Leuchtturmprojekt

„Gläserne Werkstatt“ soll im Herbst öffnen

Die „Gläserne Werkstatt“ entsteht im alten Appelrath-Cüpper-Gebäude. Das Innere das früheren Modehauses wurde in den vergangenen Monaten ausgebaut. Foto: Christian Beier
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Die „Gläserne Werkstatt“ entsteht im alten Appelrath-Cüpper-Gebäude. Das Innere das früheren Modehauses wurde in den vergangenen Monaten ausgebaut.

Für das „Leuchtturmprojekt“ im alten Appelrath-Cüpper-Gebäude interessieren sich 50 Unternehmen.

Solingen. Der Entstehungsprozess zur „Gläsernen Werkstatt“ an der Hauptstraße sei in vollem Gange, erklärt Rathaussprecherin Sabine Rische. „Mit Hochdruck“ werde hinter den Kulissen an dem „Leuchtturmprojekt“ für die Entwicklung der Innenstadt gearbeitet. Für einen Eröffnungstermin sei zwar kein fixes Datum festzumachen. Voraussichtlich, so erklärt Rische auf ST-Anfrage weiter, werden sich die Türen aber im Herbst erstmals für Besucher öffnen. Der Bauantrag für den Umbau des Gebäudes soll bis Ende dieses Monats eingereicht werden. Liegt die Genehmigung vor, beginne der Umbau sofort.

Für das Projekt „Gläserne Werkstatt“ hat die Stadt die seit zehn Jahren leerstehenden Räume des früheren Modehauses Appelrath-Cüpper angemietet. Geplant ist eine Manufaktur und Ideenschmiede mit Handwerkern, Dienstleistern und Firmengründern. Besonderer Wert soll bei den Angeboten auf Qualität, Originalität und den Bezug zu heimischen Produkten gelegt werden. Kunden sollen in der Manufaktur miterleben können, wie Produkte entworfen oder hergestellt werden.

Finanziell gefördert wird dies durch das Land Nordrhein-Westfalen und die Europäische Union. Unter dem Titel Urbane Produktion“ setzt die Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (BSW) der Städte Solingen, Remscheid und Wuppertal nach und nach sieben Projekte um. In die „Gläserne Werkstatt“ investiert die Stadt gut 1,9 Millionen Euro. 90 Prozent des Geldes kommen aus Mitteln des „Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung“ und des Landes Nordrhein-Westfalen.

Nach ursprünglichen Plänen sollte die Manufaktur an der unteren Hauptstraße bereits seit Herbst 2020 offen sein. Dass im aktuellen städtischen Haushalt ein Punkt „Verschiebung Gläserne Werkstatt“ mit 337.000 für dieses und 164.000 Euro für nächstes Jahr eingefügt wurde, hat laut Stadtdirektor Hartmut Hoferichter aber nur insoweit mit den Verzögerungen zu tun, dass nicht benötigte Mittel aus 2020 in den Etat für 2021 übertragen wurden.

Bei einem kleineren Teil dieser Summe handele es sich um „echte“ Mehrkosten. Die seien durch nicht vorhergesehene Komplikationen und daraus resultierende Kostensteigerungen beim Umbau des Gebäudes entstanden.

Wir erwecken das Gebäude aus dem Dornröschenschlaf.

Sabine Rische, Rathaussprecherin

„Wir werden das Gebäude aus dem Dornröschenschlaf erwecken. Zehn Jahre wurde es nicht genutzt, deshalb ist der Zustand überholt, vor allem beim Brandschutz, aber auch bei Elektroinstallation oder Lüftung“, erklärt Rische. Inzwischen sei das Interieur des früheren Modehauses demontiert, wiederverwertbare Elemente seien sortiert worden.

Rische zu den Zusatzkosten: „Beim Bauen im Bestand weiß man nie, was einen erwartet. Das ist eine Rechnung mit vielen Unbekannten.“ Jetzt gebe es Klarheit und damit eine detaillierte Übersicht über die Gesamtkosten. Dabei wird die Stadt diese Kosten wohl nicht komplett tragen müssen. Mit dem Vermieter laufen nach Angaben der Rathaussprecherin Gespräche, über die Verteilung der Ausgaben.

„Schon jetzt wird deutlich: Wir rennen mit der Gläsernen Werkstatt offene Türen ein“, freut sich Rische. Für die verschiedenen Verkaufsflächen lägen rund 50 Interessensbekundungen von Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen vor. Wer am Ende den Zuschlag erhält, entscheide sich bei einem Auswahlverfahren im Frühjahr. Interessenten können sich in diesem Verfahren um die Flächen verschiedener Größen bewerben. Wenn die Manufaktur erst einmal laufe, werde es ein „rollierendes System“ geben, das für viele Akteure Möglichkeiten biete, sich einzubringen.

Workshops

Zurzeit laufen nach Rathausangaben Workshops mit Vertretern der Schneidwarenindustrie, sowie von Vereinen, Gruppen und Initiativen, bei denen Ideen für ein Konzept der „Gläsernen Werkstatt“ erarbeitet werden. Bei diesem Dialog gehe es darum, Wünsche aufzunehmen, erklärt Carsten Zimmermann, Geschäftsführer der städtischen Entwicklungsgesellschaft. Er ergänzt: „So können wir passgenau auf den Bedarf reagieren.“

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