der den Prozess vom OB-Büro aus begleitet, geht davon aus, dass dies die letzte Chance sei, um an Zuschüsse zu kommen. Das Landesprogramm laufe 2022 aus. Es sei unklar, ob es fortgesetzt werde.

Inhalte: Die Heimatwerkstatt soll in mehreren Phasen ablaufen. Nach der Auftaktveranstaltung soll eine Arbeitsgruppenphase mit drei Schwerpunktthemen beginnen. Nach einer Bestandsaufnahme werden die Teilnehmer – Zühlke will dafür Vertreter von Vereinen und Interessengemeinschaften sowie andere Akteure und Bürger gewinnen – vereinbaren, wohin die Gräfrather Reise gehen soll. Danach wird geklärt, welche Projekte gefördert werden können.

Eines der Schwerpunktthemen könnte sein, wie Altes (Denkmäler) mit Neuem (eventuell digitalen Angeboten) verbunden werden könnte. In einer weiteren Gruppe könnten die Besonderheiten Gräfraths herausgearbeitet werden. Den dritten Schwerpunkt sieht der Projekt- und Zuschussantrag im Bereich „Zukunft Heimat“ im Licht der Jugend. Zudem solle darüber gesprochen werden, wie man das vielfältige Engagement im Stadtteil sinnvoll verbinden könne.

Abschluss: Zum Abschluss des Zukunftsprozesses soll es wieder eine große Veranstaltung geben. Die peilt der Heimatverein für den September dieses Jahres an. Der Prozess, der ursprünglich auf zehn Monate angelegt worden war, soll jetzt also in der Hälfte der Zeit gestemmt werden. Auf die Organisatoren der Heimatwerkstatt kommt viel Arbeit in diesem Jahr zu.

Förderprogramm

Landesvorgaben: Die mögliche Themenpalette des Landesförderprogramms „Heimat – Zukunft – Nordrhein-Westfalen“ ist breit gestreut. Das Programm richtet sich unter anderem an Ehrenamtliche, die zur Umsetzung einer spontanen Idee einen kleinen finanziellen Zuschuss benötigen. Auch ein „Heimat-Preis“ kann in den Städten und Kreisen ausgelobt werden. Dritter Themenbereich sind Heimatwerkstätten. Mit Hilfe von Spenden und Sponsoren können zudem Heimatfonds für Projekte aufgebaut und dafür Zuschüsse des Landes Nordrhein-Westfalen beantragt werden. Ein weiterer Schwerpunkt ist, identitätsstiftende Besonderheiten als „Lernorte“ zu präsentieren.

Solingen: In Solingen wird neben der Gräfrather Heimatwerkstatt auch der Themen-Wanderweg „Lewerfrauenweg“ gefördert. Außerdem erhofft sich die Stadt Zuschüsse zur Umgestaltung des alten Bunkers an der Malteserstraße zu einer Gedenkstätte, die an jüdisches Leben in Solingen erinnert.

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