ST vor Ort

Gloria Göllmann will Begeisterung für Ohligs wecken

Gloria Göllmann ist als Geschäftsführerin der ISG auch für die Verschönerung des öffentlichen Raums in Ohligs zuständig. Foto: Christian Beier
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Gloria Göllmann ist als Geschäftsführerin der ISG auch für die Verschönerung des öffentlichen Raums in Ohligs zuständig.

Der Umbau von Marktplatz und Fußgängerzone sowie eine neue Gestaltungssatzung treiben die ISG-Geschäftsführerin um.

Von Björn Boch

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Solingen. Die Lust ist da. Erst recht nach Monaten der Pandemie. „Wir machen jetzt einfach aus allem eine Party“, sagt Gloria Göllmann lachend. Bleibt die Lage so entspannt wie derzeit, gibt es dazu einige Gelegenheit: Allein drei verkaufsoffene Sonntage (| Kasten) sollen in diesem Jahr noch stattfinden – „wenn wir die Veranstaltungen dazu durchführen dürfen“. Aber Gloria Göllmann ist guter Dinge.

Die 52-Jährige ist Geschäftsführerin der Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Solingen-Ohligs – was erst einmal so gar nicht nach Party klingt. Die Idee: Immobilien-Eigentümer eines bestimmten Bereiches, in dem Fall hauptsächlich an der Düsseldorfer Straße, tun sich zusammen, um den Bereich zu verschönern. Sie bringen Geld und Ideen ein – und sichern im Gegenzug den Wert ihrer Immobilien.

Erfolge, vor allem in der Gestaltung des öffentlichen Raums, gibt es schon einige. Die Mammutprojekte, die neben der ISG auch von der Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft (OWG), den Ohligser Jongens und weiteren Akteure begleitet werden, stehen aber jetzt an: Der Umbau des Ohligser Marktplatzes und der Düsseldorfer Straße (| ein ausführlicher Bericht folgt morgen). „Der nächste Schritt ist das große Konzept für das Baustellenmarketing“, sagt Göllmann. Kunden und Händler sollen bei Laune gehalten werden während der Arbeiten – mit einer Party. Und wenn sie Monate andauert. Gloria Göllmann geht es um die Einstellung.

Der Handel ist für sie ein wichtiger Bestandteil, aber eben nicht alles. Sie sieht in Ohligs ein Lebens- und Wohnviertel – eine Ansicht, die rund 1000 Menschen, die durch Bauprojekte wie das „O-Quartier“ und das „Heimspiel“ hinzukommen, sicher teilen. Für all diese Menschen will Göllmann Ansprechpartnerin sein – gemeinsam mit OWG, Kirchengemeinden und vielen weiteren Engagierten. Wer neu dazukommt, solle wissen, an wen er sich wenden kann.

„Wer sich hier wohlfühlt, gibt hier sein Geld aus.“

Gloria Göllmann

Zugezogene wie Einheimische will sie aber fordern: „Es hapert noch an einer Vision“, findet sie. Das gelte stadt- und bundesweit. Ohligs sei mit seiner Gemeinschaftsmarke ganz weit vorne und mit einer noch fehlenden, ausformulierten Utopie nicht alleine. Dennoch fragt sie sich, wann der Gesellschaft der Wille verlorengegangen sei: Der Wille, die Stadt so zu gestalten, dass die Menschen gerne dort leben. „Wir müssen uns für unseren Ort mehr interessieren und begeistern.“

Neben großen Ideen kommt die praktische Arbeit nicht zu kurz, Sauberkeit sei „ein Riesenthema“, Sicherheit und Aufenthaltsqualität auch. Ein neues Beleuchtungskonzept soll helfen, das im September präsentiert wird: mit einer Party natürlich, auch wenn der Abend „Licht-Kunst-Fest“ heißt. Das soll auch Aufmerksamkeit für Ohligs’ schöne Gründerzeitfassaden bringen.

Ein Baustein wird neben den Umbauarbeiten auf dem Markt und in der Fußgängerzone eine neue Gestaltungssatzung sein – eine grundsätzliche Entscheidung, wie es vor den Ladenlokalen, unter Wahrung des Bestandsschutzes, aussehen soll. Jeder Baum und jeder Stein am rechten Platz, Barrierefreiheit, Klarheit, Eindeutigkeit: „Das bringt Frequenz“, ist Göllmann sicher. „Und wer sich hier wohlfühlt, gibt hier sein Geld aus.“

Grün muss es sein, damit es nicht zu heiß wird im Sommer, nachhaltig, also enkeltauglich – umweltfreundliche Mobilität müsse mitgedacht werden. Wichtig ist ihr auch der Markt als Platz der Begegnung. Die Stadt müsse nicht verkehrsfrei, aber verkehrsberuhigt werden. „Der öffentliche Raum ist für Menschen da, nicht für Autos.“ Kleine, konsumfreie Flächen, in denen sich die Menschen aufhalten, machten den öffentlichen Raum lebenswert: „Das finden Einzelhändler und Eigentümer gut.“

All diese Ideen teilt sie gerne. „Wenn andere Stadtteile profitieren können von unseren Erfahrungen, umso besser.“ Ob die Künstlerin und Unternehmerin Göllmann (KP21 Kunstfabrik) die großen Ohligser Projekte noch als ISG-Geschäftsführerin begleitet, weiß sie noch nicht. 2022 enden die ersten fünf  Jahre der ISG. Ob es weitergeht, entscheiden 107 Eigentümer. Eins steht aber fest: Sollte es weitergehen, wird es eine Party.

Termine

4. Ohligser Kinderfest: 29. August, 11-17 Uhr

Verwöhnwochenende: 3.-5. September (mit verkaufsoffenem Sonntag)

Dreck-Weg-Tag Ohligser Heide und mehr: 25. September

Licht-Kunst-Fest: 25. September ab 19 Uhr

Brückenfest: 30./31. Oktober (mit verkaufsoffenem Sonntag)

Weihnachtsdürpel: 3.-5. Dezember (mit verkaufsoffenem Sonntag)

Die Serie

Im Sommer nimmt das ST die Solinger Stadtteile in den Blick. In dieser Woche liegt der Fokus auf Ohligs. Die weiteren Themen: Wie läuft die Neugestaltung der Fußgängerzone und des Marktplatzes? An welchen Projekten arbeiten die Ohligser Jongens?

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