Projekt in der Innenstadt

Gläserne Werkstatt startet Mitte 2022

Für die Gläserne Werkstatt stellten Christian Darmann (von links), Julia Dinnebier, Almuth Finke, Carsten Zimmermann, Uta Schneider und Hartmut Hoferichter jetzt das endgültige Konzept vor. Foto:
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Für die Gläserne Werkstatt stellten Christian Darmann (von links), Almuth Finke, Julia Dinnebier, Carsten Zimmermann, Uta Schneider und Hartmut Hoferichter jetzt das endgültige Konzept vor.

Potenzielle Nutzer der Gläsernen Werkstatt können sich mit ihren Ideen um Flächen in dem ehemaligen Ladenlokal von Appelrath & Cüpper bewerben.

Von Philipp Müller

Solingen. Mitte 2022 soll die Gläserne Werkstatt an der Hauptstraße den Betrieb aufnehmen. Jetzt starte zunächst die Phase des Umbaus und der Sanierung des ehemaligen Ladenlokals von Appelrath & Cüpper, erklärte am Donnerstag Stadtdirektor Hartmut Hoferichter. Er ist auch Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft, die die Werkstatt betreiben wird. Sein Co-Geschäftsführer Carsten Zimmermann berichtete, dass nun die Phase beginnt, in der sich Interessenten für die Nutzung auf den drei angemieteten Flächen bewerben können.

Die Gläserne Werkstatt gehört zu sieben Projekten, die sich dem Thema „Urbane Produktion“ widmen sollen. Das läuft unter dem Dach der BSW, der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Deren Geschäftsführerin, Uta Schneider, sagte am Donnerstag: „Die Projekte sollen sich gegenseitig inspirieren. In der Gläsernen Werkstatt soll gezeigt werden, wie künftig nachhaltig und im Rahmen einer Kreislaufwirtschaft regional gewirtschaftet werden kann.“ Entsprechend skizzierte Carsten Zimmermann den Aufbau der Werkstatt. Herzstück ist das Erdgeschoss. Dort entstehen zunächst 16 „Werkstatt-Kuben“. Aus Rollregalen und rollbaren Arbeitsplätzen entstehen Präsentationsflächen, auf denen auch kleinere, handwerkliche Schritte unternommen werden können.

Gläserne Werkstatt in Solingen: Im 1. Geschoss kann man sich ein Bild von „Smart Home“ machen

Das Erdgeschoss steht unter dem Motto „Solinger Schneidwaren erlebbar machen“. Das setzt sich mit einer Schleiferwerkstatt fort. Im 1. Geschoss gibt es zudem unter dem Titel „Digital. Raum“ eine Wohnung, die als Smart Home zu sehen ist. Im Untergeschoss ist das Innovationsforum angesiedelt, in dem auch Veranstaltungen angeboten werden können. Betreut wird das alles vom Werkstatt-Team, das sich am Donnerstag vorstellte. Werkstattleiterin wird Almuth Finke. Julia Dinnebier, die auch den Gräfrather Lichtturm leitet, wird sich in Teilzeit um Veranstaltungen und die Nutzer kümmern. Schließlich agiert Christian Darmann in der Werkstatt. Mit seinen 30 Jahren Erfahrung in der Solinger Schneidwarenindustrie ist er als „Außenminister“ dafür zuständig, die Kontakte zur heimischen und regionalen Industrie zu knüpfen. Auch er wird sich um Veranstaltungen kümmern und um den Empfangsshop, in dem es Solinger Produkte zu kaufen geben wird.

Wie das in der Bau- und Bewerbungsphase läuft, können sich Interessierte jeden Donnerstag im Bauwagen der Stadt anschauen, der von 12 bis 15 Uhr vor der Werkstatt steht. Aber um für die Idee der Gläsernen Werkstatt zu trommeln, hat die Stadtentwicklungsgesellschaft noch zwei weitere Angebote geschaffen, die im November starten.

Am 6. November um 10 Uhr beginnt erstmalig ein „Baufrühstück“, sagte Hoferichter. Dabei sollen fair gehandelte Produkte verkauft werden und jeweils der aktuelle Sachstand berichtet werden. Das wird am 4. Dezember wiederholt.

„Das ist ein Neustart für die Entwicklung der Innenstadt.“

Carsten Zimmermann, Rathaus

Zudem öffnet am 17. November um 19 Uhr die „Bau-Bar“. Neben Infos gibt es dann eine Talk-Runde. Dabei werden Jörg Püttbach von der Firma BIA, Dr. Peter Born von Güde Messer und Marlon Brückmann von der Firma Sedulat die Chancen der Werkstatt im Gespräch auslotet. Am 15. Dezember findet dies wieder statt. Dann sprechen Dr. Holger Pump-Uhlmann, Entwickler des Konzepts „City 2030“, Stadtdirektor Hoferichter und der Chefredakteur des Solinger Tageblatts, Stefan Kob, über den Sinn der Werkstatt.

Carsten Zimmermann machte deutlich, welchen Stellenwert das Rathaus der Werkstatt zumisst: „Das ist ein Neustart für die Entwicklung der Innenstadt.“

Infos zur Werkstatt und Bewerbungen unter:

www.seg-solingen.de

Hintergrund

Die „Gläserne Werkstatt“ ist eines von insgesamt sieben Projekten unter dem Dach des regionalen Projektes „Urbane Produktion im Bergischen Städtedreieck – Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Quartiersentwicklung“. Bei der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (BSW) laufen alle Fäden zusammen.

Standpunkt

philipp.mueller@solinger-tageblatt.de

Kommentar von Philipp Müller

Die Hoffnung im Rathaus und bei der Stadtentwicklungsgesellschaft ist groß, dass die Gläserne Werkstatt zu, wie man heute sagt, einem Leuchtturmprojekt wird. Sie soll nicht nur zeigen, wie man in einer Innenstadt modern produzieren und Handel betreiben kann. Sie ist auch als Kommunikationsort gedacht. Dafür müsste es nur endlich losgehen. Doch da ist mit der Ansage, Mitte 2022 den Betrieb unter vollen Segeln zu starten, ein Silberstreif am Horizont. Es wird überall gebaut, da sind die Handwerker knapp, darunter leidet dann auch die Gläserne Werkstatt. Zugleich ist es gut, dass jetzt die Phase beginnt, in der sich die potenziellen Nutzer um Plätze bemühen können. Da wird sich zeigen, wie viel kreative und innovative Menschen in der Stadt und der Region leben, die sich eine Zukunft in einer Innenstadt vorstellen können. Denn darum geht es in Wirklichkeit: Die Werkstatt soll die verborgenen Schätze heben und ans Tageslicht bringen, die dem Herzen Solingens helfen können, ihm eine neue Bedeutung zu geben und wieder pulsierend zu schlagen.

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