Open Air

Gläubige feiern Konfirmation im Walder Stadion

Die Jugendlichen der evangelischen Kirchengemeinde Wald wurden am Wochenende im Walder Stadion konfirmiert. Um das Infektionsrisiko zu senken, hatten die Verantwortlichen die Feierlichkeiten nach draußen verlegt. Foto: Andreas Horn
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Die Jugendlichen der evangelischen Kirchengemeinde Wald wurden am Wochenende im Walder Stadion konfirmiert. Um das Infektionsrisiko zu senken, hatten die Verantwortlichen die Feierlichkeiten nach draußen verlegt.

Die Jugendlichen der evangelischen Gemeinden erhielten den Segen unter strengen Hygienebestimmungen

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Tribünenplätze statt Kirchenbänke, der Blick auf Stadionrasen und blauen Himmel mit weißen Wolken statt sakraler Kirchenatmosphäre, Redepult und E-Piano statt Altar und Orgel: Die Konfirmationsfeier, welche die evangelische Kirchengemeinde Wald für Jugendlichen aus den zwei Konfirmationsjahrgängen 2020 und 2021 im Walder Stadion organisiert hatte, war in vielfacher Hinsicht bemerkenswert.

Auch weil die endgültige Genehmigung der Verwaltung erst am Donnerstag vorlag und die Feierlichkeiten vorher noch in der Schwebe waren. Die Idee zu dem Open-Air-Format war aus dem Wissen entstanden, dass die Infektionsgefahr mit dem Coronavirus im Freien um ein Vielfaches geringer ist als in Innenräumen - und dem innigen Wunsch der meisten der Jugendlichen, die Feier stattfinden zu lassen. Dabei stand außer Frage, dass bei der Veranstaltung Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden müssen.

„Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen.“

Stefan Ziegenbalg, Pfarrer

„Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen“, sagte Pfarrer Stefan Ziegenbalg in seinen Begrüßungsworten nach Verklingen des – vom Band abgespielten – Glockengeläuts. Man habe nicht erneut einfach alternativlos verschieben wollen, erläuterte er. Das Gros der Jugendlichen, die am Wochenende in Wald ihre Konfirmation feierten, hatte inzwischen ein ganzes Jahr auf dieses Ereignis gewartet. „Nach bereits stattgefundenem Vorstellungsgottesdienst der Konfirmanden kam der erste harte Lockdown“, erinnert sich auch Jugendleiter Christoph Fischer. Zunächst auf den Herbst verschoben, gab es im Oktober erneut eine Absage: Die Inzidenzzahlen stiegen, der zweite Lockdown begann. „Wir waren im ständigen Austausch mit den Jugendlichen“, sagt Ziegenbalg, der inzwischen bereits den nachfolgenden Jahrgang auf die Konfirmation vorbereitete. Nach wenigen corona-konformen Präsenzterminen in strikt voneinander getrennten Kleingruppen nutzte man schließlich nur noch Videokonferenzen als Kommunikationsmittel.

Einige Jugendliche des 2020-Jahrgangs entschieden sich dann für eine Konfirmation in kleinstem Rahmen an einem Adventssonntag. Der überwiegende Teil wollte erneut verschieben und hoffte auf das nächste Frühjahr – also auf jetzt. Dass auch dieser Termin noch einmal auf der Kippe stehen würde, hatte wohl im vergangenen Winter niemand ernsthaft erwartet.

„Als sich abzeichnete, dass auch dieses Frühjahr von der Pandemie geprägt sein würde, haben wir erneut beratschlagt, diesmal natürlich mit dem 2021-Jahrgang gleich mit, denn nun ging es ja auch um dessen Konfirmation“, sagt Ziegenbalg. Das Ergebnis dieser Überlegungen waren die Konfirmationen im Stadion, die viel logistischen Aufwand für das sechsköpfige Team um Pfarrer und Jugendleiter bedeuteten, um der Stadtverwaltung ein „wasserdichtes“ Konzept vorlegen zu können.

Listen mit Kontaktdaten aller Besucher und eine begrenzte Teilnehmerzahl, eine Sitzordnung mit ausreichend Abstand, der Verzicht auf Gesang und keine Segnung mit Handauflegen das Pfarrers, sondern alternativ von den Eltern der Konfirmanden hatten offensichtlich überzeugt. Den jungen Leuten und ihren Angehörigen schien der außergewöhnliche Gottesdienst Spaß zu machen - und schließlich konnte man auch im Stadion schicke Kleidung tragen, um die Festlichkeit des Tages zu betonen.

Auch in der evangelischen Lutherkirchengemeinde wurde am Samstag und Sonntag Konfirmation gefeiert. Dort legte man ebenfalls Wert auf die Einhaltung der Corona-Regeln: Nicht Pfarrer Christian Menge, sondern nahestehende Personen legten beim Konfirmationssegen die Hände auf den Konfirmanden. Sechs Gottesdienste fanden in Höhscheid statt, in denen jeweils vier Jugendliche gesegnet wurden. In den anderen Gemeinden des Solinger Kirchenkreises werden die Konfirmationen noch folgen. In Rupelrath etwa peilt man den September an.

Konfirmation

Die Konfirmation ist die persönliche Bestätigung der Taufe und damit das bewusste Bekenntnis zum christlichen Glauben und zur Kirchenzugehörigkeit. Außerdem markiert sie den Abschluss des kirchlichen Unterrichts mit einer Katechismusprüfung. Ferner bedeutet sie den Eintritt ins Erwachsenenleben als mündiges Kirchenmitglied. In einigen Kirchen, insbesondere der streng lutherischen Tradition, dürfen nur Konfirmierte am Abendmahl teilnehmen. In Kirchen, die beispielsweise das Kinderabendmahl praktizieren, hat dieser Punkt keine Bedeutung mehr.

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